Schmerzensgeld - Was, wenn Täter zahlungsunfähig?

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Wenn es ein Urteil über das Schmerzengeld gibt, ist dies 30 Jahre lang vollstreckbar (mit Zinsen und Vollstreckungskosten). Wenn der Täter allerdings dreißig Jahre lang überhaupt kein Geld hat, bleibt man auf den Vollstreckungskosten sitzen.

Der Kläger bleibt auf seiner Forderung sitzen. Das ist das Risiko, wenn man auf eine Geldzahlung klagt: Der Prozeßgegner muß auch tatsächlich in der Lage sein, die Forderung bezahlen zu können. Allerdings hat der Schmerzensgeldgläubiger mit dem Urteil 30 Jahre lang Zeit, das Geld beim Schuldner einzutreiben - ggf. auch mit Gerichtsvollzieher und Pfändung.

Hallo, ich habe auch mal einen wunderschönen Titel gehabt, und der Typ hat "das Schwurhändchen gehoben". Ich durfte auch noch die Prozeß- und Anwaltskosten zahlen und blieb auf meinem Titel "sitzen".Ich habe nicht 30 Jahre auf der Lauer gelegen, sondern die Sache abgehakt. Ich wohne schon lange nicht mehr in der Gegend und hatte das eigentlich schon vergessen. Es ist mittlerweile 38 Jahre her. Gg

Im ersten Augenblick lautet die Antwort: "Zum Schaden auch noch Pech gehabt." Zuerst muss nun aufgrund des Urteils eine Vollstreckung über den Gerichtsvollzieher eingeleitet werden, so dass Du die Forderung 30 Jahre lang geltend machen kannst. Das bringt Dir aber jetzt auch noch nichts. In besonders schweren Fällen gibt es den Verein Weisser-Ring, die in besonders schweren Fällen unterstützend eingreifen. Zu finden unter www.weisser-ring.de. Bei einer gebrochenen Nase wegen einer Schlägerei sind die aber sicherlich der falsche Ansprechpartner.

Bei Zahlungsunfähigkeit kannst Du nur hoffen, dass der Verurteilte innerhalb der nächsten 30 Jahre mal wieder liquide wird und dann, vll. in Raten, seinen Verpflichtungen nachkommen kann.

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