Darf ich als Hartz 4 Empfänger in eine andere Stadt ziehen?

16 Antworten

Wenn Du umziehst wirst Du einen Grund angeben müssen, z.B. dort bekomme ich leichter einen Job etc.. Wenn das nicht der Fall ist übernimmt die ARGE auch nicht die Umzugskosten, die Kaution und die evtl. notwendige Erstausstattung. Du muss erneut ALG 2 beantragen, das kann dauern. Für den Übergang müsstest Du es darlehenweise beantragen. LG

Ja du darfst hinziehen, wohin du magst. Allerdings wird dir der Umzug nur unter bestimmten Umständen bezahlt. Ansonsten mußt du für denn Umzug selbst aufkommen. Wichtig ist, dass du in der neuen Stadt wieder eine Wohung suchst, die dem Hartz-IV -Standard entspricht. Erfahren kannst du das bei der Arbeitsagentur der neuen Stadt (oder Arge oder Sozialamt). Abmelden mußt du dich bei deinem jetztigem Amt.

Huhu Katjajasmin,

ja, umziehen darfst du natürlich schon. Nur, was ich hier bisher nicht lesen konnte ist folgendes: Du wirst die Anträge für Hartz 4 o.Ä. neu stellen müssen. Ich war selbst schon in der Situation. Die Bearbeitung meines 1. Hartz 4 Antrages hatte mehrere Monate gedauert, trotz ständiger Nachfragerei, trotz Unterstützung der AWO und des zuständigen Rathauses.... Das mit dem Umziehen habe ich mir also nochmals überlegt ;( Solltest du allerdings in deiner Wunsch-Stadt eine Arbeit haben, bzw ein Stellenangebot, wird dir sogar der Umzug bezahlt. Das musst du nur beantragen. Ich spreche aus eigener Erfahrung, wer mich berichtigen möchte darf das gern tun... Meine Angaben sind allerdings 100% die, die mir aus 1. Hand gegeben wurden, mehrmals! (Landratsamt, Rathaus, ARGE, Arbeitsamt)

(26.07.2010) Ein Umzug in eine andere Stadt muss Hartz IV-Beziehern ermöglicht werden, auch wenn dort höhere Unterkunftsosten fällig werden. Aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) geht hervor, dass einem ALG II Bezieher der Umzug in eine teurere Stadt ermöglicht werden muss. Dies gelte auch dann, wenn diese in einem anderen Bundesland liegt (Az.: B 4 AS 60/09 R).

Im diesem Fall zog ein Hartz IV Bezieher von Erlangen nach Berlin. Dort musste er jedoch im Vergleich zu seiner alten Wohnung 107 Euro mehr ausgeben. Das Jobcenter in Berlin wollte aber nur die Höhe der alten Miete zahlen. Die Behörde argumentierte dahingehend, dass der Umzug weder aus sozialen Gründen noch zur Arbeitsmarkteingliederung nötig gewesen sei.

Das BSG urteilte aber zugunsten des Leistungsbeziehers. So gelte eine Beschränkung der freien Wohnortwahl lediglich innerhalb einer Kommune. Im vorliegenden Fall wäre das Jobcenter jedoch verpflichtet gewesen, die höheren Unterkunftskosten voll zu übernehmen. Ansonsten würde der Grundsatz der Freizügigkeit unangemessen eingeschränkt.

Quelle: http://www.gegen-hartz.de/urteile/hartz-iv-umzug-in-andere-stadt-76123.html

Selbstverstaendlich kannst Du umziehen, wann immer Du willst. Es ist im Grundgesetz verankert, naemlich die Freizuegigkeit. Aber auch selbstverstaendlich musst Du Dich an Deinem jetzigen Wohnort abmelden, somit auch bei der Arge und dann - alles moeglichst schnell - am neuen Wohnort anmelden. Dann eben auch die Antraege auf Alo neu stellen. Wie lange das dann alles dauert, kann ich hier nicht sagen. Es kann Dir in der Bundesrepublik niemand verbieten an einen anderen Ort zu ziehen. Das ist eben unter anderem einer unserer wichtigen Freiheiten.

Abs 1 im Art. 11 sieht das so vor. Aber im Absatz 2 wird das ganze schon wieder eingeschränkt. Könnte ggf. auch auf Hartz IV-Empfänger zutreffen.

@cherusker18

Wenn der Buerger umziehen will, gibt es keine Einschraenkungen. ABER, wenn er den Umzug vom Staat bezahlt haben moechte, muss er sich natuerlich auch Fragen stellen lassen, und die Leistung (Geld) begruenden. Das ist aber dann keine Einschraenkung des Grundrechtes. Scheint doch klar und (Sozio-)logisch zu sein.

Was möchtest Du wissen?