Kann man Zahlungen und Erstattungen unterschiedlicher Steuerarten beim Finanzamt verrechnen lassen?

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Ja, Du legst ein Schreiben bei:

..... beantrage ich die Stundung der Umsatzsteuernachzahlung 2009 in Höhe von ......, bis zur Einkommensteuerveranlagung 2009, da mit einem den Betrag von ....... übersteigenden Erstattungsanspruch gerechnet wird.

MfG

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Muss das Finanzamt ein Unternehmen (e.K.) bei Fristüberscheitung zur Abgabe der Steuerklärung (hier EÜR) auffordern?

Eine HR-Firma (e.K.) ist im HR abgemeldet/gelöscht worden (28.2.2006). Das Finanzamt hat durch das HR davon Kenntnis. Die Firma ist endgültig erloschen, besteht also auch nicht weiter als Kleinstunternehmen.

In der Stererklärung 2006 für ein zweites Unternehmen (e.K.) wird noch ein einziger Umsatz über EUR 300,00 im Januar 2006 mit in der Erklärung des zweiten Unternehmens korrekt ausgewiesen. Der Unternehmer erhält schon für 2006 und alle weiteren Jahre danach keine Aufforderung mehr zur Abgabe der jährlichen Steuererklärung für das im Feb 2006 gelöschte Unternehmen.

Ende 2010 erfolgt der private Verkauf der Internet-Domain des gelöschten Unternehmens, dass im Feb 2006 einen Wert von rund EUR 100,00 (Sedo.de) hatte, nun aber erheblich teurer verkauft werden konnte. Das Finanzamt will nun die Mehrwertsteuer und hat ein Betrugsverfahren angestrengt, das im Moment ruht. Das Amt geht davon aus, dass das im HR gelöschte Unternehmen weiter bestand, da der Einzelunternehmer im Feb 2006 nicht auch beim Ordnungs- und Wirtschaftsamt HH das Unternehmen austragen ließ, annehmend, dass das durch die HR-Löschung automatisch erfolgt sein würde. Die Austragung erfolgte 2010 rückwirkend zum 28.02.2006, so dass nun eine Verbindung konstruiert wird.

Das Finanzamt hat die Annahme, dass die Austragung des Unternehmens beim Ordnungs- und Wirtschaftsamt automatisch durch die HR-Löschung miterfolgt ist, nach Meinung des Einzelunternehmers zumindest unterstützt, da es keine Aufforderung mehr zur Abgabe einer Steuererklärung gegeben hat, so wie die Aufforderung dazu jedes Jahr für das zweite Unternehmen im September eintrifft.

Jetzt die wichtige Frage: Muss das Finanzamt eine Aufforderung zur Steuererklärung einem Unternehmen zusenden, wenn die Abgabe fristgerecht nicht erfolgt und auch keine Schätzung erfolgen? Oder ist es nur eine KANN-Bestimmung?

Und die zweite Frage: Darf ein Unnternehmer, der sein Unternehmen im HR gelöscht hat und vom Finanzamt danach keine Aufforderungen mehr zur Abgabe einer Steuererklärung erhält, davon ausgehen, dass das Unternehmen auch als Kleinunternehmen nicht mehr weiter besteht?

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