Wer hoch fährt hat Vorfahrt?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Begegnen sich zwei Autos auf schmalen schneebedeckten Bergstraßen, kann es passieren, dass sie nicht aneinander vorbeikommen. In diesen Situationen stellt sich den Betroffenen dann die Frage, wer wen vorbeilassen und wer seinen Wagen zurücksetzen muss. Der ADAC nennt die in den klassischen Alpenländern geltenden Bestimmungen:

Österreich und Deutschland: Weil in beiden Ländern der Vorrang auf Bergstraßen nicht ausdrücklich geregelt ist, darf weder der bergauf noch der talwärts Fahrende auf sein Vorrecht pochen. In aller Regel muss derjenige warten beziehungsweise zurücksetzen, dem dies aufgrund der örtlichen Verhältnisse und der Fahrzeuggröße leichter fällt. So muss beispielsweise der weitaus beweglichere Pkw einem schwer rangierbaren Bus oder Lkw ausweichen. Grundsätzlich sollten an winterlichen und oft glatten Steigungen Bergabfahrende den Bergauffahrenden die Vorfahrt lassen.

Schweiz und Frankreich: Nach dem schweizerischen und französischen Straßenverkehrsrecht muss bei gleichartigen Fahrzeugtypen bergauf fahrenden Wagenlenkern der Vorrang eingeräumt werden. Allerdings braucht der abwärts fahrende Pkw nicht zurücksetzen, wenn sich der entgegenkommende Autofahrer näher bei einer Ausweichstelle befindet. Außerdem müssen in beiden Ländern stets leichtere Fahrzeuge schwereren ausweichen. In der Schweiz haben zudem auf den "Berg-Poststraßen" - man erkennt sie an den Zeichen mit Posthornsymbol - Post- und Linienbusse grundsätzlich das Vorrecht.

Italien: In Italien muss man den Angaben zufolge auf Pass- und Bergstraßen Linienbussen stets den Vortritt lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie bergauf oder bergab fahren.

Meiner Meinung nach die hilfreichste Antwort.

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort :-)

Genauso kenne ich auch eine Regelung dass der Bergabfahrende Vorfahrt hat, der Hochfahrende kann besser anhalten. Allerdings ist es schon oft angewandte Praxis den Hochfahrenden vor zu lassen (was auch mir meist sinnvoller ist). Eine wirkliche Regelung darüber gibt es nicht, zu Mindest nicht in Deutschland. Nur den Paragraph 1, gegenseitige Rücksichtnahme. Je nach Situation ist dem Einen ein Anhalten eher zuzumuten als dem Anderen. Allerdings bin ich schon erstaunt dass Dorfbewohner untereinander genügend Rücksicht nehmen, das von Touristen zu erwarten ist wohl vergebens. Du könntest als Hochfahrender gegenhalten und wenn ihr dann voreinander steht könntest Du dem Flegel erklären warum er hätte anhalten müssen (sehr oft sind die sich das nichtmal bewusst). Um dies Allen beizubringen würdest Du Dir aber ne Menge Arbeit machen.

das ist leider nur eine nette, wenn auch logische, Geste. Ich kann mich erinnern, dass ich in den siebzigern in der Fahrschule gelernt hatte, dass bei einer Begegnung am Berg (ging damals um LKW) der den anderen fahren lässt, dem es leichter fällt wieder anzufahren, egal auf welcher Seite das Hindernis ist. In der STVO ist es leider nicht geregelt.

Wenn nichts dementsprechendes beschildert ist..können sich die Touris nur an die StVO halten..es ist ja nicht zu erwarten, daß sie die Geflogenheiten der Dorfbewohner kennen.

Das ist eine feste Vorschrift. Nur vergessen die meisten Menschen sogar die einfachsten und logischen Regeln, oder legen sich eigene Regeln fest und halten die dann für gültig.

Hi, :-) Vielen Dank für deine Antwort... Normalerweise ist mir das egal, allerdings habe ich das Gefühl das viele 'fremde' Menschen (vor allem Holländer) überhaupt gar nicht wissen wie gefährlich Schnee bedeckte Straßen sein können. Das 5 Meter von einer Kreuzung anfangen zu bremsen kommt auch noch dazu. Und dann wundern warum man einfach weiter schlittert ... Naja, so sind sie halt. :-)

Das ist eine feste Vorschrift.

Dann kannst Du sicher auch sagen wo das geregelt ist?

Was möchtest Du wissen?