Steuerschätzung,Konto- und Lohnpfändung, Steuererklärung, Kontoauszüge der letzen 5 Jahre?

7 Antworten

Das wichtigste ist, dass du dich mit dem Finanzamt in Verbindung setzt. Du solltest aber bei der Wahrheit bleiben.. einmal schreibst du, du hättest die Belege verloren und dann schreibst du, "Ich habe die Belege nicht verloren, aber das ist eine andere Geschichte".

Wie auch immer, wenn du willst, dass das Finanzamt den Gewinn noch abändert, dann musst du denen das darstellen.

Fiktion, du hast tatsächlich keine Belege mehr. Du kommst aber noch an die Bankunterlagen ran. Dann kannst du eine "grobe" Gewinnermittlung machen. Anhand der Kontobewegungen die Einnahmen bzw. Ausgaben darstellen.

Wenn dann ein niedriger Wert, als der geschätzte herauskommt, kannst du damit zum Finanzamt gehen (gehen ist hier wörtlich gemeint, mache dann einen Termin aus) und lege den Fall dar, ev. lassen die sich auf eine Berichtigung ein.

Wichtig, wenn du nicht mehr an die Belege kommst, wenn du nicht eine "grobe" Gewinnermittlung zustande bekommst, dann wirst du wohl mit den Schätzungsbescheiden leben müssen. Aber setzte dich auch dann mit dem Finanzamt in Verbindung. Erläutere denen warum es dir nicht möglich ist eine Gewinnermittlung bzw. Steuererklärung einzureichen. Wenn du das Finanzamt überzeugen kannst, werden die zumindest bei der Anmahnung der Steuererklärungen dich in Ruhe lassen.

Zum Thema pfänden: Das Finanzamt kann nur den Betrag pfänden, der ihnen im Rahmen der Pfändungstabelle zusteht. Die können sich trotzdem an deinen Arbeitgeber bzw. dein Bankkonto halten. Der Arbeitgeber zahlt dann sowieso nur im Rahmen der Pfändungsfreigrenzen. Beim Konto musst du dann den Weg übers P-Konto gehen.

Hi! Oh Mann, manche Dinge brauchts echt nicht. Steuerlich kann ich zwar eine Meinung sagen, aber das hilft Dir nicht weil ich kein Steuerberater bin. Dafür kann ich aber zum Thema Auszüge etwas sagen: mindestens 6 Jahre, die meisten Banken heben 10 Jahre Unterlagen auf, kannst Du Dir Kontoumsätze heraussuchen und bestätigen lassen. Das Stichwort dafür sind Umsatzübersichten - die müssten langen. Einzelne Kontoauszüge wird man eher nicht in grossem Umfang nacherstellen - das ist viel zu teuer. Mit den genannten 10 Euro pro Jahr wirst Du aber nicht hinkommen befürchte ich, weil das alles manuell gemacht werden muss. Und: aus dem Umsatz müssen die Absenderangaben des Auftraggebers zu erkennen sein. Ob man das bei der Übersicht so sieht musst Du nachfragen, anderenfalls muss der Beleg dazu noch gesucht werden. Ein Weg zur Bank bleibt Dir da nicht erspart um das zu klären. Hilfreich ist auf jeden Fall jede Rechnung, die Du evtl. Über die Auftraggeber zusätzlich noch auftreiben kannst. P-Konto ist hier auf jeden Fall angebracht aber auch da musst Du mal mit der Bank sprechen, da damit oft verbunden ist, dass Limite, Karten, onlinebanking usw. gesperrt wird. Viel Erfolg bei Deinen weiteren Bemühungen. Gruss

Wenn das Konto gepfändet wurde wird alles gepfändet was auf ihm eingeht (z. B. Ausbildungsvergütung) und zwar unabhängig davon, ob es pfändbar ist oder nicht, denn auf einem Girokonto gibt es keinerlei Pfändungsschutz mehr, wenn es nicht in ein pfändungsfreies Konto (P-Konto) umgewandelt wird - das sollte unverzüglich bei der Bank beantragt werden (Dauer der Einrichtung des P-Kontos max. 3 Bankarbeitstage)

Es können gleichzeitig Gehalt und Konto gepfändet werden.

Generell entbindet die Steuerschätzung nicht davon die Steuererklärungen abzugeben; das sollte unbedingt und unverzüglich nachgeholt werden.

Hierbei sind alle Einkünfte zu deklarieren (also auch aus nichtselbständiger Arbeit) - für die gewerblichen Einkünfte ist für jedes Jahr eine Einnahme- Überschußrechnung anzufertigen (sofern Du nicht bilanzierungspflichig warst).

Die Kontoauszüge können bei der Bank angefordert werden; was das kostet kommt auf die Bank an.

"Ich habe meine Belege verloren" - das ist kein gutes Argument.

Wenn zwischendurch keine Einnahmen erzielt wurden, ist das dem Finanzamt ggf. glaubhaft zu machen (wenn ein komplettes Jahr keine Einnahmen vorlagen dann Null Euro erklären).

Du kannst wahrscheinlich auch keine Betriebsausgaben belegen; daher kannst Du auch nichts steuermindernd abziehen - ggf. können aber Kosten für ein Arbeitszimmer (Büro) noch geltend gemacht werden und einige Fahrtkosten zu Agenturen (ergibt sich evtl. aus den angeforderten Rechnungen)....

Ich rate Dir dringend einen Steuerberater hinzuzuziehen, denn wir reden hier nicht "von Steuererklärung vergessen", sondern vom Verdacht der Steuerhinterziehung, der grundsätzlich im Raume steht, wenn Schätzungen aufgrund Nichtbeachten der Steuererklärungspflichten durchgeführt werden.

Vielen Dank für deine Antwort.

Ich habe die Belege nicht verloren, aber das ist eine andere Geschichte. Ich versuche nur das sinnvollste aus der Situation gerade zu machen.

Ich kann mir leider keinen Steuerberater leisten, weswegen ich wohl diese Aufgabe nun alleine bewältigen muss.

Pfändungen des Finanzamts erfolgen üblicherweise erst nach dem Fälligkeitstermin.

Der Fälligkeitstermin entspricht normalerweise dem Ende der Rechtsbehelfsfrist.

Also wird durch die Abgabe der Steuererklärungen keine Minderung der Steuerschuld möglich sein- ausgenommen Vorbehalt der Nachprüfung.

@Helmuthk

@ Hellmuthk

Vorbehalt der Nachprüfung habe ich jetzt vorausgesetzt aber es ist gut, daß Du das noch einmal explizit erwähnt hast...

@Helmuthk

Nochmals Helmuthk, Schätzungsbescheide werden immer unter dem Vorbehalt der Nachprüfung erlassen!

@Hefti15

@ Hefti15

FAST immer...

siehe AEAO zu § 162 AO - Randnr. 4.

@DerSchopenhauer

Richtig! Und in Nr. 4 Satz 3 steht, dass der Nachprüfungsvorbehalt bei der Veranlagung des Folgejahres grundsätzlich aufzuheben ist, wenn keine Außenprüfung vorgesehen ist und wenn auch aus eine Vollstreckungsverfahren keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden können.

Puh. Ganz schön kompliziert, ich versuche es mal mit Teilantworten. Ja, Du musst alle Einnahmen angeben. Auch von Agenturen, die nicht mehr existent sind. Die Bank müsste Dir die Kontoauszüge zur Verfügung stellen können. Ich habe immer nur für ein Jahr die Auszüge beantragt, Kostenpunkt 10 Euro. Ob das die Bearbeitungsgebühr für egal-wie-viele-Auszüge ist, kann ich nicht sagen. Aber ich würde behaupten, im schlimmsten Fall 10 Euro pro Auszugsjahr. Normalerweise geht bei Pfändung meines Wissens nur eins. Lohn oder Konto. Aber das FA ist gnadenlos und hat seine eigenen Gesetze. Ich würde in jedem Fall sofort ein P-Konto einrichten. Hast Du denn Chancen, dass die Nachzahlung bei Abgeben einer nachträglichen Steuererklärung geringer ausfällt oder spart man sich lieber den Aufwand und vereinbart gleich eine Ratenzahlung über die Schätzung mit dem FA?!? Alles keine tollen Antworten, vielleicht kann Dir jemand besser helfen. Nur falls keiner antwortet... Aber das P-Konto würde ich in jedem Fall machen. Viel Glück!

Danke dir erst einmal für die Antwort.

Ja Ratenzahlung habe ich bereits vorgeschlagen, die vom FA meinen aber, dass bei Schätzungen keine Ratenzahlungsvereinbarungen möglich seien.

Und ja, ich denke die Steuererklärungen zu machen macht sinn, da ich meines Wissens nach, fast jedes Jahr unter dem Jahresfreibetrag war.

Die Schwierigkeit besteht, darin alles mal zusammen zu finden.

Wie gesagt, danke dir ...

@LeryKrut

Wenn deine Bezahlung üblicherweise übers Konto gelaufen ist, wären Kontoauszüge schon mal eine gute Hilfe.

Wenn du für Kunde A etwas im Ort B gemacht hast, dann musst du ja auch dorthin gekommen sein und schon haben wird Fahrtkosten (Kosten). Könnte eine sehr mühselige Arbeit sein.

Welches Datum haben die Steuerbescheide?

Wenn schon Kontenpfändungen vorliegen, dürften die Steuerbescheide eigentlich schon rechtskräftig sein, denn die Pfändungen erfolgen üblicherweise erst, wenn innerhalb der Fälligkeit keine Zahlung erfolgt ist.

Es gibt dann für Dich nur eine Möglichkeit: Die Steuerbescheide sind unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergangen.

Wenn nicht und die Steuerbescheide sind - von heute her gesehen - vor dem 24.4.2015 datiert, hast Du keine Möglichkeit, eine Minderung der Steuerschuld zu erreichen.

Schätzungsbescheide sind immer unter dem Vorbehalt der Nachprüfung. 

Nur in Ausnahmefällen wird das Finanzamt diesen Vorbehalt aufheben. In fast allen Fällen lässt das Finanzamt den bestehen.

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