Darf man mit roundup im kleingebinde privaten parkplatz von unkraut befreien?

5 Antworten

Roundup gibt es in unterschiedlichen "Zubereitungen" und bei einigen davon ist tatsächlich die Zulassung abgelaufen. Die Verwendung wäre dann auch verboten. Die Zulassung von beispielsweise Roundup Turbo Plus hingegen erlischt erst am 31.12.2020.

einen privaten Parkplatz auf nicht-öffentlichem Grund und nicht-versiegelter Oberfläche damit von Unkraut befreien darf

Das sollte im Beipackzettel stehen. Unter Umständen gibt es aber strengere örtliche Einschränkungen, beispielsweise in Wasserschutzgebieten.

Man dürfe es ohne einen solchen Nachweis auch weder verkaufen noch verschenken.

Das ist richtig. Du darfst es weder weiterverkaufen noch verschenken. Und wenn der Verkäufer keinen Sachkundenachweis hat, dann ist er vermutlich auch nicht in der Lage gewesen, Dich zu beraten, wie es das Gesetz verlangt. Und dann hätte er es Dir auch nicht verkaufen dürfen.

Und Dein letzter Absatz hört sich so an, als ob man einen Händler hopsgenommen hätte, der das Mittel verbotenerweise verkauft hat, ohne die entsprechende Berechtigung dafür zu haben. Also wurde seine Kundenkartei beschlagnahmt und die Kreise über die Käufer informiert, welche nun eine leider unzureichende "Minimalstaufklärung" an die Käufer verschickt, weil der Händler seine Beratungspflicht nicht erfüllt hat. Roundup kann man in fast jedem Baumarkt kaufen. Die Mitarbeiter dort haben einen Sachkundenachweis. Eine gute Beratung habe ich dort in Sachen Pflanzenschutz aber auch noch nie bekommen. In den mir bekannten Raiffeisenmärkten ist es in dieser Hinsicht schon etwas besser.

Das sagt der Hersteller dazu:

Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet auf das Folgende hinzuweisen:
Dieses Mittel ist nicht für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen! 
Sie benötigen für deren Verwendung Sachkunde nach § 10 Pflanzenschutzgesetz (einschlägige Berufsausbildung als Gärtner oder Landwirt, Pflanzenschutzsachkundeprüfung).
Sie bestätigen durch Ihren Kauf folgende Punkte:
1. Sie verfügen über die notwendige Sachkunde.
2. Der Einsatz wird nur auf Kulturflächen durchgeführt (bzw. Sie uns eine Genehmigung zusenden.)
3. Sie bringen die Pflanzenschutzmittel nach der entsprechenden Gebrauchsanweisung aus.
4. Sie erfüllen die erforderlichen Voraussetzungen nach § 10 des Pflanzenschutzgesetzes.
Darüber hinaus gilt für sämtliche Pflanzenschutzmittel, dass sie ohne Ausnahmegenehmigung nach § 6 Abs. 3 PflSchG grundsätzlich nur auf gärtnerisch, landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen und nicht auf Nichtkulturflächen (z.B. Abstellflächen, Hofflächen, Befestigte Wege und Plätze usw.) und auch nicht unmittelbar an Gewässern angewandt werden dürfen (§6 Absatz 2 PflSchG).
Seit dem 01.08.2003 gilt ein Verbot von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln auf Flächen, bei denen die Gefahr der Abschwemmung besteht. 
Diese Pflanzenschutzmittel dürfen darüber hinaus nur mit vorgelegter schriftlicher Genehmigung nach § 6 Abs. 3 PflSchG erworben werden, wenn deren Anwendung auf Nichtkulturland (Abstellflächen, Hofflächen, Befestigte Wege und Plätze usw.) vorgesehen ist..

Tipp: Lese das Kleingedruckte bevor du wetterst!

Das bedeutet also, daß man Glyphosat nicht auf Flächen (Abstellflächen) anwenden darf, wo nur Unkraut wächst, sondern nur dort, wo Blumen, Obst, Gemüse und Getreide wachsen?

@Zabelmann

Für dich in erster Linie wichtig- Anwendung nur mit Genehmigung, die entsprechenden Paragraphen stehen dabei.

Darüber hinaus gilt für sämtliche Pflanzenschutzmittel, dass sie ohne Ausnahmegenehmigung nach § 6 Abs. 3 PflSchG grundsätzlich nur auf gärtnerisch, landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen und nicht auf Nichtkulturflächen (z.B. Abstellflächen, Hofflächen, Befestigte Wege und Plätze usw.) und auch nicht unmittelbar an Gewässern angewandt werden dürfen (§6 Absatz 2 PflSchG).

Mit etwas logischem Denken ist auch klar warum, das Zeug ist nicht nur Streß für die Umwelt, unsachgemäßer privater Gebrauch verseucht das Grundwasser und gefährdet die Gesundheit von Tieren und Menschen.

Am "Sachkundenachweis" kommst Du leider nicht vorbei, d.h., Du mußt Landwirt oder Gärtner sein. - Wenn Dein Nachbar "sachkundig" im benannten Sinne ist, darfst Du ihm das natürlich übergeben.

Wie es sich mit Round-Up-Kleingebinden verhält, weiß ich nicht.

Ich als Nichtagrarier kommen an Round-Up direkt jedenfalls nicht mehr heran. Früher habe ich mir Kleingebinde (1 l) besorgt, jedoch inzwischen zieht der Verkäufer im örtlichen Raiffeisen-Markt den Schwanz ein und traut sich nicht mehr, mir diese Kleinmenge zu verkaufen.

Aber in dem Dorf, in dem ich wohne, gibt es naturgemäß viele Landwirte. Das ist die bequemste Möglichkeit, an Round-Up heranzukommen.

Mein Dank geht an die Gutmenschen und berufsmäßigen Bedenkenträger mit ihrer Glyphosat-Hysterie.

Wenn du es kaufst bist du auch dafür verantwortlich das es nur in sachkundige Hände gerät.

Wenn ich mich nicht irre war RoundUp für versiegelte Flächen, wie einem Parkplatz, doch sowie nicht zugelassen.

Der Parkplatz war nicht versiegelt, weshalb auch dort Unkraut wachsen konnte. und auf einem Privatgrundstück.

@Zabelmann

Nun ist aber der unversiegelte Parkplatz keine gärtnerisch bzw. land- oder forstwirtschaftlich genutzte Fläche.

Und hier greift § 12 Abs. 2 PflSchG:

"Pflanzenschutzmittel dürfen nicht ... auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, angewendet werden."

Ein entsprechend sachkundiger Händler hätte gefragt, wo genau Du das Mittel einsetzen wolltest und hätte Dir zu einer Alternative geraten, beispielsweise zu einer "thermischen Lösung" wie einem Gasbrenner zur Unkrautvernichtung.

Kleiner Hinweis am Rande: Salz und Essig dürfen für solche Zwecke nie verwendet werden, weder in der gepflasterten Einfahrt noch auf dem unbefestigten Parkplatz und auch nicht im Blumenbeet.

Glyphosat ist nur punktuell in geringsten Mengen direkt auf der Pflanze zu benutzen. Versprühen oder flächig ausbringen ist nie vorgesehen gewesen.
Falls du grössere Flächen entkrauten willst, kochendes Wasser benutzen. Hilft auch.

Danke für den Tip aber darum geht es hier und jetzt eigentlich nicht.

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