Sich weigern, Ticekt vorzuzeigen (Bahn)?

5 Antworten

Du solltest vielleicht mal in die Rolle eines Kontrolleurs schlüpfen. Der macht  seinen Job nicht, um die Fahrgäste zu ärgern, sondern um ihnen die Fahrt zu ermöglichen. Dafür gelten auch Spielregeln, die ihm bewusst sind. Am Besten funktioniert das Ganze, wenn auch der Fahrgast sich an die Regeln hält, was bei deinen Beispielen aber weniger der Fall ist.

1. Ein Kontrolleur kommt in der Regel nicht wie aus dem Nichts heraus und steht plötzlich vor dem Fahrgast. Normalerweise sieht man ihn durch den Gang kommen und hat Zeit, die Fahrkarte zu suchen. Wenn er sieht, dass man sie hat, wird er einem auch nicht unnötig aufhalten, weil man ja möglicherweise den Anschlusszug kriegen will. Wenn du dich sträubst, das Ticket zu zeigen, wird ein Kontrolleur automatisch an die Kategorie "Habe kein Ticket und will schnell raus, bevor ich erwischt werde" denken, die er sicher auch oft erlebt.

2. Ein Kontrolleur kennt sicher zur Genüge die Situation, dass ein Fahrgast das Ticket nicht sofort findet. Er wird dann sicherlich auch froh sein, wenn es endlich da ist. Ich denke nicht, dass er sich dann noch die Mühe machen würde, eine Strafe aufzubrummen. Und ich denke auch nicht, dass er eine Regelung finden kann, nach der es verboten ist, das Ticket nicht sofort zu finden.

3. Der Kontrolleur ist nicht dafür verantwortlich, wenn du einen schlechten Tag und schlechtes Benehmen hast. Warum willst du ihm dann seinen Job unnötig schwer machen? Wer provoziert, muss mit einem Echo rechnen. Wie das aussieht, hängt vom Gegenüber ab. Aber du hast ja letztlich ein Ticket. Ich an seiner Stelle würde mir meinen Teil denken und von dannen ziehen.

Zu 1. Du musst deine Fahrkarte bis zum verlassen des Bahngebiets aufbewahren. Also ja der Kontrolleur kann auch auf dem Bahnsteig von dir verlangen deine Fahrkarte zu sehen.

Zu 2. Hast du einen Nachweis für den Kauf der Fahrkarte, Quittung oder läuft sie auf deinen Namen kannst du sie nachzeigen. Trotzdem hast du dann auch hier 7€ zu zahlen. Aber auch hier gilt 1. denn deine Fahrkarte hast du aufzubewahren. Verlierst du sie oder findest sie nicht mehr ist das zwar schade, es liegt aber leider in deiner Verantwortung die Fahrkarte vorzeigen zu können.

Zu 3. Du provozierst einen Polizeieinsatz grundlos. Hier kannst du mit einer Anzeige rechnen.

1. Das war nicht meine Frage.  (Die Frage war: "DARF DER KONTROLLEUR MICH AM AUSSTEIGEN HINDERN)

2. Das war auch nicht meine Frage. (In Situation finde ich die Karte ja noch im Zug wieder, bevor der Kontrolleur meine Daten aufgenommen hat, nur habe ich halt den Kontrolleur warten lassen)

3. Einer Anzeige weswegen? Ich begehe ja keine Straftat. 

Ich mag es überhaupt nicht, wenn Leute Antworten geben, ohne die Fragen richtig zu lesen.

@Polyglot

Und einige Leute mögen es nicht wenn hier Fragen gestellt werden deren Beantwortung auf Beihilfe hinauslaufen.

@Polyglot

1. Du wurdest auf frischer Tat bei einer Straftat (Schwarzfahren) erwischt zum kontrollieren gehört auch das festhalten hinzu. Ich dachte das wäre deutlich. Also auch noch einmal für dich:

Ja, er darf dich festhalten. Ob er das in der Bahn oder auf dem Bahnsteig liegt in seinem ermessen.

2. Der Kontrolleur muss eine gewisse Geduld zeigen, allerdings muss er auch seiner Arbeit nachgehen. Es liegt in seinem Ermessen wie viel Zeit er dir dafür einräumt bevor er deine Personalien aufnimmt. Weigerst du dich diese zu nennen kann er die Polizei hinzuholen.

3. Ein Polizeieinsatz kostet Geld. Die Polizei fälschlicherweise zu einem Einsatz zu rufen ist eine Straftat die mit einer Geldstrafe geahndet wird.

Wenn du mit ein wenig Verstand meine Antwort gelesen hättest würde sich der Rest für dich auch erschließen.

@JakobStute

Zu 1: In der beschriebenen Situation habe ich ja ein Ticket, aber ich muss z.B. einen Anschlusszug kriegen.

OK ich frage mal anders: Wenn der Kontrolleur mich zu einer Kontrolle beim Aussteigen zwingt und ich deshalb meinen Anschluss verpasse, habe ich dann Ansprüche gegenüber der Bahn? (Z.B. dass mir das Ticket erstattet wird)

@Polyglot

Dein Ticket musst du griffbereit haben um solche Situationen zu vermeiden. Hast du dies nicht besteht der Verdacht auf Erschleichung von Leistungen.

Findest du deine Fahrkarte nun wieder und zeigst sie vor verpasst dann aber deinen Anschlusszugs aufgrund der Zeit die dadurch verloren ging, ist daran leider zunächst nur du selbst Schuld. Dein Ticket muss griffbereit sein, dies ist auch in Nutzungsbedingungen und wenn du Tickets online kaufst beschrieben.

Fühlst du dich allerdings ungerecht behandelt, oder denkst du der Kontrolleur hatte kein Recht dich in der Situation festzuhalten, hast du immer 14 Tage das Recht Einspruch gegen Anzeigen zu stellen falls du eine bekommen hast. Und wenn nicht, da du dein Ticket ja gefunden hast, kannst du auch Anspruch auf Vergütung stellen da dein Ticket für deinen Anschlusszug dadurch ungültig geworden ist.

Wie der Ausgang eines solchen Verfahrens ist hängt allerdings sehr stark von der Situation ab. Ich rate einfach dazu ein Ticket immer griffbereit, am besten im Geldbeutel, zu haben.

@Polyglot

Während dieser ganzen diskutiererei hättest Du Dein Ticket schon längst in der Hand haben können. wegen 30 Sekunden später aussteigen hat noch niemand seinen anschluss verpasst. Wegen 3 bis 5 Minuten umherhampeln schon. 

@Polyglot

Hallo Polyglot,

du fängst an, nach Bestätigung suchen zu wollen, scheint es. Es ist doch rechtlich klar. Natürlich ist das (1.) nicht schön, wer möchte schon aufgehalten werden oder gar einen ohnehin knappen Anschluss verpassen. Du hast daraus aber keinerlei Anspruch.

Mich würde das auch ärgern, aufgehalten zu werden, vor allem, wenn vorher offenbar genug Zeit für eine Kontrolle war. Es ist trotzdem rechtens.

Was meinst du eigentlich, was passieren würde, wenn der "Schaffner" keine Handhabe hätte? Niemand würde sein Ticket vorzeigen, weil folgenlos. Er darf dich bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Und dann wird es richtig teuer, wenn er dich festhalten musste oder du dich gewehrt hast. Dir scheint auch nicht bewusst zu sein, dass er bedingt hoheitsrechtlich tätig werden kann.

Letztens: Rauchen von irgendeiner "Eieruhr" auf dem Zugklo mit Feueralarm = 400€ Minimum pro Einsatz, weil automatisch ausgelöst......Von wegen nur Schilder, die Alarme gehen und funktionieren. Der Zug hat sogar anhalten müssen, weil das gesetzlich durch das EBA so vorgegeben ist, aus Sicherheitsgründen. Es könnte ja wirklich brennen...Der Lokführer musste dann per Durchsage und Rücksprache mit dem Zugchef (Notfall) die Situation in direkter Rücksprache mit dem Stellwerk öffentlich für alle hörbar "klären" - der Feuerwehreinsatz ist somit ausgelöst und als "Spaßalarm" kostenpflichtig, zudem eine Straftat (vorsätzlich, Notbremsung,....)

Ein Fahrdienstleiter z.B. am Autozug KANN einem Autofahrer Flensburg-Punkte verschaffen. Das geht ganz ohne Polizei und rechtlich klar.

Habe folgenden weiteren  Fall früher so erlebt:

Ein Autofahrer hatte am Autozug in Niebüll ein Halt-Signal ignoriert (oder übersehen) und damit einen - wie ihm zur Last gelegt wurde - gefährlichen Eingriff in den Schienenverkehr verursacht (die Fahrspur-Ampeln waren grün, aber der querende Bahnübergang dazwischen war rot - die roten Lichter des Bahnübergangs dazu aber ganz rechts und ganz links bei 6 Spuren...). Wir hatten das von den beiden Loks aus beim Rangieren natürlich gesehen und gebremst, kein Thema. Aber der Autofahrer war auf Drängen des Fahrdienstleisters trotzdem "fällig". Er hatte eigentlich genug gelernt, denn er hat sich richtig erschrocken, als wir aus dem Gelände dessen Fahrspur kreuzten und noch ein Stück auf ihn zugefahren sind bis zum Stillstand. Ich hätte ihn nur ermahnt, aber der Fahrdienstleiter ist der "Chef" des Gesamtverkehrs.....

Die haben sogar die entsprechenden Anzeige-Formulare gleich da!

Im ersten Fall könnte man dem Kontrolleur höflich sagen, dass man aussteigen will. Da der sowieso während des Zugaufenthaltes nicht kontrolliert, kann der mit zur Tür gehen, und sobald die Tür offen ist, fährt der Zug auch nciht weiter.

Ganz davon abgesehen, dass man sein Ticket griffbereit haben sollte....

Im 2. Fall zeigst Du dann eben auch den Ausweis. Strafe bezahlen musst Du nicht, nicht mal wenn Du das Tiscket im Zug nicht findest, aber später vorzeigen kannst....

Schaffner merken sicher, wenn sie provoziert werden sollen und dürfen solche Leute aus dem Zug werfen. Auch mit gültiger Fahrkarte.

bei 1 und 3 bist du "fällig", das kannst du nachlesen. Das ist kein "Rum-Eiern" möglich, das ist eindeutig rechtlich geregelt. Vorsicht vor "Gewalt" wie Losreißen... das kann auch Körperverletzung sein.

Bei 2 ist es so eine Sache: Die Fahrpreis-Nacherhebung ist fällig, aber gegen Gebühr ist das nachträgliche Vorzeigen der Karte dann akzeptiert...

War selbst in der Situation: habe dann gebeten, mir die Zeit der Suche zu geben, da ich offensichtlich die Karte an die falsche Stelle gesteckt zu haben schien - ich würde dann wieder auf ihn unaufgefordert zu kommen - das hat er klaglos akzeptiert und so war es auch. Ticket gefunden, natürlich dann zu ihm gegangen im Zug, und er hat sich bedankt. Ehrlichkeit wird manchmal auch belohnt. Keine Gebühr, nichts - stattdessen bei mir große Erleichterung (es war die Jahreskarte, die mir abhanden gekommen war!)

Ein Kontrolleur macht nur seinen Job und der ist es, sich die Fahrkarten zeigen zu lassen. Wenn Du kurzfristig aussteigen musst und siehst, dass der Kontrolleur kommt, könntest Du ihm das Ticket schon vorher entgegen halten, so dass es gar nicht erst zu so einer Situation kommt.

Wenn Du ein gültiges Fahrticket hast, sollte der Kontrolleur es auch akzeptieren - auch wenn Du es nicht sofort findest.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kontrolleur mit Polizei droht, wenn Du Dein Ticket nicht zeigen willst, geht der K. davon aus, dass Du keines hast, also ist Strafe fällig.

Aber wenn Dich diese Fragen so beschäftigen, solltest Du vielleicht mal einen Anwalt konsultieren ;-)

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