Werkstatt handelt Fahrlässig

7 Antworten

I. d. R. wirst Du nach einem Reifenwechsel in einer Werkstatt darauf hingewiesen, dass die Radmuttern nach ca. 50 km nachgezogen werden müssen, weil sie sich lockern könnten.

Wenn Deine Eltern nachweisen können, dass sie von der Werkstatt nicht darauf aufmerksam gemacht worden sind, haben sie möglicherweise tatsächlich Anspruch auf eine Entschädigung. Im Zweifel würde ich sowas aber vorher mit einem Anwalt besprechen.

Anspruch auf eine Entschädigung

Ja die Werkstatt muss die verlorene Schraube ersetzen.

Normalerweise ist es "professionell", dass nach dem Reifenwechsel die Kunden nochmal darauf hingewiesen werden, die Schrauben nach einigen gefahrenen Kilometern SELBST nochmal nachzuziehen, weil die sich sonst lockern können.

Wenn das durch die Werkstatt erfolgt ist, haben sie nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und sind nicht belangbar.

Ein Straftatbestand ist hier nicht verwirklicht, zumal ja auch nichts passiert ist. Oder ist ein Schaden entstanden?

Selbst, wenn ein Sachschaden entstanden wäre, wäre das nur zivilrechtlich von Belang - eine fahrlässige Sachbeschädigung gibt es im StGB nicht. Da müsste es schon zu einem Personenschaden gekommen sein (=> fahrl. Körperverletzung).

Nach jeder Reifen- bzw.  Felgenmontage müssen nach ca. 50 km die Radmuttern nachgezogen werden. Das liegt in der Verantwortung des Fahrzeugführers, und nicht in der der Werkstatt.  Diese muss nur darauf hinweisen. 

Hat deine Mutter nicht nach 50 km die Radbolzen überprüft oder überprüfen lassen, ust das alleinig ihr Problem.

Montierte(saubere Nabe und Felgensitz)und mit richtigem Drehmoment angezogene Radschrauben lösen sich eigentlich nicht mehr.

Bei neuen Reifen, die das 1.te Mal montiert werden, sollte man allerdings nachziehen.....

@BEAFEE

An meinem letzen Wagen konnte ich machen was ich will, habe die Naben ordentlich gesäubert, die Felgen auf der Auflagefläche abgeschmiergelt und trotzdem konnte ich sicher sein dass die Radschrauben an mindestens einem Rad wieder lose waren wenn ich die Radschrauben nach Vorschrift mit dem richtigen Drehmoment festgezogen hab. Da es mir zu unsicher wurde hab ich die Radschrauben dann weitaus fester zugedreht (wie es bei Reifendiensten beinahe üblich ist, dieses Nachknacksen machen die eigentlich nur als Showeinlage, die Schrauben sind da bereits weitaus fester).

Das kann sogar ganz gut sein dass diese Werkstatt die Räder ordnungsgemäss festgezogen hat. Fraglich ist nun ob sie den Hinweis erhalten hat dass die Räder nach 50Km nachgezogen werden müssen.

Das Problem ist dass man nicht ausschliessen kann dass sich Räder nach dem Anschrauben noch etwas setzen, durch Verunreinigungen oder Oxyd an den Auflageflächen das sich noch rausarbeitet. Deshalb ist ein Nachziehen vorgeschrieben, Kunden müssen darauf hingewiesen werden. Die Werkstatt wird aber sicherlich behaupten dies getan zu haben und da Deine Mutter nicht zum Nachziehen kam haben die Nichts falsch gemacht (zu Mindest wird man denen Nichts können).

Die meisten Reifendienste machen es daher gleich anders. Die knallen auf voller Stärke ihrer Schlagschrauber die Räder einfach fest, eigentlich maßlos zu fest (musst mal probieren eine von denen angezogene Radschraube von Hand wieder zu lösen). Die Kunden kommen ohnehin nie zum Nachziehen, so umgehen sie dass sich die Schrauben noch lösen. Hinterher sehe ich dies als Showeinlage wenn sie mit dem Drehmomentschlüssel herumknacksen, bewegt wird da keine Schraube mehr, müssten es aber.

Schraubt man Räder gewissenhaft fest, verzichtet beim Anschrauben auf den Schlagschrauber (den man bei Alufelgen eigentlich überhaupt nicht benutzen darf) und zieht die ganz sauber mit dem Drehmomentschlüssel fest kann man fast sicher sein dass die Schrauben kurze Zeit später wieder lose sind.

Im Normalfall steht aber auch noch einem auf der Rechnung explizit drauf, dass man die Schrauben nach X km kontrollieren soll.

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