Kann mein Vermieter einfach die Schlösser austauschen und eine Räumung durchführen, wegen eines einmonatigen mietrückstandes?

8 Antworten

Bei einer Garage gibt es ein paar Unterschiede zum Wohnraum. Aber eines ist beiden gemeinsam. Nämlich du hast einen Besitzanspruch durch den Mietvertrag. Und diese Besitzstörung nennt der Jurist verbotene Eigenmacht.

Bevor der Vermieter aber irgend was machen kann, müßte er erst mal gekündigt haben. Das öffnen der Garage kann auch nicht mit dem Vermieterpfandrecht begründet werden. Denn dieses übt man nicht dadurch aus, indem man einfach Sachen wegnimmt, sondern das übt ein korrekt agierender Vermieter dadurch aus, dass er dir schriftlich mitteilt, dass er sein Pfandrecht in Anspruch nimmt und du dadurch nichts fort schaffen darfst.

Du kannst nun dem Vermieter eine schriftliche Abmahnung geben, es zu unterlassen, die Garage zu betreten, oder du kannst auch auf Unterlassung klagen. Sollten Sachen fehlen, die er weg geschafft hat, ist das Unterschlagung, wofür du ihn anzeigen kannst.

Er kann Ihnen den Zugang zur Garage verwehren und von seinem Vermieterpfandrecht bis dahin Gebrauch machen.

Schauen Sie mal, was der Mietvertrag für die Garage dazu hergibt.

Zahlen Sie und gut ist!

Achten Sie künftig auf die Einhaltung Ihres Garagenmietvertrages, damit Ihnen solcher selbstverschuldeter Ärger künftig erspart bleibt.

Es geht um eine Garage. Vergiss also gleich mal nahezu alles, was Du aus dem Wohnraummietrecht kennst. Paragraphen, Urteile etc.

Nähere Dich dann an das Thema über die sonstigen Paragraphen des BGB-Mietrechts und -vertragsrechts an.

§ 535 BGB kennt genau 2 Pflichten eines Mietvertrags:

  1. Die Pflicht des Vermieters, den Mietgegenstand zur Verfügung zu stellen
  2. Die Pflicht des Mieters, die vereinbarte Miete zu entrichten.

Punkt 1 wurde erfüllt. Der zweite nicht, obwohl im Mietvertrag unmissverständlich drin steht, wann die Miete zu bezahlen ist. Mündliche Vereinbarungen gelten demgegenüber nicht.

Wurde die Miete nicht entrichtet, darf der Vermieter von seinem Pfandrecht Gebrauch machen. Es ist in dem Fall also tatsächlich sein Recht, mit Hilfe eines Schlossers Deine Sachen wegzusperren. Das bedeutet aber nicht, dass Du die Schlosserrechnung bezahlen musst.

Begann der Mietvertrag am 1.9. darf der Vermieter jetzt auch nur die erste Miete verlangen. Hast Du diese bezahlt, ist auch das Pfandrecht des Vermieters entfallen.

Teile ihm das nach der quittierten Zahlung der ersten Miete direkt mit, dass Du von ihm Schadensersatz für jedes verloren gegangene oder defekte Teil von ihm verlangen wirst, wenn er sich an Deinen Sachen vergreift. Bitte ihn direkt auch um die sofortige Herausgabe der neuen Schlüssel.

Weigert er sich, kannst Du wiederum selbst zu einem Rechtsanwalt gehen und eine gerichtliche Verfügung dazu verlangen. Lohnt sich solch eine Vorgehensweise?

Zahle dem Vermieter zwei Mieten (1. heute und zweite spätestens am 4.10.) und kündige auch am besten sofort den Mietvertrag zu Ende Oktober 2018 oder zu ggf. anderen frühestmöglich vereinbartem Zeitpunkt. Such Dir so schnell wie möglich einen anderen Lagerraum und bring Dein Zeug in Sicherheit, denn dieser Vermieter weiß sich nicht zu benehmen und Du weißt nie, was ihm noch so alles einfallen wird.

denn dieser Vermieter weiß sich nicht zu benehmen

Na da haben sich ja dann wohl die beiden richtigen "Vögel" getroffen!?!

@schelm1

So sieht es aus. Aber selbst als Vermieter einer Garage muss ich mich einigermaßen im Zaum halten und alle Maßnahmen, die man ergreift so absichern, dass man im Falle eines Rechtsstreits mit Anwälten und ggf. auch Gericht die besseren Karten behält.

Er muss sich da auch an Regeln halten. Zuerst mal Räumungsklage, die meist erst nach einem Mietrückstand von 3 Mobatsmieten angenommen wird. Und als Mieter hat man Verhältnismäßig mehr rechte als der Vermieter. Was es den Vermieter selbst nach 12 Monaten nahezu unmöglich macht, wegen mietrückstand den Mieter aus der Wohnung zu entfernen.
Also entweder hast du schon wesentlich mehr Monate deine Miete nicht gezahlt, oder hast aus einem anderen Grund eine Räumungsklage oder Kündigung bekommen.
Das ist nämlich das Problem der Vermieter. Der Mieter kann sehr viele Probleme machen und sehr kn der Wohnung wüten, man bekommt ihn nicht raus. Selbst wenn die Wohnung dadurch zum Totalschaden wird oder der Mieter wegen nichtauszug selbst Obdachlos wird.

es geht um eine Garage

also wird höchstens das Auto obdachlos ....

@frodobeutlin100

Nein darin habe ich jede Menge Möbel und Elektro Geräte gelagert. U.a. Einen tv und so

Nein ich habe die Garage erst seit dem 01.09.2018. und es gibt KEINE RÄUMUNGSKLAGE ODER DERGLEICHEN. Er hat Selbstjustiz ausgeübt.

@Antje12041999

hast Du denn Beweise für die Vereinbarung, dass die Miete erst später gezahlt werden kann ...?

@frodobeutlin100

Aber nach so kurzer Zeit? Und ganz ohne gerichtliche Verfahren oder dergleichen?

@Antje12041999

Was ist Selbstjustiz? Wenn man z.B. eine vereinbarte Zahlung nicht leistet oder was?

Jeder Vermieter kennt seine Rechte. Kein Vermieter tauscht einfach aus, wenn er nicht im Recht wäre. Also schau mal deine Post der letzten 3 Monate durch

@Michaela9

Seit dem 01.09.2018 sind fast 24 Tage vergangen. Was sollen hier 3 Monate Postkontrolle

@Michaela9

Ich habe die Wohnung doch erst 24 Tage lang!!!!!!!!

@Michaela9

...oder schlicht mal in den Garagenmietvertrag!

@Antje12041999

Wieso jetzt Wohnung? Hieß es da nicht vorher Garage?

@Michaela9
Also schau mal deine Post der letzten 3 Monate durch

Die Garage ist ab 1. September gemietet! Was soll dann Post von den letzten drei Monaten für einen Sinn haben?

Also für mich liest es sich eher wie folgt....

- Der Mieter erfindet eine passende Geschichte fürs Forum.

- Der Vermieter hat Alzheimer.

- Das Gespräch fand mit Wolldecken (Knödel) im Mund statt. Kurzum es gab keine klare Absprache mit Handschlag. Das passiert leider oft. Glasklare Absprachen sind wichtig.

Immer eine kurze Niederschrift machen. Mindestens ein Handschlag und Augenkontakt.

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