Überstundenverfall auch bei Arbeitsunfall?

3 Antworten

Wie @Tina2012 schon richtig geantwortet hat, der AG darf die Stunden abziehen.

Egal ob "normale" Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit wegen eines Betriebsunfalls, der AG bezahlt nach dem Entgeltausfallprinzip.

Entgeltausfallprinzip bedeutet dass ein AN bei Krankheit vom AG so bezahlt werden muss als hätte er gearbeitet. Du hast den freien Tag schon vorher beantragt und genehmigt bekommen. Daher wird Dir dieser Tag zwar bezahlt aber mit den Überstunden verrechnet. Du hast morgen keine geplante Arbeit also keine Entgeltfortzahlung. Geregelt ist das im § 4 Entgeltfortzahlungsgesetz.

Anders wäre es nur bei Urlaub. Hättest Du keinen Überstundenabbau sondern Urlaub beantragt, würde der Tag ohne Urlaubsabzug zu bezahlen. Dies wird im Bundesurlaubsgesetz geregelt.

Nein, Du bist ja krank geschrieben worden und zwar wegen Arbeitsunfall. Den Freizeitausgleich kann Dein Chef nicht einfach streichen, sondern die Zeit muß gutgeschrieben werden.

wo hast du den die Weisheit her?

@Tina2012

Freizeitausgleich im Krankheitsfall

Amtlicher Leitsatz: Der in § 17 Abs. 5 BAT vorgesehene Überstundenausgleich durch bezahlte Arbeitsbefreiung ist grundsätzlich auch während einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit möglich. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Zeiten der Arbeitsbefreiung schon vor dessen Erkrankung bekannt gegeben hat. (BAG, 7. Senat am 04.09.1985, 7 AZR 531/82) 1. Ein (vertraglich) vorgesehener Überstundenausgleich durch Freistellung von der Arbeit ist grundsätzlich auch während einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit möglich (vgl. u.a. BAG vom 21.08.1991 - 5 AZR 91/91 -). Dies gilt jedenfalls dann, wenn bei Dienstplanerstellung im Schichtbetrieb die Zeiten der Arbeitsbefreiung schon vor der Erkrankung des Arbeitnehmers festgelegt und bekanntgegeben worden waren. 2. Ist zum Zeitpunkt der Dienstplanerstellung erkennbar, dass der Arbeitnehmer im vorgesehenen Zeitraum des Freizeitausgleichs weiterhin arbeitsunfähig krank sein wird, ist der Freizeitausgleich nachzugewähren oder gegebenenfalls abzugelten. (LAG Düsseldorf, am 06.06.2006, 16 (18) Sa 167/06)

http://www.schichtplanfibel.de/urteile4.htm

@Tina2012

Sieht die Sache bei einem Arbeitsunfall nicht etwas anders aus?

@Reanne

@Reanne, egal ob ein AN die Grippe bekommt, sich den Fuß bricht oder einen Arbeitsunfall hat, das Entgeltfortzahlungsgesetz macht hier keine Unterschiede

@Hexle2

Vielen Dank, man lernt nie aus.

Ja darf er ist sogar von den Gerichten so entschieden worden.

http://www.hlw-muenster.de/news_Arbeitsrecht-Zum-falschen-Zeitpunkt-krank_32.html

Im Krankheitsfall war mir das klar. Da steht auch nicht drin, ob es bei einem Arbeitsunfall anders geregelt ist. Es ist von krankheitsbedingter AU die Rede. In diesem Fall wäre es ja ein unfallbedingter Arbeitsausfall, oder sehe ich das falsch?

@sbaumi

Es ist völlig unerheblich, wie die Au entsteht. Das Entgeltfortzahlungsgesetz sieht hier einfach keinen usgleich vor.

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