Schimmel in der Wohnung, Vermieter gibt uns die Schuld

5 Antworten

Die Ursachen müssten vor Ort geklärt werden...

Hier meine Info an meine Mitbewohner:

Schimmel – nasse Wände? Probleme mit dem Vermieter/Eigentümer?

Wasser an der Innenseite von Fensterscheiben wird festgestellt, wenn sich diese Feuchtigkeit aber in/an der Tapete/Wand festsetzt, wird der Folgeschaden als Schimmel erst deutlich später feststellbar.

Warum kommt es zu Feuchtigkeit in den Räumen? Generell ist durch die Ausatmung, die Verdunstung von Blumenwasser, Kochwasserdampf … immer eine Verdunstung von Wasser in den Räumen vorhanden. Nachts verliert jede Person bis zu einem Liter Flüssigkeit durch Schwitzen, Atmung …

Warum schlägt sich die Feuchtigkeit an den Fenstern/Wänden nieder? Je nach Lufttemperatur kann die Raumluft nur bestimmte Wasserdampfmengen aufnehmen. Bei 0 Grad sind das etwa 4 Gramm, bei 20 Grad etwa 17 Gramm pro Kubikmeter. An kalten Flächen (z. B. Fenstern) schlägt sich die Raumfeuchtigkeit dann nieder. Das gleiche passiert, wenn man gegen einen Spiegel ausatmet: er beschlägt.

Jeder kann sich an Erzählungen seiner Großeltern erinnern, die davon berichten, dass man im Winter noch Eisblumen an der Innenseite der Fenster hatte. Damals wurden dicke Decken vor die Fenster gehängt. Oft froren die Decken dann an den Fenstern fest. Auch konnte durch dicke Vorhänge, die abends zugezogen wurden, die Kälteausstrahlung der weitgehend ungedämmten Fenster verringert werden.

Heute hat kaum jemand noch dicke Vorhänge vor den mehrfach verglasten Fensterscheiben, deren Fläche auch erheblich größer geworden ist als früher. Die Innentemperatur an den Mehrfachverglasungen ist so in vielen Fällen deutlich über den (in Altbauten) weniger gedämmten Außenwänden. Daher sollte die Temperatur an allen Innenflächen der Räume bei recht kalten Wänden (mit einem Infrarotthermometer) überprüft werden.

Was ist zu tun? In kleinen Schlafräumen (unter 14 m² und 2,45 m Raumhöhe) reicht die Luftmenge von ca. 35 m³ gerade einmal, um bei einer Raumtemperatur von 15 Grad die Menge von 400 ml Verdunstungsflüssigkeit aufzunehmen. Bei 50 % Luftfeuchtigkeit sind aber schon 200 ml in der Luft vorhanden, bevor man dort schlafen geht! Der Rest (alles, was über die weiteren 200 ml verdunstet wird,) muss sozusagen an das Fenster oder an/in die Wand. Dort wird er bei einer verputzten Innenwand auf den ersten Zentimetern der Wand aufgenommen, wenn die Tapete, Farbe dampfdurchlässig ist. Bei 2 Personen kommen schon Feuchtigkeitsmengen von mehr als einem Liter zusammen! Dann ist höchste Vorsicht geboten! Im Laufe des Tages dann wird diese Feuchtigkeit dann – nur bei ausreichender Belüftung – fast vollständig wieder abgegeben.

Es kann also nur eine ausreichende Stoßlüftung am frühen Morgen für eine Lufterneuerung und damit eine deutliche Senkung der Luftfeuchtigkeit (unter 55 %) sowie eine angemessene Beheizung von mindestens 15-16 Grad über den ganzen Tag Abhilfe schaffen. Eine permanente Abluftanlage verbraucht nicht mehr als 20 Watt/Std. (also ca. 10 Cent/Tag) und ist z. B. bei innenliegenden Bädern die richtige Lösung!

Das Führen eines Heiz-/Lüftungstagebuchs ist erforderlich. Dazu sind die Temperaturen in Raummitte (einen Meter über dem Boden), die Temperaturen an den Wänden/Decken und am Fenster zu messen und die Lüftungszeiten sowie die Luftfeuchtigkeit im Raum (vor und nach dem Lüften) zu notieren.

Nur mit solchen Aufzeichnungen könnte ein Vermieter davon überzeugt werden, dass ein Baufehler vorliegen kann. Für Baufehler und deren Abhilfe ist der Eigentümer zuständig – für die auf falsche Lüftung/Heizung zurückzuführenden Beschädigungen zahlt der Mieter!

Datum/Uhrzeit Raumtemperatur Wandtemp. 1 Wandtemp. 2 Luftfeuchtigkeit gelüftet von… bis…

eine "Permanente Abluftanlage" und sie soll den ganzen Tag laufen? Dazu kommt ein Luftfeuchtigkeitsmesser, ein "Lüftungseinhaltungsaufzeichnungsbuch" etc.--- nach diesen Vorschriften wird "Wohnen" zur Wissenschaft!... Und was hat das mit dem Schimmel hinter dem Schrank zu tun, nachdem sichtlich mehrere Wohnungen dort von Schimmel befallen sind... lauter "Falschlüfter"? Das ist wohl die Lieblingsbehauptung der Vermieter.... Der Durchschnittsmieter in Europa ist zu doof zum Lüften.

schimmel hat seine ursache oft in fehlerhaftem wandaufbau und er kann bestimmt nicht beweise, dass euer schrank an der wand stand, eben weil er nicht dort stand.

geht zu eunem rechtsanwalt und wenn eine rechnung kommt, schreibt ihr schnell zurück, dass er den schaden selbst beheben muss, ihr habt damit nichts zu tun.

außerdem hätte er euch wenigstens sagen, wenn nicht sogar schriftlich geben müssen, wie ihr eure schränke zu stellen, zu lüften und zu heizen habt, damit nichts schimmelt, denn das ist je nach haus anders

also nicht einfach zahlen, ersp prüfen!

vermieter wissen oft selbst nicht, was sie dürfen und was nicht :D

Ein Verschulden des Mieters (durch das vielfach angeführte falsche Lüften) wird oft und gerne als Argument herangezogen. Es trifft zwar auch zu, oftmals ist es aber ein Problem der Außenwände, wenn sich Schimmel bildet. Das kann man als Bewohner zwar eindämmen, aber nicht gänzlich beseitigen. Zumal die Wohnung unter Euch auch betroffen ist.

Wäsche darf in der Wohnung getrocknet werden, siehe hier: http://www.juraforum.de/forum/mietrecht/waesche-trocknen-in-der-wohnung-trotz-verbot-im-mietvertrag-erlaubt-210814

Habt Ihr eine Fußleiste? Die stehen ja oft ein bißchen ab, da kann ein Schrank dann gar nicht bis direkt an die Wand geschoben werden, wenn er hinten keine Aussparung im Bodenbereich für eine Leiste hat. Und an "unproblematischen" Wänden wäre auch ein direkt an der Wand stehender Schrank eigentlich kein Problem, würde ich mal behaupten.

Ich würde mich hier auf jeden Fall wehren. Tritt dem Mieterschutz bei, das kostet nicht soo viel. Auf jeden Fall weniger als die Sanierung, die man Dir aufs Auge drücken will. Und ich denke, daß Du da am besten betreut wirst.

Du mußt entweder in ein Parteigutachten investieren (was der Vermieter anfechten könnte) oder zu einem Anwalt gehen, der letztendlich auch (oder spätestens das Gericht) einen Gutachter beauftragen wird. Wenn man keine Mieterrechtsschutzversicherung hat - die sind doch garnicht teuer - dann hat man im Schadenfall eben Pech gehabt. Dann schnell noch irgendwo Mitglied werden in der Hoffnung dass die dann die Kosten übernehmen, gelingt definitiv nicht.

Kann mir jemand weiter helfen,weiss nicht wie ich dagegen vorgehen soll, ein Anwalt ist zu teuer(ich verdiene zu viel für eine Beihilfe zur Rechtsberatung).

Der Mieterbund kostet nicht viel.

Es ist meistens schwierig zu beurteilen wer Schuld hat und wer die Kosten übernimmt.

Daher rate ich euch zum Eintritt in den Mieterbund und holt Euch fachlichen Rat.

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