Zu hoher Stromverbrauch - Zähler kaputt?

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Es ist schon erstaunlich, dass bei fast jedem zweiten Fall von zu hohen Energiekosten als erstes der Stromzähler im Hauptverdacht steht obgleich das nur in einem Bruchteil aller derartigen Vorkommnisse der Fall ist, aber - es ist sehr wohl möglich - wenn auch die Stromzähler normalerweise dazu neigen eher zu Gunsten des Kunden falsch zu gehen.

Hauptursache für einen zu viel oder sogar um Extremwerte zu viel zeigenden Zähler ist meist ein Defekt an der magnetischen Wirbelstrom-Bremse, der z. B. durch Manipulationsversuche (z. B. eines Vormieters) oder durch andere extreme mechanische Beanspruchung (z. B. Sturz beim Transport) ausgelöst werden kann. Nicht ausgeschlossen sind auch elektrische Defekte (wenn auch selten) oder schadhafte Zählwerke.

Es wurde hier schon X mal beschrieben aber hier nochmals wiederholt.

Sehr oft handelt es sich um einen Ablesefehler bei der letzten oder einer vorangegangenen Ablesung. Böse Überraschungen kann man hier vermeiden, wenn man sich regelmäßig (z. B. monatlich) jeweils zum gleichen Datum die Zählerstände nummeriert und die Verbrauchswerte vergleicht. Wenn man mit EXCEL die Datumsdifferenz zur Berechnung nutzt braucht man sich wegen einer Ablesung immer zum gleichen Tag im Monat keine großen Gedanken machen.

Wenn der Verdacht auf den Zähler fällt, dann kann man das sehr schnell und einfach selbst überprüfen, bevor man eine kostspielige und vielleicht negative Prüfung durch den Netzbetreiber anleiert.

Erste Grundübung ist es, alle Sicherungen zu trennen und dann zu beobachten ob der Zähler auch zu 100 % still steht. . Ist das nicht der Fall, dann gibt es einen gravierenden Fehler in der Anlagenverdrahtung der umgehend durch einen Fachmann behoben werden muss.

Für die eigene private Prüfung des Zählers besorgt man sich eine 100 Watt herkömmliche Allgebrauchs-Glühbirne (man bekommt sie z. B. problemlos noch bei Amazon und auch noch in vielen Ladengeschäften) und man sucht sich einen Raum, der keine fest angeschlossenen Geräte hat. Nur für diesen einen Raum aktiviert man die Sicherung und schraubt dort als einzigen Verbraucher die 100 Watt Glühbirne ein. Am geeignetsten ist hier eine Glühlampenfassung an einer Anschlussleitung mit Netzstecker. Diese Methode erlaubt die parallele Prüfung mit einem handelsüblichen Energiemessgerät (die auch anzeigt welche tatsächliche Leistung die Glühlampe hat).

Achtung! Beim Kauf eines Energiemessgerätes auf den ausgewiesenen Eigenverbrauch des Gerätes achten und nicht unbedingt die allerbilligste Ramschware kaufen.

Die gängigen Ferraris-Stromzähler haben eine Aluscheibe mit einer Markierung, die typisch 75 (oder auch 150) Umdrehungen pro kWh Energiedurchfluss macht. Der Wert steht auf dem Zähler und gegebenenfalls muss man für andere Werte entsprechend umbrechen.

Für das Beispiel mit 75 Umdrehungen/kWh verursacht eine 100 Watt Lampe also 7,5 Umdrehungen pro Stunde, eine Umdrehung Dauert also genau 8 Minuten = 480 Sekunden. Man sollte sich also diese 8 Minuten + sonstige Wartezeit nehmen und eine Umdrehung genau messen. Dabei sollte man natürlich eine eindeutige Marke am Zifferblatt für Beginn und Ende wählen, da man sonst gleich einmal einiges an Ungenauigkeit zusammen bringt. Wenn die Zeit für eine Umdrehung viel kürzer als eine Minute ist kann am ja zur Sicherheit nochmals prüfen ob wirklich alles andere Haus ist und die Messung wiederholen. Wenn sich der Wert bestätigt, dann ist der Zähler im ernsthaften Verdacht und wen er wirklich schadhaft ist, dann geht auch die Überprüfung auf Kosten des Strombetreibers.

Wenn man nahe unter den 8 Minuten ist, dann ist noch nicht gesagt ob wirklich der Zähler oder ein kleiner Fehler bei der Auslösung der Stopp-Uhr die Ursache ist.

Man kann den Versuch natürlich auch mit anderen rein ohmschen Verbrauchern z. B. Heizgeräten mit bekannter Leistung machen. Dabei muss man natürlich darauf achten, dass es keine geregelten oder anderweitig gesteuerten Geräte sind. Eine Parallelmessung ist aber auch hier empfehlenswert.

Wenn der Zähler doch ausgeschlossen werden muss, dann geht die Suche nach dem Schuldigen unter den eignen Verbrauchern los, aber dazu gibt es hier schon hunderte Ratschläge auf GF.

vielen dank, mal schauen was bei rauskommt

Es gibt Messgeräte, die man zwischen Steckdose und Verbraucher setzen kann. Besorgt euch ein solches (kostet nicht all zu viel, und teilweise kann man diese auch bei Stadtwerken leihen).

Setzt dieses Messgerät zwischen jeden Verbraucher und schaut, was das Gerät verbraucht. Dann könnt ihr identifzieren, ob eventuell ein Gerät defekt ist. Bei einer 60m² Wohnung dürften es ja nicht all zu viele sein.

Wenn ihr komplett sicher gehen wollt, dann könnt ihr diese auch aufsummieren. Sollte ein komplett anderes Ergebnis als beim Stromzähler raus kommen, dann nochmal bei eurem Stromanbieter (Vattenfall) melden und die Stromzähler überprüfung anfordern. Vattenfall ist dazu verpflichtet dies zu tun, wenn es auf ausdrücklichen Kundenwunsch passiert. Sollte allerdings dabei heraus kommen, dass der Zähler richtig misst, dann müssen Sie die Kosten selbst tragen. Sollte der Zähler tatsächlich defekt sein, wird der Austausch von Vattenfall bezahlt und ihr habt gute Chancen, die Nachzahlung nicht berappen zu müssen. Eventuell wird der Verbrauch von letztem Jahr berechnet.

Vattenfall MUSS den zähler nur wechseln, wenn die Eichfrist überschritten ist. anderenfalls bieten stromanbieter in der regel an, den Stromzähler gegen eine Pauschale von 150 € oder so zu wechseln und zu überprüfen. ergibt die überprüfung eine falschmessung außerhalb des toleranzebreiches von immerhin 6% zu deinen Gunsten oder Ungunsten, dann ist die Maßnahme für den Kunden kostenlos. anderenfalls werden die besagten Gebühren fällig.

Eine falschmessung kannst du über die Laufgeschwindigkeit der Scheibe überprüfen, wenn die zu messende Last bekannt ist. z.b. ein Heizlüfter mit 2 kW oder ein baustrahler mit 500 Watt..

beweiskräftig ist das verfahren natürlich nicht, aber an hand dieses kannst du wenigstens schon mal das gröbste ausschließen.

ALLES auschalten bis auf den besagten verbraucher. dann die gschwidnikeit der scheibe abstoppen.

gehen wir davon aus, dass sie je kWh 75 Umdrehungen macht. auf dem Zähler steht dann "75 U/kW"

darauf aufbauend bedeutet das mit dem 500 Watt strahler (0,5 kW) 75 Umdrehungen in 2 Stunden oder besser gesagt 37½ umdrehungen in einer stunde oder 3600 Sekunden.

nach dem guten alten dreisatz sollte die Scheibe für einen Umlauf also 96 Sekunden brauchen....

braucht sie mehr als 102 Sekuden, oder vor allem weniger als 90, dann ist davon auszugehen, dass der Zähler außerhalb der tolleranz misst.

ein anderes verfahren wäre es, einen 2. geeichten zähler direkt nach dem Zählerabgang zu installiren um dann dessen messergebnis mit dem messergebnis des orginal vorhandenen Messinstromentes abzugleichen. den EInbau muss allerdings eine elektrofackhraft übernehmen. je nach aufwand kann das durchaus eine stunde in anspruch nehmen, die kosten für das Messgerät und den einbau müsstest du als auftraggeber auch übernehmen, eine chance auf rückerstattung besteht allerdings nicht, da wird sich vattenfall wohl darauf berufen, dass sie dir ein entsprechendes angebot gemacht hätten.

lg, Anna

danke das werde ich mal versuchen wenn ich zu hause bin.

mit einem Messgerät die meisten geräte auf den verbrauch messen,wenn keins auffälig,dann stimmt was nicht.entweder stromklau,ablesefehler,oder zahlendreher bei vattenfall! Stromzähler messen mit der zeit eher weniger als mehr! ein Messgerät sollte man schon haben!

ablesefehler und stroklau sind es nicht. wir lesen jetzt jeden tag ab und fallen immer fast vom glauben ab wie viel wir angeblich verbrauchen... zahlendreher erklärt auch nicht den hohen stromverbrauch

@tinybubble

benutz mal für einen tag nur kaltes wasser und lass den boiler mal weg!

am besten geht ihr dann mal ausnahmsweise einen tag lang nicht duschen (der forschung zuliebe XD) und verbraucht auch sonst kein warmwasser

@blacksheepkills

wenn wir nicht da sind verbrauchen wir kein warmes wasser und der verbrauch ist trotzdem so hoch...

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