Selbstständig machen als Oldtimerrestaurator

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Vielleicht kann ich dir da ein wenig helfen. Ich bin selbstständiger Oldtimerrestaurator, mit Schwerpunkt US-Oldtimer, seit gut 16 Jahren. Ja, für die Durchführung einer vollständigen Restauration brauchst du den Meistertitel des Kfz-Handwerks. Das ist für Arbeiten an Fahrwerk und Bremsen eines Kfz unabdingbar ! Bei Schweißarbeiten am Fahrzeugrahmen, oder tragenden Teilen der Karrosserie, brauchst du auch einen gültigen Schweißschein für diese Art der Arbeit. Keine Ahnung, wie du auf die Idee kommst, aus einer Arbeitslosigkeit heraus, in diesen Bereich zu wechseln ? Die Restauration von Oldtimern erfordert ein sehr großes Wissen über dieses Thema und ein breit gefächertes handwerkliches Geschick. Ein Meistertitel im Kfz-Handwerk ist nur eine rechtliche Hürde, mehr nicht. Ich bin ursprünglich, ein gelernter Maschinenschlosser. Ich kann schweißen, drehen, fräsen, Blechabwicklungen konstruieren und unterschiedliche Stahlsorten anlassen und härten. Man sollte in der Lage sein, aus Rohmaterialien passende Fahrzeugteile herstellen zu können. Dazu gehört die passende Ausrüstung der Werkstatt. Das Netz aus Zulieferern von Ersatzteilen ist, je nach Automarke, ein wohlgehütetes Geheimnis, das du hier sicher nicht erfahren wirst.

Du hast da so eine Idee, nimm lieber die nächst Idee. Der Markt ist furchtbar dünn und die Umsätze eher rückläufig.

Danke für das Sternchen !

Ich habe damals ein Hobby zum Beruf gemacht, .......und es verloren.

Mache nicht den gleichen Fehler. Wenn es um den Lebensunterhalt geht, dann sollte man nicht Dinge verheizen, an denen das Herz hängt.

@user1151

Das mit dem Hobby verlieren ist wohl ein starkes Argument. Was mach ich aber sonst? Zeitarbeit für 2,50€ die Stunde und Überstunden unbezahlt???

Nächste Frage wie wird man Kfz-Sachverständiger? Da gibts wohl Schulen billige und teure...

Oder so'n Durällas (Machtalles) aber davon gibt's auch schon tausende.

Wenn du für Kunden deren Autos restaurierst brauchst du einen Meistertitel, Wenn du Autos ankaufst, restaurierst und dann weiter verkaufst brauchst du keinen, an deinen eigenen Autos darfst du machen was du willst. Hersteller von Neu und Reproteilen sind auf großen Oldtimermessen und z.B. auf der IAA zu finden.

Muss ich wenn ich gewerblich anmelden will, dass ich Autos ankaufe, restauriere und anschließend weiterverkaufe auch einen Ausbildungsnachweis im Kfz-Bereich nachweisen können?

Hätte ich mal ne Gegenfrage; was hast du denn gelernt was mit Kfz zusammenhängt? Oldtimerrestaurator ist kein Beruf. Du kannst dein Kfz-Meister machen und dich dann auf Oldtimer spezialisieren. So jetzt kannst du aber nicht alles machen. Dazu müsstest du neben deinem Kfz-Meister noch den Sattler haben, und einiges mehr. Die meisten Werkstätten die Oldtimer restaurieren haben andere Werkstätten an der Hand (wie eben einen Sattler oder einen Karosseriefachbetrieb) die dann zuarbeiten. Mach doch, vorausgesetzt du hast Ahnung, dir erst mal so einen Namen, durch professionelle Arbeiten an Oldtimern von Freunden. Aber mal ehrlich, ich besitze selbst einen Oldtimer und wenn ich nicht weiterkomme an irgendwas, dann wird von mir der beste Kfz-Betrieb in Anspruch genommen, nicht irgendeiner. Denn wenn was futsch ist, ist es unwiederbringlich! Vielleicht informierst du dich ja mal an eloquenteren Stellen als hier bei "gute Frage". IHK wäre da was oder Unternehmensberatung. Alles gute!

Hallo

Grundsätzlich wenn man so eine Frage stellt hat man nicht mal das Grundlagenwissen zum "Geschäft".

Arbeite erst mal einige Jahre in der Oldtimerrestauration und dann kannst du einen Laden übernhemen oder dich selbständig machen.

Oldtimerrestaurator ist seit einigen Jahren eine eigene Ausbildungsparte im KFZ Bereich die Innungen wollen in dem Bereich "ausmisten" da wird ein Selbständiger ohne Grundlagen schnell abgeschossen.

Ganz leicht geht das wenn ein Kunde bei dir ein billiges Gebrauchteil einkauft und keine Rechnung will. Dann gibt es wenige Tage später zufällig eine Buchprüfung und wenn das "Kleinteil" nicht verbucht ist macht die Steuer den Laden platt..

Wenn du dich in dem Bereich selbständig machen willst musst du die Konkurenz gut kennen und zuerst mit dennen klar kommen

Ja das stimmt! Wer fragt weiss es nicht. Deshalb fragt Er! Ich sehe das aber nicht so, dass nur Leute mit angeborenem Wissen sich selbständig machen sollten.

@Beitl

Hallo

das Grundproblem ist um sich selbständig zu machen reicht nicht alleine der "Wille" sondern man braucht ein komplexes Wissen in vielen Feldern bzw man "kauft" sich das externe Wissen über Dienstleister (Steuerberater, Buchhaltungservice, Kaufmännische Software). Der nächste Punkt ist er hat vom "Kern" seines Geschäfts keine Ahnung weder vom Teilehandel noch vom KFZ Oldtimerbereich (Sonst wäre die Fragestellung anderst gewesen) und keiner kann übers Netz mal einige Jahre Praxis und Lebenserfahrung transportieren.

Deswegen sollen "Existenzgründer" ja ein Geschäftsmodel entwicklen und dann mit dem Arbeitsamt und/oder den Banken durchsprechen bzw dass dort eben gut verkaufen. Ob Geschäftsmodlle dann funktionieren ist etwas das keiner weiss wichtig ist der Prozess sich hinzusetzen und eine Model durchzudenken und dann an der Relaität abzugleichen.

Das Geschäftsmodel Oldtimerrestauration heisst erst mal eine "Werkstatt" finanzieren und die nötigen Werkzeuge und das ganze dann vom Tag 1 optimal auszulasten (16 stunden) weil einem sonst die Festkosten auffressen.

Im Teilehandel sind die Margen zu gering und zu viele Billig-Anbieter (epay) damit man damit praktsich aus dem Stand mit dem "Ich Will" überleben kann.

Da findet man entweder eine neue Geschäftsidee oder eine Service-Nische. Mit dem reinen Durchhandeln plus Versandkosten kann man nur überleben wenn man vom Stand weg gleich viel Umsatz hat und bei den Grosshändlern dann entsprechende Einkaufsbedingungen raushandelt (Heisst gleich einen grossen Posten einkauft weil die Rabattstaffel geht nach Jahresumsatz).

Da ist schon der erste Prüfstein beim Zulieferer "reinzukommen" und gleich gute Konditionen aushandeln.

Bei der Oldtimerrestauration kann man auch nicht aus dem Stehgreif eine Firma aufmachen und damit überleben. Da hilft nur sich auf eine Marke oder Typ zu spezialsieren und aus der Randzone sich in den Speckgürtel zu fressen. Mit Porsche oder Daimler Benz einzusteigen scheitert an der Masse der Anbieter, den Vorstellungen der gut zahlenden Kunden und den Qualitätsansprüchen (Keine Fehlermarge). Ergo sucht man sich eine unpopuläre Marke wo es wenig Konkurenz gibt und man vom Gebrauchteilehandel leben kann aber nicht in der Oldtimernische sondern eher bei den Yountimern wo man sich noch mit Teilespendern und günstigen Restaurationsobjekten eindecken kann (BZW vom Autohandel in der Nische überleben kann)

Als TIPP; Geh für einige Jahre in den Motorsport also in den Rennsport-Service. Es ist zwar ein harter Job ohne freie Wochenenden und inzwischen auch nicht mehr Topp bezahlt aber man lernt schnell und lernt auch viele Leute kennen die man später wiedertrifft bzw die diversen Kundentypen. Im Motorsport stellt man dann auch schnell fest wie "gut" man wirklich ist im Vergleich zu den Cracks und wie man eine Arbeitsebene für sich selbst erobert und perfekt umsetzt und sich im Teamwork mit anderen verzahnt.

@IXXIac

Ist schon toll, was Du aus 4 oder 5 Sätzen heraus lesen kannst. Nämlich, dass ich keine Räumlichkeiten und Werkzeuge habe, und auch nicht weiss wie rum Schrauben gedreht werden.

Deinen Tipp mit dem Spezialisieren werde ich wohl befolgen, und die unpopuläre Marke fahre und beschraube ich seit Jahrzehnten. Wenn die Autos der 70er für dich noch Yountimer sind dann gehorche ich dir womöglich nochmal.

Und ich rechne auch damit, dass in den ersten Jahren nur sehr wenig rein kommt.

Ohne Meister darfst du nicht an die Bremsen oder sonstige sicherheitsrelevante Teile. Du kannst natürlich etwas tricksen: einen älteren oder sonst irgendwie nicht berufstätigen mit Meister pro forma anstellen (ist eigentlich nicht zu empfehlen weil du in Teufels Küche kommen kannst, außer der Meister schaut sich nach der Reparatur alles nochmal an) - oder ein Joint venture mit einer MEisterwerkstatt.

Wenn du selbst keine Ahnung hast, wie an die alten Teile kommen willst , dann ist es vielleicht nicht deine Zukunft. Denn etwas gewitzt muss man sein. Viele Teile musst du in einer kleinen Metallwerkstatt auch einfach nachdrehen oder fräsen lassen.

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