schulden 8000euro

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Die Vorteile einer Privatinsolvenz sind, dass du am Ende des Verfahrens eine Restschuldbefreiung bekommen kannst und dir so deine Gläubiger (und der Gerichtsvollzieher) nicht mehr auf die Nerven gehen können. Diese Restschuldbefreiung wird aber nur erteilt, wenn du sie beim einleitenden Verfahrensantrag auch beantragst. Sobald das Insolvenzverfahren eröffnet ist beginnt für dich eine sog. "Wohlverhaltensperiode".

Hierbei musst du den pfändbaren Teil deines Einkommens für 6 Jahre an einen Treuhänder abtreten. Der sammelt das Geld ein, entnimmt sich seine Gebühren (quasi sein Gehalt) und verteilt den Rest gerecht auf deine Gläubiger. Nach Ablauf dieser 6 Jahre hast du wieder dein volles Gehalt für dich und dir wird, sofern keiner deiner Gläubiger widerspricht, die Restschuldbefreiung vom Insolvenzgericht erteilt.

Jedoch kann ein Gläubiger innerhalb von einem Jahr ab Rechtskraft des Beschlusses über die Restschuldbefreiung die Versagung bzw. die Rücknahme der Restschuldbefreiung beantragen. Insoweit ist ein Insolvenzverfahren meist 7 Jahre auf dem Tisch vom Sachbearbeiter.

Der Nachteil eines Insolvenzverfahrens ist, dass du im Anschluss in eine Schuldnerkartei beim Amtsgericht eingetragen wirst. Dort verbringt dein Name dann ein paar Jahre. Während dieser Zeit wird es für dich unmöglich sein Kredite zu bekommen oder andere Laufzeitverträge (zB. Handyverträge) abzuschließen. Weiter "nachteilig" ist, dass du gewisse Obliegenheiten zu erfüllen hast. So musst du dir eine angemessene und zumutbare Arbeit suchen. Kommst du dem nicht nach, kann ein Gläubiger beantragen dir die Restschuldbefreiung zu versagen. Da gibt's noch ein paar Sachen mehr, aber alles aufzuzählen wäre jetzt zu umfangreich.

Alles in allem hat das Verbraucherinsolvenzverfahren viele Vorteile, denn so kannst du irgendwann, wenn alles rum ist, ganz von vorne anfangen, ohne Altlasten. Bevor du das Verbraucherinsolvenzverfahren jedoch durchführen kannst, musst du wenigstens versuchen dein Finanzproblem außergerichtlich zu lösen. Das geht am Besten mit einer staatlich anerkannten Schuldnerberatungsstelle. Jede Schuldnerberatungsstelle die Geld von dir will ist unseriös!

Du kannst ein Insolvenzverfahren auch verhindern, indem du mit deinen Gläubigern versuchst Vergleiche zu schließen. Dabei bietest du deinen Gläubigern an kein Insolvenzverfahren durchzuführen (damit würden die Kosten für Treuhänder und Gericht wegfallen = mehr Geld übrig zum Verteilen), dafür erlassen sie dir einen Teil der Schuld während du den Rest in angemessenen Raten zurückzahlst. Hat auch den Vorteil das du in keiner Schuldnerkartei auftauchst und dein "Vermögen" offenlegen musst.

Hallo,

Dein Kommentar "Jede Schuldnerberatungsstelle von Dir will ist unseriös" finde ich sehr pauschal, ich bin ein privater Schuldnerberater und nehme Geld für meine Arbeit (Auch ich muß meine Familie ernähren) aber dennoch bin ich nicht unseriös! Meine Mandanten waren bisher zufrieden mit meiner Leistung denn ich arbeite nicht auf eine Insolvenz hin sodern versuche im Sinne des Schuldners und der Gläubiger eine außergerichtliche Lösung zu finden. In 85% aller Fälle kann man eine Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz) mit einem Seriösem und ehrlichen Regulierungsplan verhindern. Wenn alle Schuldnerberater die Geld für Ihre Arbeit nehmen unseriös sind, dann sind Rechtsanwälte die Geld für das Insolvenzverfahren nehmen wohl auch unseriös? Sicherlich gibte es bedauerlicherweise gerade in diesem sehr sensiblen Bereich unseriöse Mitstreiter, die gibt es leider in jedem Beruf (Wiviel Ärzte gibt es die nicht medizin Studiert haben). Also bitte nicht so Pauschal über alle Schuldnerberater herziehen.

Übrigens, mit ca. 8000 Euro verbindlichkeiten, geht man nicht in die Insolvenz, da es dann nicht bei den 8000 Euro bleibt, da kommen dann noch die Gerichts und Treuhänderkosten zu auch wenn diese erstmal gestundet werden.

@ruebra

Ich möchte damit nicht alle über einen Kamm scheren. Aber auch unter privaten Schuldenberatern gibt es viele schwarze Schaafe, wie in jeder Branche. Wenn du zu denen gehörst die nicht überzogene Gebühren nehmen und ein Insolvenzverfahren sogar vermeiden können, dann ist das auch OK und verdient sogar sehr viel Anerkennung! Jedoch frage ich mich, ob es moralisch vertretbar ist von jemandem der sowieso schon kein Geld mehr hat noch Geld zu nehmen, um ihn von den Schulden zu befreien. Zumal es ja viele Einrichtungen gibt die staatlich anerkannt sind und einem kostenfrei helfen. Ich stelle schließlich auch die Tätigkeit von Insolvenzverwaltern in Frage. Zwar haben diese viele Unkosten und müssen viel Denkarbeit leisten, aber ist ein Gewinn von mehreren hunderttausend Euro wirklich gerechtfertigt, nur weil mal ein paar Insolvenzanfechtungen vorgenommen wurden und dabei gleichzeitig in einem Betrieb tausende Arbeitsplätze verloren gegangen sind?

Ich hab mich schon mit einigen Insolvenzverwaltern und Schuldnerberatern kurzschließen können. Deren Argumente waren schon nachvollziehbar, aber sie waren nicht das gelbe vom Ei.

Ein Insolvenzverfahren wg. 8.000 Euro Schulden ist aber durchaus drinnen, sogar eines mit einem "0-Plan". Kommt halt darauf an wieviel der Schuldner verdient und welche Unterhaltsverpflichtungen er hat.

Pribvatinsolvenz.. Du erklärst Dich für bankrott und hast 7 Jahre die Füße still zu halten, alles,w as Dir da an Geld und Vermögenswerten zufließt kann bis auf Grundbetrag an Gläubiger gehen..

Such dir mal schuldnerberatung.. nicht die fetten kommerziellen, sondern z.B. die vo Caritas o.ä.

PS: irgendwas war da in letzter zeit.. kann auch sein, bei privatpersonen jetzt "nur" 4 jahre

überleg dir das gut. Gibt es keine andere möglichkeit? ich würde alles ausschöpfen bevor ich über eine insolvenhz überhaupt nachdenke. Du bist mindestens 6 Jahre in der Schufa eingetragen, dort steht auch das du insolvent bist. musst du umziehen hast du schonmal ein problem, da kein Vermieter insolvente Mieter will. Du kannst auch keine Ratenzahlung mehr machen, also wenn die Waschmaschien kaputt ist pech gehabt. Du bist Arbeitslos eine Insolvenz macht es noch schwerer einen Job zu finden. Auch der Arbeitgeber schaut sich gerne die Schufa an wenn du dich bewirbst und du kannst noch so toll qualifiziert sein, ob er dich dann nimmt überlegt er sich 3 mal, wegen der Arbeit die er dann hat fals eine Gehaltspfändung gemacht wird. verschaff dir erstmal einen überblick über deine Finanzen, kannst du vielleicht raten zahlen? Das bekommt man sogar mit ALGII hin und das ist ja schon das Existenzminimum.

Was die Nachteile einer Insolvenz sind? du kannst 6 Jahre lang die Hosen ausziehen und deine Verdienste nachweisen und alles was darüber hinaus geht pfänden lassen. Oder du entschließt dich einen Job zu suchen, falls du keinen hast, und die Kohle selbst zurückzuzahlen. 8000€ sind ca. 1333€ im Jahr, sind sa 111€/monatlich.

Wenn du dich dazu bereit erklärst, sprech deine Gläubiger an, ob sie dir während der Rückzahlung die Zinsen minimieren oder vll. komplett einfrieren und gut ist. Dann sind das, sagen wir 150€ im Monat, was m.E. mit einem vernünftigen Job machbar ist

ich würde auch als erstes in eine schuldnerberatung gehen. die frage ist, ob du nicht durch einsparungen und einen zusatzjob (sei es kellnern am wochenende, flyer verteilen, plakatieren, etc. - alles bringt geld) nicht schneller bist mit der abzahlung der 8000,- als dich 7 jahre auf das existensminimum setzen zu lassen. vielleicht lässt sich da auch eine vernünftige lösung mit der bank finden, dass du nicht so viele zinsen dafür zahlen musst, weil sonst bringt ja das ganze nix. meiner mienung nach kann man am meisten beim lebensmittelkauf sparen, wenn du kein bier und säfte trinkst (wie z.b. cola) und wenig fleisch isst - und wenn dann nur im angebot.

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