Lohnt sich mit 40 noch der Wechsel in die Beamtenlaufbahn?

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4 Antworten

Hallo,

beim Vergleich der gesetzlichen (GKV) mit der privaten Krankenversicherung (PKV) sollte man immer einen lebenslangen Vergleich machen. Es kann sonst böse Überraschungen geben:

- Können alle Gesundheitsfragen über die Erkrankungen in den letzten Jahren zu 100% eindeutig beantwortet werden? (Die Öffnungsaktion gilt nur für bestimmte Unternehmen und dort meist nur für bestimmte Tarife). https://www.pkv.de/service/broschueren/verbraucher/oeffnungsaktion-der-pkv-fuer-beamte-und-angehoerige/

- Ist ggf. Elternzeit in den nächsten Jahren denkbar?

- Kommt ein Sabbatjahr (unbezahlt) bzw. unbezahlter Urlaub (z.B. für Zeitstudium) in Betracht? -> Wegfall der Beihilfe

- ggf. Wechsel in eine selbständige Tätigkeit denkbar? ->
-> Wegfall der Beihilfe

- eigene Kinder geplant/denkbar/möglich? Stiefkinder?

- Höhe der Pension? Risiko einer vorzeitigen Pensionierung?

- Wahrscheinlichkeit einer Teilzeitstelle?

In der GKV sind die Beiträge abhängig von der Höhe der Einnahmen. In der PKV sind sie unabhängig davon. Bei Beihilfeanspruch und hohen Einnahmen und eindeutigen Antworten zu den Gesundheitsfragen hat die PKV tendiziell Vorteile. In den anderen Fällen sollte man sich sehr genau mit den Unterschieden beschäftigen. Die Entscheidung ist ähnlich wichtig wie ein Hauskauf.

In der PKV muss sich der Versicherte um alle Erstattungen bei der PKV und der Beihilfe kümmern. Bei schweren Erkrankungen ist praktisch eine eigene Buchhaltung erforderlich. In der GKV werden die Kosten direkt mit dem Behandler abgerechnet.

In den PKV-Musterbedingungen ist eine Klausel "Leistungen, die das Maß des Notwendigen übersteigen, werden nicht erstattet." Das ist eine sehr auslegungsfähige Definition. Ärzte und PKV-Unternehmen können da sehr unterschiedlicher Meinung sein.

Gruß

RHW

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Krankenversicherung

Beamte können sich freiwillig gesetzlich krankenversichern. Da der Dienstherr (= Arbeitgeber) aber keine Beträge zahlt, muss man den vollen Beitrag selbst aufbringen. Dafür ist in der GKV eine kostenfreie Familienversicherung und diverse Zusatzleistungen abgedeckt.

In der PKV müssen gesonderte Beiträge für Eheleute bzw. Kinder und natürlich für Zusatzleistungen abgeschlossen und erbracht werden. Dafür nur für das, was die Beihilfe nicht abdeckt.

Da die GKV einkommensabhängig ist, ergibt sich ein finanzieller Vorteil meist nur bei geringeren Bezügen. Bei A12 ist das denke ich nicht mehr der Fall bzw. es hält sich die Waage (je nach Verträgen).

Altersvorsorge ÖD

Die VBL-Klassik kann lt. Rundschreiben der VBL nicht fortgeführt werden. Weder privat noch als Beamter. D.h. es erfolgt zwar kein Verlust der bis dahin erworbenen Ansprüche, jedoch wird eine Beitragsfreistellung ausgesprochen.

Die freiwillige VBL-Versicherung kann privat fortgeführt werden.

Pension

Hierbei ist wichtig in Erfahrung zu bringen, ob und wie die bisherigen Tätigkeitszeiten vor einem Wechsel in das Dienstverhältnis als Beamter als Dienstzeiten angerechnet werden. Pensionen fallen im Verhältnis durchschnittlich höher aus, als Renten.

Zur Anrechnung siehe:
https://beamten-infoportal.de/versicherungen/anrechnungsfaehige-dienstjahre-pension-dienstunfaehigkeitsluecke/

Sonstiges

Beispielsweise:
- Tätigkeitsbereich und Arbeitsumfeld prüfen
- Streikverbot als Beamter
- Gesetzlich fixierte Bezüge und arbeitsrechtliche Regelungen, d.h. kurzfristige Änderungen ergeben sich selten
- "mehr Netto vom Brutto"

Wenn Sie Gehälter vergleichen, dann bedenken Sie, dass vom Netto der Beamten noch die Krankenversicherung zu zahlen ist.

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Hallo Lohepudel,

wenn deine Ehefrau und Kinder bei dir in der Familienversicherung der GKV mitversichert sind, solltest du zuerst einmal den Beitragsunterschied abklären und ob jede Person überhaupt noch die Möglichkeit hat sich privat versichern zu können.

Denn ein Beamter bekommt zu seiner Krankenversicherung in der GKV keinen Zuschuss mehr. Bedeutet er zahlt den kompletten Beitrag alleine. Kostet so in etwa 750 € mtl.

Bevor dies nicht abgeklärt ist, wäre es sinnvoll im Angestelltenstatus zu bleiben.

Und wenn er die PKV wählt kann es auch noch Zuschläge wegen Krankheiten geben.

Also lasse dir zuerst einmal ausrechnen was die PKV für dich und evt. deine Familie kostet.

Die VBL, bzw. betriebliche Altersversorgung wird nicht mit den Bezügen eines Ruhestandsbeamten verrechnet - nur die Rente der DRV.

Gruß Apolon

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Es gibt keinen Beamtentarif in der gesetzlichen Krankenversicherung und damit beantwortet sich die Frage, in welche KV man gehen sollte an sich von selber. In der gesetzlichen KV müßte man also als freiwilliges Mitglied immer den vollen Beitrag zahlen. In der PKV hingegen zahlt man einen an dem Beihilfeanspruch orientierten Beitrag. Das ist ungefähr die Hälfte dessen was man bei Vollversicherung zahlen müßte.

Die Zusatzversorgung wird ja für andere Beschäftigungszeiten gezahlt als die Pension. Gegenseitig verrechnet wird da nichts.


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