Darlehen für Hauskauf: Ist Immobilienwert gleich Kaufpreis?

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Leider ist es etwas komplizierter. Wenn Sie einen Kredit bei der Bank für den Kauf eines Hauses beantragen, dann interessiert die Bank nicht wieviel Sie schlussendlich zahlen, es könnte ja ein völlig überzogener Preis sein, wogegen die Bank ja dann nicht mit dem Haus als Pfand abgesichert wäre. Die Bank wird das Haus selbst bewerten in ihrer Immobilienabteilung und von ihrem ermittelten Verkehrswert wird dann ein Beleihungswert (meist 70 - max.80%, je nach Immobilie und Marktlage) festgelegt, der maximal als Kredit ausgezahlt wird. Erstrangig (durch Grundschuld) abgesicherte Darlehen werden nur in einer Höhe von bis zu 60 % des Beleihungswertes vergeben, der Rest bis 100% des Beleihungswertes dann als zwitrangiges (teureres) Dahrlehen. Vergleichen Sie mehrere Angebote und rechnen Sie diese gut durch, es wird viel mist verkauft, was ich selbst nun bei meinen Eltern und ihrer Hausfinanzierung sehe!

Wenn der Immobilienwert tatsächlich laut Gutachten 300 T€ beträgt und die Bank das Gutachten anerkannt und daraufhin 250 T€ Kredit gewährt, ist das insofern kein Problem. Deine Bonität und der Kaufpreis scheint angemessen. Wenn der Käufer aber nun nochmals vom Kaufpreis herunter geht, solltest Du das der Bank aber mittelen, die kommen sich sonst eventuell veräppelt vor und können vom Kreditvertrag zurücktreten. Kannst der Bank ja aber mitteilen, dass der Verkäufer vom Kaufpreis abgewichen ist weil noch ein paar Mängel festgestellt wurden und Du die 50 T€ dazuverwendest diese zu beheben. Andernfalls nimm einfach nur 225 T€ Kredit auf und bring einen Teil den Eigenkapitals ein, drückt ja auch die mtl. Belastung.

Ein Anrecht auf ein Darlehen hast du sowieso nicht. Wenn die Bank dir das zu 100% finanziert, ist es ihr Risiko. Im Falle eurer Insolvenz muß die Bank versuchen, ihr Geld durch den Verkauf der Immobilie zurückzubekommen. ich nehme mal an, daß ihr nur den benötigten Kredit bekommen würdet, da die Bank ja eine Abschrift des notariellen Kaufvertrages bekommt und daher sieht, was das Haus nun wirklich gekostet hat.

Also, Sie beantragten ein Darlehen über 250.000 € bei Ihrer Bank, die auch genehmigt wurden. Das soweit voraus gesetzt. Durch die besagte Nachverhandlung kommt dann ein Kaufpreis von 250.000 € zustande. Soweit so Gut, aber: Der Banker wird den Kaufvertrag sehen wollen. Er wird ins Grundbuch wollen. Unabhängig davon muss der auch die Kaufpreissumme an den Notar oder den Verkäufer überweisen. Wie wollen Sie es vor der Bank verheimlichen? Ungeachtet dessen, das Sie für 50.000 € Zinsen zahlen müssten. Die Frage ist entweder nicht schlüssig oder Sie erzählen nicht das, was tatsächlich gewollt ist. Sollten noch Renovierungen nach dem Ankauf anstehen und dazu Geld benötigt werden, würde durch die Sanierung die Immobilie doch nur aufgewertet. Warum dieses dem Banker vorenthalten? Für Sanierungen im energetischen Bereich gibt es auch noch Fördermittel.

Hallo Janine, wenn Sie schon verstanden haben, dass der Kreditzins (u.U.) geringer wird, je höher das vorhandene Eigenkapital, sollten Sie auch verstehen, dass die auf die Kreditsumme zu bezahlenden Zinsen ebenfalls geringer werden, je weniger Darlehen Sie von der Bank nehmen.

Es wäre m.E. Schwachsinn, gesetzt der Verkäufer lässt einen weiteren Verfall seines Kaufpreises zu, von der Bank "die volle Summe" aufzunehmen und das "Eigenkapital" nicht einzusetzen.

Gesetzt den Fall, Sie erhalten die Finanzierung mit 3,60 %, würden Sie für eine Darlehenssumme von 250 TEUR monatlich anfänglich 750,00 EUR zahlen.

Bei 200 TEUR wären dies "nur" 600,00 EUR, was Sie anfänglich "berappen müssten".

Wollen Sie der Bank monatlich 150,00 EUR "schenken", nur damit Sie mehr Zinsen an diese bezahlen dürfen?

Sollten Sie die Immobilie kaufen, würde ich bei den z.Zt. aktuellen Zinsen (heute schreibt die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND (FTD), dass der Zins für 10-jährige Festschreibung auf unter 3,0 % sank), so lange wie möglich festschreiben, d.h. mich an diesen Zinssatz binden.

Eine variable Verzinsung, d.h. veränderbare Zinsen (deren weiteres sinken nicht, deren steigen jedoch eher zu erwarten ist) würde ich in der heutigen Tiefzinsphase nicht eingehen.

Im übrigen, alles ist das Wert, was ein Käufer bereit ist, zu zahlen. Urteilte erst vor ein paar Monaten der soweit ich mich erinnere VIII. Zivilsenat am Bundesgerichtshof (BGH), als es um den Wert eines Pferdes ging.

Alles Gute.

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