Gerät auf der Arbeit kaputt gemacht. Wer zahlt?

3 Antworten

Ich muss wohl leider in eigener Sache mitteilen, dass gefährliches Halbwissen von Leuten die kein Fachwissen bei dieser Thematik haben, sich doch besser auf das Frage stellen beschränken sollten.Dies soll kein Angriff an irgendjemanden sein, sondern soll als guter Rat und reiner Hinweis sein.

Nun zur eigentlichen Sache:

  1. Eine Betriebshaftpflicht sichert den Arbeitgeber nur gegen Fremdschäden, in dem konkret geschilderten Fall am Patienten/Kunden und Dritten gegenüber ab.Eigenschäden sind grundsätzlich seperat zu versichern durch den Arbeitgeber(sprich das allgemeine Betriebsrisiko trägt allein der AG)
  2. Ein Arbeitnehmer ist grundsätzlich bei einfacher Fahrlässigkeit(vergessen,kleiner Fehler/Unachtsamkeit) gegenüber dem Arbeitgeber niemals haftbar zu machen.(siehe Punkt 1-Betriebsrisiko!)
  3. Ein Arbeitnehmer haftet grundsätzlich nur bei grober Fahrlässigkeit(wissentlich/man nimmt trotz besseren Wissens einen Schaden in Kauf und Vorsatz(schädigende Absicht)
  4. Zudem müsste eine grobe Fahrlässigkeit gerichtsfest nachgewiesen werden vom Arbeitgeber.Hierbei haftet der Arbeitnehmer meist nur, wenn überhaupt, maximal nur in Höhe der Selbstbeteiligung der Betriebshaftpflicht, da der AG ja sein risiko selbst absichern muss(Punkt 1).(dies wäre z.B.auch eine Höherstufung bei Kfz)/Quotelung nach Verschuldensgrad etc. Hier hat man ja bei Regressforderungen des Arbeitgebers auch Schutz über die eigene Privathaftpflicht(siehe eigene Bedingungen/individuelle Ausschlüsse/Vereinbarungen)

In Ihrem Fall wäre ein Regressanspruch sehr zweifelhaft, da der AG meiner Ansicht nach ja durch Unterlassen(entsprechende Unterweisung/Schulung) schuldhaft den Schaden verursachte.Ich kann Sie also beruhigen.Sollten Regressforderungen gestellt werden, einfach an die Privathaftpflicht weiterleiten.Diese lehnt ggf die unberechtigten Ansprüche eigenständig ab.

Mit freundlichen Grüßen,

Benjamin Stieß

Versicherungsfachmann IHK

Sehr gute und einzig richtige Antwort. Ja viele Antworten hier sind nur Halbwissen und Unsinn.

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Ist die Praxis deines Chefs denn nicht gegen sowas versichert? Für sowas gibt es doch eine betriebliche Haftpflicht ...

Es passiert doch täglich, dass Mitarbeiter während der Arbeit, in welchen Branchen oder Betrieben auch immer, etwas kaputt machen. Sprich, DU kannst in diesem Fall natürlich nicht haftbar gemacht werden!

Etwas anderes wäre es höchstens wenn du dieses Gerät mutwillig und mit voller ABSICHT zerstört hättest. Dann müsste geprüft werden, ob man dich haftbar machen kann.

Aber da dies nicht der Fall ist, passiert auch nichts :)

Edit: Mal als Beispiel: Wenn du im Supermarkt aus Versehen an ein Regal stößt und ein paar Gläser kaputt gehen, musst du das bezahlen? Nein ... betriebliche Haftpflicht des Marktes übernimmt das

Mir ist in unserem Betrieb bei der Arbeit auch mal was zu Bruch gegangen ... zahlt auch die Haftpflicht des Betriebes..

Abgesehen davon ist das schon ziemlich erbärmlich von deinem Chef .. eine seit 1 Monat ausgelernte Angestellte ein teures Gerät zahlen lassen zu wollen. Menschlich ist das schon sehr schwach...und wenn er nicht gegen sowas versichert ist, ist das sein Problem!

Falls sich das nicht klärt und du in einer Gewerkschaft bist, kannst du den Fall dort schildern. Ansonsten hilft dir auch jeder Anwalt für Arbeitsrecht weiter (kostet allerdings, wenn du keine berufliche Rechtsschutz hast)

Wer zahlt den Folgeschaden ?

Vorletztes Wochenende wurde es in unserer Stadt sehr kalt. In vielen Straßen gab es einen Wasserrohrbruch. Die Stadtwerke und seine Auftragsnehmer/ Subunternehmer hatten echt viel zu tun.

Wie auch bei uns in der Straße. Sonntagmorgen gegen 9.00 Uhr wurde das Wasser von jetzt auf gleich abgestellt. Den ganzen Tag waren wir alle in der Straße ohne Wasser. Nachfragen, wann denn wieder mit fließenden Wasser zu rechnen sei - wurde mit Achselzucken beantwortet.

Gegen 19.00 Uhr lief das Wasser wieder. Total dunkel, mit starken Ablagerungen drin.

Zwei Tage später hatte ich einen Schaden an meiner Heizung - die Umwälzpumpe tropft. Heizung und Warmwasser sind miteinander gekoppelt. Mein Nachbar in unserer Reihenhauszeile hatte das gleiche Problem. Innerhalb von wenigen Stunden war das Tropfen ein echtes Problem. Während des abgestellten Wassers ist die Umwälzpumpe/Zirkulationspumpe leer gelaufen. Diese musste ausgetauscht werden. Kostenpunkt: 300,00 Euro. Die Rechnung des Handwerkers flatterte heute ins Haus.

Wer haftet für einen solchen Schaden? Tritt da eine Versicherung ( Gebäude- oder Hausratversicherung ) für ein ? Hat die Stadtwerke eine Benachrichtigungspflicht ? Kann man von mir verlangen, dass ich so weit denke, die Heizung in einem solchen Falle und bei dieser Kälte auszuschalten ?

Daran habe ich nämlich nicht gedacht - ich hatte schon genug mit dem Problem : "kein Wasser" zu tun. Kein Kaffee, kein Tee, kein kochen, keine Klospülung, keine Waschmöglichkeit. Hätte nicht viel gefehlt, und ich wäre Schnee sammeln gegangen.

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