Kundenschutz für Makler nach qualifiziertem Alleinauftrag? Muss der Verkäufer den möglichen Käufer namentlich nennen?

6 Antworten

Der Makler hat Anspruch auf Provision, sofern er für den Verkauf an einen seiner potentiellen Köäufer ursächlich war; dies hat er zu beweisen.

Die Versendung des Exposé reicht aus. Aber im Prinzip ist das ja nicht dein Problem. Wenn diese Leute jetzt das Haus kaufen, müssen sie trotzdem den Makler zahlen

Der Verkäufer hat lediglich gesagt im letzten "Streit"-Gespräch, dass 3 Kunden aus der Makler-Kundenliste eben auch besichtigt haben ... und bei 1 Kunde davon hat sogar mit dem Makler besichtigt (mein Fehler, vergessen), dann abgesagt, aber vermutlich dann doch beim Verkäufer gemeldet. (Weil die mögliche Finanzierung für Kaufpreis + Makler nicht ausgereicht hätte, der Kaufpreis allein jedoch schon ...) Es geht um ein Objekt im Wert von ca. 400.000 € oder für das Gesamtobjekt = 2 Doppelhaushälften mit unterschiedl. Größe = 650.000 € ) 

Du bist gar nicht der Verkäufer? Sondern der Käufer?

@Paulina42

@ Paulina42 ... Aber das sollte man doch erlesen können, sie ist die Maklerin ;-)

@AchIchBins

Ja, richtig, wollte es nur allgemein halten, da sonst oftmals so unqualifizierte Aussagen kommen ...

In erster Linie sind es mal Deine Kunden. Meines Wissens ist es auch unerheblich ob qualifizierter Vertrag oder nicht, Du hast die Adresse genannt und somit bleibt es Dein Kunde und zwar ca. 1 Jahr. So haben Gerichte auch schon geurteilt. Diese Zeit wird tlw. anerkannt, da ein Hauskauf mit dem ganzen Prozess eben auch mal mehrere Monate dauert. Die Maklerprovision wäre nur dann gefährdet, wie du sicher auch selbst weißt, wenn der Zeitraum "extrem" später wäre und/oder der Kaufpreis signifikant anders wäre. Leider finde ich das Urteil nicht, wo ich das mal gelesen habe. Ich kenne auch einen Fall, da hat der Makler beim Verkäufer im Auftrag des Interessenten um einen geringeren Preis nachgefragt, welcher dann vom Verkäufer abgelehnt wurde. Nach Ablauf des Maklervertrages, verkaufte der Verkäufer aber zu diesem geringeren Preis direkt an den Interessenten. Auch da war das Gericht auf Seiten des Maklers, auch Richter haben manchmal den Durchblick.

Hallo AchIchBins!

Danke! 

  1. Aber MUSS der Verkäufer dem Makler den Namen des Käufers nennen? Der Verkäufer meint nämlich, dass er das nicht müsste und somit kann ja auch nur erschwert überprüft werden, ob und wer von den Maklerkunden gekauft hat. 
  2. Und wie wird die Kaufpreisreduzierung ausgelegt? Kann man das in % sagen, also z.B. sofern der Kaufpreis z.b. 10 % oder mehr oder 15 % oder mehr gesenkt wird, wäre es ein neues Angebot und nicht mehr courtagepflichtig? 
  3. Und was ist, wenn der Maklerkunde sagt, er hätte ja erst Interesse gehabt bei dem Verkäuferinserat und das Expose hat er gar nicht beachtet? 

Der Verkäufer meint nun, dass der Makler KEIN Recht auf seine Provision hat, weil er ja nicht mit den Kunden besichtigt hat in der Vertragslaufzeit und diese Kunden ja auf SEINE Anzeige erst reagiert hätten.

 

Die Besichtigung spielt keine Rolle, der § 652 BGB beschreibt nur den Nachweis, bzw. die Vermittlung eines Vertrags durch den Makler.

Hier kann das bloße Versenden eines Exposés schon völlig ausreichend sein.

Hier ist allerdings der Maklervertrag abgelaufen, so dass meiner Meinung  auch der Provisionsanspruch verwirkt ist. Es besteht ja kein Vertragsverhältnis mehr.

Unabhängig davon muss der Makler nachweisen, dass der Verkauf der Immobilie durch seine Bemühungen zustande gekommen ist. Das dürfte hier kaum möglich sein.

Der Makler hat doch bereits VOR Ende seiner Vertragslaufzeit = per 30.6.17 - dem Verkäufer mitgeteilt, dass er die Immobilie den in der Kundenliste stehenden Kunden angeboten hat. Ist das kein Nachweis? Abgesehen davon, dass der Makler auch wie jetzt üblich die Widerrufsrechtsbelehrung hingeschickt hat und zumindest teilweise (vermutlich auch die Kunden, die besichtigit haben) diese gelesen und akzeptiert haben. (Entsprechende Rückmail beim Makler) 

@Golfspielerin

Ich habe jetzt mal einen anderen Kommentar gelesen. Der Sachverhalt ist dann doch nicht so einfach.

Es gab einen Kunden, der mit dem Makler schon besichtigt hat und nur den Kauf abgelehnt hat, weil die Maklerprovision zu hoch war.

Hieraus könnte sich durchaus ein Anspruch des Maklers ergeben. Vielleicht aber kein Provisions- sondern ein Schadenersatzanspruch.

Die Widerrufsbelehrung ist eigentlich egal und hat mit dem Provisionsanspruch hier nichts zu tun.

Wenn Du es dir einfach machen willst, verkaufe einfach an einen anderen Interessenten.

@ChristianLE

Hallo ChristianLE!

Der Auftrag ist ja inzwischen ausgelaufen - Stand 30.6.17! Somit ist das ja nicht mehr möglich an einen anderen Interessenten zu verkaufen. 

Vielleicht hilft dir dieser Auszug aus dem Internet weiter. Wahrscheinlich beruft sich der Makler auf den Abschnitt "Laufzeit und Bindung", welche mindestens 4 Monate nach Beendigung des Alleinauftrags weiterbesteht. . 

https://www.realbest.de/immobilienverkauf/maklervertrag/ 

Genaueres ist dann unter dem Link "Maklerprovision Gesetz" nachzulesen. 

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