Uniform und Uniformteile der Bundeswehr in der Öffentlichkeit tragen

7 Antworten

Da sollte das StGB für Aufklärung sorgen...

§ 132a Mißbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen

(1) Wer unbefugt

  1. inländische oder ausländische Amts- oder Dienstbezeichnungen, akademische Grade, Titel oder öffentliche Würden führt,
  2. die Berufsbezeichnung Arzt, Zahnarzt, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Psychotherapeut, Tierarzt, Apotheker, Rechtsanwalt, Patentanwalt, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Steuerberater oder Steuerbevollmächtigter führt,
  3. die Bezeichnung öffentlich bestellter Sachverständiger führt oder

4. inländische oder ausländische Uniformen, Amtskleidungen oder Amtsabzeichen trägt,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Den in Absatz 1 genannten Bezeichnungen, akademischen Graden, Titeln, Würden, Uniformen, Amtskleidungen oder Amtsabzeichen stehen solche gleich, die ihnen zum Verwechseln ähnlich sind.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Amtsbezeichnungen, Titel, Würden, Amtskleidungen und Amtsabzeichen der Kirchen und anderen Religionsgesellschaften des öffentlichen Rechts.

(4) Gegenstände, auf die sich eine Straftat nach Absatz 1 Nr. 4, allein oder in Verbindung mit Absatz 2 oder 3, bezieht, können eingezogen werden.

Würde es Sinn machen, sich beim Ordnungsamt, oder der Polizei zu erkundigen, um einer Strafanzeige Einhalt zu gebieten.

Müssen die Betreiber des Bundeswehr- und Freizeitshops sich mit der Rechtslage im Bezug auf das Tragen der Kleidungsstücke in der Öffentlichkeit auskennen, damit ich nicht unbedingt bei der Polizei anrufen muss.

Meinen Anwalt möchte ich auch nicht fragen, da er mir sonst einen Betrag für ein Beratungsgespräch berechnet.

Ich stelle mir nur die Frage, was der Träger der Uniform dafür kann, wenn ein Außenstehender (Passant), eben diesen für einen aktiven Soldaten hält.

Das Erwecken des Anscheins, Amtsinhaber, in diesem Falle Soldat zu sein, ist laut §132 StGB unter Strafe (Ordnungswidrigkeit) gestellt.

Das StGB berücksichtigt auch immer die Absicht. Das bedeutet, solange Du Dich nicht aktiv und bewusst als Soldat ausgibst, um z.B. jemanden zu täuschen, Dir irgendwo Zugang zu verschaffen oder Dir Vergünstigungen zu beschaffen, solange passiert Dir auch nichts. Die Flaggen an den Ärmeln kann man übrigens ebenso wie die Kokarde an der Mütze mit einem Messer abtrennen. Man kann die Bekleidung auch einfärben, dann bleiben die Eigenschaften erhalten, aber man sieht deutlich, dass es sich nicht um die Uniform eines aktiven Soldaten handelt.

Nun noch eine persönliche Meinung. Ich finde es total albern, wenn ich Leute sehe, die komplett wie Soldaten angezogen sind. Eine Hose okay, ein Parka okay, aber komplett, mit Stiefeln und sogar Feldmütze, das geht in meinen Augen gar nicht. Solltest Du wieder aktiver Soldat werden, dann hat das übrigens ein Ende, denn dann darst Du keine Uniformteile mehr wahllos tragen, unabhängig davon, ob sie dienstlich geliefert oder privat beschafft sind.

Dann stelle ich mir die Frage, wie man sich gefahrlos im Wald bewegen soll, wenn man keine Stiefel trägt, die vor allem die Knöchel schützen.

Mit dem Kampfstiefel DMS der Bundeswehr habe ich zudem gute Erfahrungen gemacht, vorrangig im Bereich Tragekomfort, zusammen mit orthopädischen Einlagen, bei Knick-Senkfüßen.

Außerdem trage ich die Kampfstiefel der Bundeswehr, da man wie bereits erwähnt, eben diese im Anschluss behalten darf.

Warum sollte ich diese dann nicht auch tragen, bevor sie im Schrank verkommen ;-)

Grade, weil meine Orientierungsmärsche am Wochenende stattfinden und ich zumeist von Freitag bis Sonntag, sogar nachts unterwegs bin, sind die Stiefel hervorragend zum Marschieren durch unwegsames Gelände, wie z.B Wälder geeignet.

Die Feldmütze schützt mich vornehmlich im Sommer, vor zu hoher Sonneneinstrahlung.

Ebenso wie mit den Kampfstiefeln, habe ich auch mit der Bekleidung der Bundeswehr erstklassige Erfahrungen gemacht.

Stellt das Vorhandensein der Flagge der Bundesrepublik Deutschland denn eine Straftat (Ordnungswidrigkeit) nach dem §132 StGB dar !?

Weshalb soll ich unnötig, an der Kleidung rumschnippeln !?

Ich weiß auch, dass das nicht mehr möglich ist, wenn ich wieder aktiv dabei bin :-)

Gruß

Soldat 1991

Leute, Leute, Leute! ...Kopf schüttel...

Ich frage mich gerade ernsthaft, ob wir im kalten Krieg in einer komplett anderen Armee gedient haben! Was bringt man Euch eigentlich für einen Blödsinn bei?

Also, mein lieber fragender SaZ a.D.,

Die einzige Bundeswehruniform, welche Du mit allem Drum und Dran tragen darfst, ist die Moleskin steingrau-oliv-antik! Warum? Weil sie kein offizielles Ausrüstungsteil unserer Bundeswehr mehr ist. Alles, was danach kommt ist schon allein durch die Genfer Konventionen geregelt! Wer Uniformteile mit Hoheitsabzeichen trägthat automatisch Kombattantenstatus und ist somit nach dem Kriegsvölkerrecht zu behandeln. Wer Uniform oder auch nur Teile davon trägt, auf welchen Hoheitsabzeichen zu sehen sind und nicht Angehöriger dieser entsprechenden Armee ist, verliert sofort den Kombattantenstatus, gilt somit als Spion und darf standrechtlich abgeurteilt und entsprechend bestraft werden!

Das zusätzliche Anbringen von Dienstgradklappen bedient zusätzlich den Paragraphen bzgl. verbotenem Tragen von Orden- und Ehrenzeichen, sowie den Straftatbestand der Amtsanmaßung!

Mit Verlaub, mein guter SaZ, das sind Dinge, die eigentlich der Mutter der Kompanie und auch Dir, so wie jedem Zeit- und Berufssoldaten (zumal mit höherem Dienstgrad) bekannt sein müsste!!!

Fragen hierzu? Keine? Weiter machen!

Also ein Leutnant sagte mir mal wenn ich das Hoheitsabzeichen und die Rang-Abzeichen abdecke darf ich wie ein Soldat herumlaufen. :)

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