Lohnanpassung in der Ausbildung?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du hast dem Vertrag ja zugestimmt also hast du meines Wissens nach kein Recht auf Anpassung.

Aus Erfahrung weiß ich aber, dass eine Anpassung möglich ist, wenn der Chef denn da mit macht. Mein Gehalt wurde jetzt auch zum 2. Lj hin auf die Empfehlung der Kammer angehoben. Aber auch erst nachdem ich meinen Chef gefragt habe.

Trau dich einfach wird schon nicht so schlimm =)

Gibt es bei euch einen Tarifvertrag? Oder wie kommt die Kammer darauf eurem Chef eine Empfehlung auszusprechen?

@BierKing

Auch bei Euch ist ein Tarifvertrag anwendbar (auch wenn AG oder AN nicht organisiert sind). Die Kammern sind verpflichtet (bei Eintragung des Ausbildungsvertrages) den Ausbildungsvertrag zu prüfen und bei Abweichungen Empfehlungen auszusprechen. Unabhängig davon, kann man sich auch während der Ausbildung immer an den Ausbildungsberater der Kammer wenden.

Empfehlungen der Kammer sind auch Grundlagen für Rechtstreitigkeiten.

@DrillbitTaylor

Einen Tarifvertrag gibt es nicht aber die Steuerberaterkammer Nordbaden empfiehlt regelmäßig Gehaltsanpassungen für Auszubildene in den Berufen.

Man muss sich nicht dran halten aber in der Regel halten sich die Steuerberater daran.

Du bekommst kein Gehalt, sondern eine Ausbildungsvergütung, dass ist was anderes. Ob die höhe deiner derzeitigen Vergütung richtig ist, kann dir die zuständige Kammer sagen. Eine generelle "Lohnanpassung" (?) während einer Ausbildung gibt es nicht und mit Gleichbehandlung hat das nichts zu tun. Wenn der Azubi noch sonstige Leistungen durch ( oder über ) den Betrieb erhält, dann ist das Sache des Chefs.

Die Ausbildungsvergütung steht von vorneherein fest (siehe Ausbildungsvertrag - hier muß eine Steigerung in jedem Ausbildungsjahr vorhanden sein) - hier ist, sofern vorhanden, der Tarifvertrag maßgeblich - die Veränderungen (z. B. Tarifsteigerungen bei den Azubivergütungen) des Tarifvertrages sind auf alle Azubis anzuwenden.

Ansonsten gibt es Empfehlungen der IHK/Handwerkskammer, nach denen sich ein ausbildender Betrieb richten sollte.

Es kann natürlich sein, daß Azubis in einem Betrieb je nach Ausbildungsberuf unterschiedliche Ausbildungsvergütungen erhalten; aber Azubis im gleichen Ausbildungsberuf und im gleichen Ausbildungsjahr haben, aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes, auch das Recht auf die gleiche Vergütung.

Das Gebot der Gleichbehandlung greift immer dann ein, wenn der Arbeitgeber Leistungen nach einem erkennbar generalisierenden Prinzip auf Grund einer abstrakten Regelung gewährt. Von einer solchen Regelung darf er Arbeitnehmer nur aus sachlichen Gründen ausschließen.

@DerSchopenhauer

du schreibst, dass Azubis im gleichen Beruf + Lehrjahr ein Recht auf die gleiche Vergütung haben. Das ist bei uns auch so, aber wie sieht es in unterschiedlichen Lehrjahren aus?

Bei uns kriegen ja die Neulinge mehr als die im dritten Jahr, wie sieht es da aus?

Es gab übrigens keine Verhandlungen mit den neuen Azubis, noch hatten diese besondere Vorkenntnisse oder besonders gute Noten/Qualifikationen. Eher im Gegenteil. Es kann sich im Betrieb wirklich keiner erklären.

Um Dir wirklich weiterhelfen zu können, bräuchte man mehr Informationen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es sich wirklich lohnt, da die meisten auf Antworten überhaupt nicht mehr eingehen...

Was braucht man denn noch für Informationen?

@BierKing

Sorry - BierKing! Ich habe es leider schon zu oft erlebt, dass man ellenlange Erklärungen schreibt und der Fragesteller dann einfach "verschwunden" ist. Das ist sehr ärgerlich und animiert manch einen zu spitzfindigen Bemerkungen. Nochmals SORRY!

Also:

Nach dem Berufsbildungsgesetz muss es eine jährliche Erhöhung der Ausbildungsvergütung geben. Die Höhe richtet sich zunächst mal nach dem Tarifvertrag (hierfür müsste man wissen - unabhängig davon, ob der Arbeitgeber tarifgebunden ist oder nicht - welcher Branche und welchem Tarifgebiet Ihr angehört). Ausgehend von diesen tariflichen Ausbildungsvergütungen kann der Arbeitgeber max. 20% darunter vergüten. Dazu gibt es Gerichtsurteile...

Kann es sein, dass Ihr im 3. Lehrjahr eine höhere Bruttovergütung, aber durch Sozialabgaben und Lohnsteuer, netto weniger bekommt?

@DrillbitTaylor

Hat sich inzwischen erledigt, hab mal beim Chef nachgefragt woran das liegt:

Er richtet sich nach dem Mindestgehalt das von der IHK empfohlen wird. Das war vor 2 Jahren leider noch deutlich weniger als dieses Jahr, was vor allem daran liegt, dass eine Berufsgruppe aufgelöst und in meine sozusagen "integriert" wurde.

Steuern muss ich zum Glück keine zahlen, sonst wäre beinahe nichts mehr von der Vergütung übrig :-)

Trotzdem danke für die Antworten!

normal gilt was im lehrvertrag steht und wenn du mehr möchtest einfach mal mit dem chef reden

Was möchtest Du wissen?