Mein 16 jähriges Kind möchte zu mir ziehen

5 Antworten

Das sind immer Einzelfallentscheidungen. Es ist so das ein Kind ab 14 Jahren frei wählen darf bei welchem Elternteil es leben möchte, wenn es bei einer Gerichtsverhandlung (Scheidung) dazu befragt wird (also wenn die Eltern beide wollen das das Kind bei ihnen lebt) Auch jetzt kann dein 16jähriges Kind das frei entscheiden, es muss aber im Vorfeld geklärt werden. Das geht oft in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Wenn das Kind dann bei dir wohnt musst du eigentlich keinen Unterhalt für dieses Kind an die KM zahlen, es wäre dann so das sie Unterhalt an dich zahlen muss. Da ich aber davon ausgehe das sie das nicht tun wird, weil sie ja einen Gerichtsbeschluß hat der besagt das du der Zahler bist, musst du es vor Gericht neu regeln lassen. Das wird natürlich nicht billig, es ist zu überlegen ob die Gerichtskosten die Uterhaltszahlungen übersteigen, es sei denn du bist Gerichtskostenhilfeberechtigt. Ich rate dir dich erstmal ausführlich beim Jugendamt zu informieren, die haben auch Erfahrungswerte in solchen Sachen. Eine andere Lösung wäre wenn das Kind eine Lehre anfängt (wenn es kein Abi machen will) mit 16 hat es das richtige Alter und könnte so selbst für seinen Unterhalt sorgen.

  1. Der Weg führt nicht direkt ins Gericht, sondern am besten übers Jugendamt. Du kannst natürlich auch zum Anwalt, wenn dir dabei wohler ist.

  2. Du musst den Unterhalt neu festlegen lassen und es ist natürlich Blödsinn hoch 5, dass du dann für die bei dir lebende Tochter trotzdem Unterhalt an die Mutter zahlen musst. Ganz im Gegenteil - die Mutter wird für das Kind an dich zahlen müssen.

Der Weg führt nicht direkt ins Gericht, sondern am besten übers Jugendamt.

Das JA kann aber nicht über das Aufenthaltsbestimmungsrecht entscheiden. Das kann nur ein Gericht. Falls davon auszugehen ist, dass die Mutter einem Umzug nicht zustimmt bringt das JA gar nichts. Da wäre der Weg direkt zu Gericht besser, da wesentlich schneller.

Ach ja, fast vergessen. Zur Beantragung des ABR ist kein Anwalt erforderlich.

@Eifelmensch

Sollte heißen: "Ach ja, fast vergessen. Zur Beantragung des ABR im Verfahren der einstweiligen Anordnung ist kein Anwalt erforderlich."!

Zu 1.
Wenn du dich nicht mit der KM einigen kaannst wo das Kind leben soll muss ein Gericht über das Aufenthaltsbestimmungsrecht entscheiden. Bei einem 16-jährigen Kind ist dessen Willen zu berücksichtigen. Daher wird die KM dagegen wohl kaum etwas machen können.

zu 2.
Der Gerichtsbeschluss gibt doch sicher eine Summe pro Kind an, wenn das älteste Kind zu dir zieht musst du den Kindesunterhalt für dieses Kind natürlich nicht mehr zahlen. Wenn die Mutter nicht freiwillig auf den Titel verzichtet muss du dann auf Abänderung klagen. Die Kosten gehen dann höchstwahrscheinlich zu Lasten der KM, da sie den Klagegrund gesetzt hat.

Die KM muss dann ihrerseits Kindesunterhalt für das 16-jährige Kind zahlen.

Danke für die Informationen! Das Einigen mit der Kindesmutter wird wahrscheinlich mein Hauptproblem werden... Wenn es nach ihr geht, dann wäre ich schon vor Jahren in ein anderes Sonnensystem umgesiedelt worden, aber mit vollen Unterhaltsverpflichtungen...

Muss ich jetzt Verbindung mit dem Gericht aufnehmen, damit das Umgangsrecht aufgehoben wird?

Eine Änderung wäre auch über das Jugendamt möglich, sofern beide Parteien zustimmen. Stimmt ihre EX nicht zu geht es nur über das Gericht. Als erstes sollte sich das Kind an das Jugendamt wenden.

Ich habe jetzt schon von einigen Seiten gehört, dass wenn es dumm für mich läuft, dass obwohl mein ältestes Kind bei mir lebt, ich trotzdem weiter den vollen Unterhalt an die Kindesmutter zahlen muss. Ist das so richtig?

Gleiches wie beim Umgangsrecht, sie müssen den Titel ändern lassen. Entweder freiwillig beim Jugendamt / Notar oder durch ein Gericht. Barunterhaltspflichtig ist immer der bei dem das Kind nicht wohnt.

Sicherlich wäre es schön und auch am einfachsten, wenn ihr euch außergerichtlich einigen könntet. Das älteste Kind kommt zu Dir und der Unterhalt dafür fällt weg. Zur Sicherheit würde ich diesen Antrag aber an das zuständige Familiengericht schicken. So bist Du auf der sicheren Seite. Und einem 16-jährigen wird vom Gericht Gehör geschenkt, wenn es zum anderen Elternteil möchte, auch wenn einer von beiden dagegen ist. Viel Glück und schöne Ostern!

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