Darf ein Inkassounternehmen ( Conkred Inkasso ) jemanden mit Strafanzeige unter Druck setzen?

5 Antworten

Wenn die sicher wissen, dass Dein Klient in betrügerischer Absicht gehandelt hat, dann dürfen sie auch Strafanzeige stellen. Ich würde mich an Deiner Stelle schriftlich an diese Inkassounternehmen wenden und mir mal den Stand der Dinge aus deren Sicht schildern lassen. Ob und wer Gläubiger ist ist in dem Fall erst mal egal. Reagieren würde ich in jedem Fall, denn sonst kann es richtig Ärger geben.

Sollten wir innerhalb der Frist keine Rückmeldung von Ihnen erhalten, werden wir unserer Mandatschaft anraten eine Strafanzeige wegen Betruges bei der zuständigen Staatsanwaltschaft gegen Sie einzureichen.

So geschrieben ist es weder Nötigung noch Erpressung. Hiermit wird lediglich aufgefordert Stellung zu nehmen.

Bezüglich der Abtretung weiß wahrscheinlich der Gläubiger nicht was er konkret mit dem Vorgang gemacht hat. Es gibt hier offenen Abtretungen und verdeckte Abtretungen (Zession). Welche Form hier gewählt wurde ist wohl so nicht zu klären. Hier sollte zunächst einmal schriftlich nachgefragt werden wer denn hier Forderungsinhaber ist und es sollte dann auch eine entsprechende Vollmacht vorgelegt werden wenn die Forderung nicht abgeteten oder Verkauft wurde.

Im Übrigen dürfte ja auch klar sein, dass Strafanzeige nur vom Geschädigten selbst erstellt werden kann. Kein Inkassounternehmen kann hier bei einer fremden oder ehemals fremden Angelegneheit Strafanzeige erstellen. Immer nur der Geschädigte.

Raten können die viel, tun wenig außer Briefe schreiben. Betrug ist eine Vorsatzhandlung. Der Staatsanwalt müsste, sofern er Ermittlungen aufnimmt, nachweisen, dass dein Klient nie Interesse hatte überhaupt zu zahlen.

Klärung ob nur betrieben oder abgetreten verschafft die Anforderung der Legitimation im Original (keine Kopien akzeptieren).

  • Entweder eine Gläubigervollmacht nach § 174 BGB oder
  • eine Abtretungserklärung nach § 410 BGB.

Wenn es schon so weit gekommen ist, dass ein Inkassounternehmen eingeschaltet werden muss, dann müssen die halt wirklich ein bisschen Druck aufbauen und können mit einer Strafanzeige bzw. anderen rechtlichen Schritten drohen.. Das hat nicht's mit Erpressung zu tun. Und ausserdem hätte es ja gar keinen Sinn, wenn ein Inkassobüro dann auch nochmals mehrere Male ganz nett anfragen würde, ob man nicht bitte doch noch bezahlen will..

Alles normal. Natürlich dürfen sie rechtliche Schritte ankündigen. Ist auch besser für dich - dann weisst du wenigstens, was auch dich zukommt.

Die Forderung wurde nicht abgetreten, da das Inkassobüro schreibt "werden wir unserer Mandatschaft anraten".

Druck ist zulässig und anscheinend nötig. Du brauchst ja nur die Forderung bezahlen - am besten direkt an den Gläubiger, denn kannst du die Inkassogebühren sparen.

Wenns zum Anwalt geht wirds richtig teuer, denn um dessen Gebühren kommst du nicht drum rum.

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