Darf man sein Kind wegen Autismus zur Adoption freigeben?

5 Antworten

Im Großen und Ganzen braucht man keine großspurige Begründung um ein Kind zur Adoption freizugeben.

Es gibt zum Glück keinen Zwang, ein Kind zu behalten.

Wenn man es also "einfach" loswerden will weil man überfordert ist sollte man von den "üblichen" Methoden wie Vernachlässigung/Tötung absehen und das Kind liebenden Ersatzeltern geben.

Für viele Kinder ist es also besser wenn sie weggegeben werden als wenn sie bei ihren leiblichen Eltern bleiben müssen.

Leider ist es im Bewußtsein unserer Gesellschaft noch nicht so wirklich angekommen daß Kinder Lebewesen sind um deren Wohl es bei solchen Entscheidungen geht. Daher haben Eltern, die ihre Kinder weggeben, oftmals mit Verachtung zu kämpfen die ihnen entgegenploppt sobald irgendein Hirni davon erfährt. -.-

Nur deswegen gibt es hin und wieder Nachrichten über tote Babys in Mülltonnen und sowas. Weil es den Eltern unnötig erschwert wird solche für das Kind sinnvollere Entscheidungen zu treffen.

Es gibt aber auch noch eine Zwischenstufe: Pflegefamilien. Da hat man weiterhin das Sorgerecht und Kontakt zum Kind. Diese Alternative wählen Eltern, die ihre Kinder zwar lieben, aber aus diversen Gründen nicht selbst versorgen können.

warehouse14

was ist besser: wenn das Kind bei den Eltern aufwächst, die total überfordert sind, oder wenn es bei Eltern aufwächst, die damit klar kommen.

Den leiblichen Eltern ist es bestimmt nicht leicht gefallen, das Kind abzugeben. Aber sie sind sich bewußt, daß sie dem Kind nicht gerecht werden können. Sie sind sich sicher, daß das Kind so eine bessere Zukunft hat.

Weder wir noch du noch dein Onkel und die Tante werden exakt sagen können warum es zum Adoptionsvorgang kam. Es wird sicher mehr dahinterstecken. Es wird vorher mit Sicherheit eine Zusammenarbeit- und intensive Gespräche mit dem Jugendamt gegeben haben. Jeder der sich nicht im Stande fühlt sein Kind adäquat zu versorgen kann mit einer notariellen Verzichtserklärung sein Recht abtreten und das Kind zur Adoption freigeben. Das ist kein Vorgang der von heute auf morgen stattfindet sondern ein längeres Verfahren.

Ich kann verstehen wenn dem nicht jeder gewachsen ist. Ich habe selbst AS, ich weiß wie ich als Kind war und ich hätte dafür auch keine Nerven.

Hat man dann normalerweise als Elternteil als Selbstbetroffener mehr Verständnis mit einem autistischen Kind? Zumindest wäre es bei mir so weil ich selber Autist bin. ;)

@Knoerf

Das Verständnis hätte ich schon aber nicht die Belastbarkeit und auch nicht die Ressourcen um das ausgelebte Verhalten auffangen zu können.

Das ist keine Frage für Juristen oder Strafprozesse, sondern eine Frage der Menschlichkeit.

Man könnte die Eltern des Kindes vordergründig verurteilen, doch ich halte mich lieber zurück, denn das Sprichwort der Indianer hat immer noch seine Berechtigung:

Verurtele niemand, bevor du nicht 1000 Meilen in seinen Stiefeln gelaufen bist.

Einfach so gibt niemand sein Kind zur Adoption frei. Allerdings gibt es sicher viele Fälle, wo ein Kind in einer intakten Adoptivfamilie sehr viel besser aufgehoben ist und glücklicher aufwächst, als in seiner Herkunftsfamilie. Vermutlich gab es dort auch noch andere Probleme.

Besser liebevolle Adoptiveltern, die das Kind fördern, als leibliche Eltern, die ihm nicht gerecht werden können.

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