Gebt ihr euren Kinder "Strafen"?

5 Antworten

Bei uns gibt es keine Strafen; weder irgendwelche Verbote, geschweige denn körperliche Züchtigungen.

Wenn meine Jungs in unseren Augen etwas "falsch" machen, erklären wir ihnen, wie es richtig geht oder was wir von ihnen erwarten. Das kommt recht selten vor, da wir sozusagen mit gutem Beispiel vorangehen und ihnen sozialkompatibles Verhalten vorleben.

Warum sollten unsere Kinder z.B. "frech" sein, wir behandeln sie mit Respekt, also begegnen sie uns genauso. Wenn sie verbal über die Stränge schlagen, reicht ein "nicht dieser Ton, ich spreche vernünftig mit dir, also kannst du das auch mit mir".

Was meinst du mit "irgendwelchen Unsinn macht"? Mein Mann und ich bescheißen z.B. nicht das Finanzamt und betrügen auch nicht die Versicherung; wir stehlen also nicht - warum sollten es dann unsere Kinder tun.

Ich arbeite im Schichtdienst, an Sonn- und Feiertagen und mit nächtlichem Rufdienst. Meine Kinder kriegen also live und in Farbe mit, dass man hart für sein Geld arbeiten muss - warum sollten sie sich da auf die faule Haut legen.

Wenn sie ein Verhalten an den Tag legen, was uns "unfröhlich" macht, kommunizieren wir das.

Es gibt wohl Konsequenzen. Schlechte Noten z.B. werden nicht bestraft (da ist das Kind doch schon in den Brunnen gefallen), aber wir organisieren eine Nachhilfe, damit die nächste Arbeit besser ausfällt.

Die Schmutzwäsche ist nicht ordnungsgemäß im Wäscheabwurf gelandet? Dann fehlt das Lieblingstshirt oder das Sporttrikot oder der Trainingsanzug eben für einige Zeit.

Die Brotdose steht nach der Schule nicht neben der Spüle? Dann bleibt sie eben ungespült und muss so weiterbenutzt werden - von mir aus, bis sie schimmelt.

Einer fängt ein teures Unterfangen an (z.B. Bootsführerschein), das wir bezahlen und zieht es nicht durch? Dann muss er halt in den nächsten Ferien arbeiten gehen und uns das Geld zurückzahlen.

Ich bin übrigens genauso erzogen worden und nein, meine Jungs sind keine verschrobenen Muttersöhnchen, sondern ganz normale, pubertierende Teenager von 15 und fast 18 Jahren.

Alles Gute für dich!

Es ist effektiver, ohne Strafen auszukommen und stattdessen Belohnungen und Lob zu geben.

Angenommen, es stört dich gewaltig, dass dein Sohn immer das Handy in der Hand hat, dann rede mit ihm sachlich und vernünftig. Mache ihm klar, was dich stört (Abhängigkeit, Unhöflichkeit, soziales Verhalten...).

Gehe mit gutes Beispiel voran, lobe deinen Sohn, wenn er mal das Handy nicht in der Hand hat, wenn er nicht spielt, wenn er eben das Verhalten zeigt, das du sehen möchtest.

Hätte ich in seinem Alter auch behauptet.

Ist DER Standartspruch bei Kindern: ALLE anderen dürfen aber....

NUR ich MUSS.

KEINER von meinen Freunden......

Komischeweise immer nur dann, wenn man einen Vorteil will ;-)

Und selbst wenn KEINER, ALLE, NIE zutrifft: Dann ist das halt bei denen so, bei euch ist es andres und das hat er zu aktzeptieren.

Allerdings (aber auch ich muss natürlich akzeptieren wie ihr das handhabt und,ja es IST eure Sache) würde ich nicht auf Strafen setzen sondern auf logische Konsequenzen. Hört sich ähnlich an, ist aber für das Kind nachvollziehbarer.

Was heißt „Unsinn“?

Die antiautoritäre Erziehung hat sich ja nicht bewährt. Und eigentlich gab es auch diese nicht wirklich. Denn psychischer Druck in irgendeiner Form wurde auch da ausgeübt. Fehlende Erziehung bedeutet Vernachlässigung. Und das Schein - Argument „alle anderen dürfen aber..“ und so weiter gab es auch schon immer.

Ich habe meine Kinder vielleicht tatsächlich relativ streng erzogen, bestraft und unter Druck gesetzt, damit das Famileinleben funktioniert, und sie lebenstüchtig werden. Diese beiden Punkte waren für mich nicht verhandelbar.Bei anderen „Dummheiten“ habe ich gern ein Auge zugedrückt, und sie in Schutz genommen, wenn irgendwer gemeint hat, an ihnen herum mäkeln zu müssen.

Und weißt du was? Heute werfen Sie mir nicht vor, dass ich manchmal vielleicht zu streng war, sondern das, wo ich noch zu wenig konsequent gewesen sei!

Wir haben unseren Nachwuchs bisher ein oder zwei Mal aufs Kinderzimmer geschickt "bis dieser wieder mit den Gefühlen runterkam" (tickte da grade voll aus).

Beziehungsweise, ein Mal mussten wir nix sagen, da stürmte unser Nachwuchs von sich aus ins Kinderzimmer, wütete dort, beruhigte sich irgendwann, meldete sich irgendwann vorsichtig bei uns, wir nahmen uns in den Arm und vertrugen uns wieder.

Ansonsten waren bisher noch nie Strafen notwendig.

Ich würde aber darauf achten das es Bezug hat zu dem was vorher vorfiel, oder aber auf jeden Fall das es etwas ist das auch "zieht" (einem Stubenhocker macht Hausarrest doch nix aus, jemand der zu Handys keinen Bezug hat wird auch von Handyentzug nicht beeindruckt).

Was bei uns aber definitiv niemals in Frage kommt: Schläge oder Essensentzug ( a la "ohne Essen ins Bett").

Essensentzug gab es bei uns auch als logische Konsequenz. Wer sich am Tisch unzumutbar benahm, für den war die Mahlzeit beendet. Und dann gab es nix mehr bis zur nächsten Malzeit.

@Urlewas

Meine Eltern hatten damals noch nie etwas von "logischen Konsequenzen gehört". Da kam was ihnen grade aktuell spontan einfiel (je nachdem wie sauer sie waren). Mir wars lieber wenn mein Vater die Strafe aussprach, die Hand meiner Mutter war einige Male etwas "spontaner" - und das prägte mein Verhalten (und spontane Reaktionen, zb Zusammenzucken/ zurückweichen bei plötzlichen Bewegungen anderer Leute) für viele viele Jahre sehr negativ.

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