Kann man das spielsüchtig nennen, wenn man jeden Tag 3 Stunden Schach spielt?

5 Antworten

Sucht liegt vor, wenn der Körper extrem negativ auf etwas eigentlich Unnötiges reagiert, wenn er es nicht erhält, und so ein kaum oder nicht in den Griff zu bekommendes Verlangen produziert, welches die Selbstentfaltung beeinträchtigt.

Spielsucht wäre bei "Schach"-Sucht wohl der falsche Begriff, weil dem Schach das Zufallselement fehlt, welches für die Spielsucht typisch ist. Sucht ist bei Schach denkbar, allerdings habe ich das noch nie gehört, dass der Körper harte Entzugserscheinungen produziert, wenn jemand kein Schach spielt (schlechte Laune reicht nicht, ebenso nicht mieses Gefühl, Antriebsschwäche - harte Entzugserscheinungen sind wirklich etwas anderes ...).

Bei "Spielsucht" sind außerdem eigentlich Glückspiele mit Geldeinsatz gemeint, bei denen man in den finanziellen Ruin geraten kann. Zudem ist dabei die Gefahr gegeben, dass man den bereits "erspielten" Geldverlust wieder aufholen will, immer höhere Einsätze wagt und immer tiefer in den Sumpf gerät. Diese Gefahr besteht bei Spielen ohne Einsatz nicht.

Du scheinst außerdem ja ziemlich konstant bei 3 Stunden zu bleiben. Für Suchtverhalten würde sprechen, wenn es schrittweise immer mehr wird und Du andere wichtige Dinge vernachlässigst.

Du bist süchtig, wenn du probierst damit aufzuhören, aber es nicht kannst. Wenn du deshalb deine Freunde und Schule vernachlässigst (zB vergessen dass man verabredet war, keine hausaufgaben mehr machen und da snur DESHALB), wenn du es gerne lassen würdest aber nicht weißt wie.

Mein Großvater trank jeden Abend eine Flasche Bier zum Abendbrot und einen Schnaps zum Abendbrot. Gemäß Defiition der Mediziner gilt er damit als Alkoholiker!!

Gilt ein Gitarre/Klavier/Schlagzeugspieler oder Maler als süchtig, wenn er täglich 5 Stunden Gitarre/Klavier/Schlagzeug übt oder malt?

Es gibt Fälle, in denen Leute mit diesen Hobbies tatsächlich ihre Umwelt, FreundInnen und sonstigen Verpflichtungen vergessen. Wenn dies der Fall ist, kann man von echter Sucht reden. Ansonsten muß man wohl akzeptieren, dass ein Schachspieler, der Aussichten auf Erfolg(e) haben will, das Schachspiel ebenso studieren muß wie Mathematiker oder Mediziner ihren Job studieren müssen … :-)

Nur 'quasi-süchtig', da die Sucht sofort aufhört, wird sie für ein paar Tage nicht mehr ausgeübt. Geh in die Ferien, ohne Schach, und komme zurück und stelle fest, dass du nicht mehr spielen musst.

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