Kann ein Grundstück was auch betrieblich genutzt wird, im Privatvermögen bleiben?

2 Antworten

Der Steuerberater hat recht, denn wenn Unternehmer im Eigentum stehende Immobilien für ihr Unternehmen nutzen, gehören diese Immobilien zwangsläufig zum steuerlichen Betriebsvermögen.

Daraus resultiert: Während Immobilien des Privatvermögens nach Ablauf der Veräußerungsfrist des privaten Veräußerungsgeschäftes von zehn Jahren vollkommen steuerfrei veräußert werden können, bleiben Immobilien im steuerlichen Betriebsvermögen eines Unternehmens komplett steuerverfangen.

Das Problem ist, dass § 8 EStDV wahrscheinlich auch nicht hilft. Die Folgen, die du beschreibst, treten wohl trotzdem ein.

Guck mal in die Richtlinien, da wird das weiter ausgeführt.

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@EnnoBecker

Ich sehe dieses Gebäude auch nicht als unselbständig, da es wohl nicht der eigentlichen Nutzung als Gebäude dient.

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@Carabella

Ich hab es:

EStR 4.7 (2) Satz 4:

Aufwendungen für einen Grundstücksteil (einschließlich AfA), der eigenbetrieblich genutzt wird, sind ... auch dann Betriebsausgaben, wenn der Grundstücksteil wegen seines untergeordneten Wertes (§ 8 EStDV, R 4.2 Abs. 8) nicht als Betriebsvermögen behandelt wird.

In R 4.2 Abs. 8 hat der Richtliniengeber nur § 8 EStDV abgeguttenbergt.

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Die Antwort darauf hat § 8 EStDV für dich zur Hand:

Eigenbetrieblich genutzte Grundstücksteile brauchen nicht als Betriebsvermögen behandelt zu werden, wenn ihr Wert nicht mehr als ein Fünftel des gemeinen Werts des gesamten Grundstücks und nicht mehr als 20.500 Euro beträgt.

Oder eben so......

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@Carabella

Hallo,

vielen Dank für die Hilfe, leider weiß ich keinen Verkehrswert für das gesamte Grundstück, nur den Einheitswert. Aber ev. kann ich da ja noch was errechnen.

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@Annaha

Na, mit dem EW kannst du leider nicht viel anfangen. Höchstens die gewerbesteuerliche Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG. Und der scheitert dann wieder am "Betriebsvermögen".

(Oder hat die Gewerbesteuer eine andere Definition für BV?)

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Teilkauf eines belasteten Grundstücks

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte einen Teil des Grundstücks meiner Mutter abkaufen.

Auf dem Grundstück befindet sich ein Mehrfamilienhaus, welches im Jahre 2004 mit Hilfe einer Finanzierung über die Sächsische Aufbaubank jetzt L-Bank Baden Württemberg modernisiert wurde.

Das Haus und auch das Grundstück sind durch die Finanzierung belastet.

2005 geriet meine Mutter meines Erachtens aufgrund von Unterfinanzierung in Zahlungsschwierigkeiten bei zwei Handwerksfirmen und eröffnete eine Privatinsolvenz. Sie hatte ein gutes Einkommen und alle Gläubiger konnten durch eine vorbildliche Insolvenzführung bedient werden. Das Haus war laut Aussage der Bank nicht Bestandteil der Insolvenzmasse und ist somit auch heute noch mit Schulden belastet und kann jederzeit durch die Bank trotz Abtretung aller Mieteinnahmen versteigert werden.

Ich komme also mit der Planung meines Vorhabens nicht weiter, denn ein sicherer Grund und Boden sind die Voraussetzung dafür.
Wenn ich nun einen Teil des Grundstücks erwerben und bebauen möchte, möchte ich nicht, dass der Teil meines erworbenen Grundstücks durch Altschulden belastet bleiben.

1 - Wie gehe ich in solch einem Falle vor?

2 - Wie trete ich als potentieller Käufer und meine Mutter als Verkäufer der Bank gegenüber?

3 - Ist es für meine Mutter sicherer trotz der niedrigen Zinsen aus der Förderbank durch beispielsweise die Sparkasse umzuschulden? Oder bekommt sie durch die vergangene Insolvenz keinen weiteren Kredit, obwohl das Haus als Sicherheit dient?

Vielen Dank für ihre Antwort.

lebegarten

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Betriebsaufgabe geplant - wie vorgehen?

Hallo Foristi,

ein lockerer Bekannter und ehemaliger Geschäftspartner will seine freiberufliche Beratertätigkeit altersbedingt zum Jahresende aufgeben und endgültig nach Mallorca gehen.

Er hat die ganzen Jahre hindurch per E/Ü-Ermittlung seinen Gewinn ermittelt, ordnungsgemäß USt berechnet und abgeführt.

Er hat selbst die Buchhaltung geführt. Sein "Büro" beschränkte sich auf einen Telefonanschluß, einen Laptop und einen Drucker, sowie ein Handy - kein Kfz im Betriebsvermögen. Betriebliche Rückstellungen gibt es auch nicht. Angestellte gab es nicht - eine klassische Einmann-GbR also.

Nun zur eigentlichen Frage:

Wie soll er nun vorgehen? Dem Finanzamt formlos (?) mitteilen, dass er seinen Betrieb zum Jahreswechsel aufgibt? Umsatzsteuervoranmeldung zum 10 01.2015 einreichen und Jahresumsatzsteuermeldung für 2014 erstellen und ebenfalls im Januar 2015 einreichen?

Seine Büroausstattung ist schon längst abgeschrieben, steht also mit je 1 € im Anlageverzeichnis. Diese Ausstattung will er in sein Privatvermögen übernehmen, da die Geräte zu alt sind um sie noch zu verkaufen. Laptop und Drucker sind über 5 Jahre alt. Das Handy ist noch älter.

Wie soll er einen Wert dafür ermitteln? Muss er das überhaupt oder gilt der "Buchwert"?

Da ich kein Steuerberater bin und davon wirklich keine Ahnung habe, stelle ich hier diese Frage natürlich auch aus eigenem Interesse - schließlich werde ich in ein paar Jahren in eine ähnliche Situation geraten. ... Mallorca reizt mich nämlich auch als Ruhesitz ...;-)

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