EbayKleinanzeigen Vertrag zurückzutreten?

8 Antworten

Du hast mit dem ersten Käufer einen Vertrag abgeschlossen und hast Dich daran zu halten.

Wieso nimmst Du auch den ersten besten Vorschlag an? Was hätte Dich gehindert zu antworten, dass Du für den Vorschlag dankst aber noch weitere Vorschläge abwartest? Das hast Du Dir selbst verbaut.

Der Käufer hat Euren Schriftwechsel mit Deiner Verkaufszusage. Wenn er einen Anwalt einschaltet, hat er gute Chancen - aber Du bezahlst das alles, auch den gegnerischen Anwalt.

du hast einen rechtlich bindenen Kaufvertrag mit dem ersten Käufer - du gehst einen erneuten KV ein - kannst machen - wenn du 2 Ferngläser zu verkaufen hast --- was ich nicht glaube xD

du machst dich ihm gegenüber Schadensersatzpflichtig - ER kauft ein Fernglas mit den deinigen Werten für sagen wir 100 Euro - du hast für 50 verkauft - ER zahlt die 100 und kann den Rest von dir einfordern

Je nachdem wie der genaue Worlaut eures Gesprächs war kam ein kaufvertrag zu Stande. Davon gehe ich jetzt  einfach mal aus, da er ja nur abholen wollte und nicht erst ansehen oder so etwas. Ja er könnte klagen, machen die meisten aber nicht, da ja nur die Wertdifferenz der Steitwert ist.

Es ist allerdings auch nicht die feine Art die Ware dann an jemand anderen zu geben.

Dein Beispiel mit dem Bäcker ist das gleiche nur juckt das den Bäcker nicht wenn einer seine Brötchen nicht abholt. Die wurden von dir bestellt und extra für dich produziert, im Zweifel wirft er sie weg weil sie zuviel sind.

mich mit einem Interessenten geeinigt und ich schickte ihm meine Adresse.
damit ist der rechtsgültige KV perfekt

Wenn ich in der Bäckerei ein Brötchen bestelle, bin ich doch auch nicht verpflichtet es zu nehmen

Da bist Du schief gewickelt, rechtlich gesehen hast Du einen Kaufvertrag geschlossen. Wenn die Bäckereifachverkäuferin nach dem Verpacken davon zurücktritt und das Brötchen zurücklegt ist das reine Kulanz.

Ebay Kleinanzeigen sind reine private Inserate, wie in der Zeitung auch. Sobald ein mündlicher Vertrag existiert, d.h. beide ihre Willenserklärung zum Abschluß des Vertrages erklärt haben, sollte man sich daran halten. Wenn Du Pech hast besteht der Interessent auf Erfüllung und du mußt einen gleichwertigen Gegenstand zum gleichen Preis an ihn abgeben. Da wird jedes Gericht nach geltendem Recht richten und nicht nach Menschenverstand urteilen.

Der Fairness halber würde ich den Interessenten auf jeden Fall informieren das der Artikel nicht mehr zur Verfügung steht. Evtl. tut es eine kleine Notlüge, das er beschädigt oder zerstört wurde. Ich fände es unfair, den Abholer kommen zu lassen und ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Mit deinem gesunden Menschenverstand scheint es, entschuldige, nicht sehr weit her zu sein.

...Ich schrieb dem ersten Interessenten, dass ich den Artikel für mehr Geld verkauft hätte und es mir leid täte. ...

@Dummfrager17

Wenn Du Pech hast ist er gewieft und verlangt einen gleichwertigen Ersatz.

@ZuumZuum

Falsche Denkweise!

"Wenn Du Pech hast ist er gewieft und verlangt einen gleichwertigen Ersatz."

Besser wäre:

Du hast Glück, wenn der Käufer auf seine Gewährleistungsansprüche verzichtet und du dich mit den Pflichten des Verkäufers beschäftigst, um eine Wiederholung zu vermeiden.

Wer die Gelbe Karte ignoriert - darf sich über die Rote nicht wundern.

Jetzt mal davon abgesehen, dass es einfach nur super unfair ist:

Ein Kaufvertrag beinhaltet normalerweise Einigung und Übergabe.

Die Übergabe habt ihr dadurch ersetzt, dass ihr genau geklärt habt, dass die Ware am Freitag an den Freund übergeben wird. Damit wurde vermutlich der Kaufvertrag geschlossen, hier würde es jetzt auf die ganzen einzelnen Formulierungen ankommen.

Wenn du die Sache nicht lieferst machst du dich also ggf. Schadensersatzpflichtig.

Gebe also einfach dem ersten das Fernglas, er war eben schneller und du hast es ihm schon zugesprochen gehabt. Dann bist du rechtlich auf der sicheren Seite und sozialer ist es auch. Ist eben einfach Pech für dich.

Du schilderst beim Bäcker auch eine andere Situation. Dort willst du was und hattest noch keine Zusage vom Bäcker (das aufstellen eines Preisschildes ist kein Angebot, du geht damit zur Kasse und beginnst den Kaufertrag, indem du es haben willst und der Laden stimmt zu oder nicht).

Du hingegen hast dem anderen schon zugestimmt und Preis und Übergabe vereinbart.  

 

 

Der Kaufvertrag ist unabhängig von der Übergabe. Diese ist nur für den Gefahrenübergang entscheidend.

bedeutet das im Umkehrschluss, dass der Käufer zum Kauf verpflichtet ist, wenn ihm der Artikel nach in Augenschein nehmen nicht gefällt?

@Dummfrager17

Wenn man es so vereinbart hat, ja.

Der Käufer ist verpflichtet den Kaufpreis zu zahlen und der Verkäufer, den Gegenstand dem Käufer zu übergeben.

Wenn man abspricht "erst gucken, dann entschieden" wäre ein Kaufvertrag evtl. noch nicht geschlossen gewesen, hier hängt es von jeder einzelnen gefallenen Formulierung ab.

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