Darf man auf einem Elternabend das Thema Mobbing ansprechen?

5 Antworten

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Liebe Kristina100396,

wenn das Thema in der Klasse neu ist, ist die Elternversammlung nicht das ideale Forum. Man sollte beim Vertrauenslehrer beginnen, bzw. mit den Lehrern der Klasse sprechen. In der Elternversammlung die "Täter" zu nennen führt nur dazu, dass die betreffenden Eltern ihre Kinder verteidigen, weil sie sich ihre Kinder nicht als "Mobber" vorstellen können. (Häufig zu Recht, weil sich Kinder eben zuhause anders verhalten als in der Schule oder gar auf dem Schulweg.)

Der Vertrauenslehrer oder der Klassleiter wird zuerst mit den Eltern der Opfer und der Täter unter vier bis sechs Augen sprechen, bevor er, wenn es gar nicht anders geht, die Öffentlichkeit einer Elternversammlung informiert.

Vielen Dank für die Antwort! Also ist es eher wie ein letzter Ausweg gedacht, wenn andere Wege nicht funktionieren?

@Kristina100396

Richtig! Wichtig ist auch Zuwendung für das Opfer. Kinder bekommen sehr leicht das Gefühl, selber für das Mobbing Schuld zu haben. Massive Konfrontation von Opfer- und Tätereltern sind in jedem Fall kontraproduktiv. Das Opfer muss und will ja in der Klassengemeinschaft mit den Tätern auskommen. Das ist dann, wenn die Eltern aufeinander losgehen, kaum mehr zu schaffen.

@HansKlaffl

Vielen lieben Dank!

Das sehe ich ganz anders, Mobbing muss man sofort in der Klasse öffentlich machen. Das nicht zu tun schütz die Täter. Auch nicht betroffene Eltern können auf ihre Kinder einwirken und den Mobbern das Publikum entziehen.

@Goodnight

Aber das kann nur falsch sein, es vor allen publik zu machen.

@Kristina100396

Nein das kann nur richtig sein. Wenn einer in einer Gruppe ein Problem hat, hat die ganze Gruppe das Problem. Mobber brauchen Mitspieler und die muss man ihnen weg nehmen. Elternhaben die Pflicht ihre Kinder zu erziehen und sich dem Mist stellen die ihre Kinder anrichten.

Ja..das kann man auf einem Elternabend ansprechen, allerdings nur mit Rücksprache des Klassenlehrers, damit der sich nicht übergangen fühlt und gegensteuern kann...gutes Gelingen :-)

Vielen Dank für die Antwort! :-) Aber bei mir ist es schon zu spät xD

@Kristina100396

Bitte ...wieso ist es zu spät, war der Elternabend schon?

@Pummelweib

Ich bin 18 und das Ganze liegt zum Glück schon seit ein paar Jahren hinter mir.

@Kristina100396

Ach so...na dann. Es ist oft so, das die Kinder in der Nähe der Eltern total lieb, nett und auch schüchtern sind. Sobald die Eltern aus den Augen sind, legen sie los. Das fängt schon bei jüngeren Schülern an, ich habe es selbst erst mitbekommen :-)

@Pummelweib

Ja, das kenne ich ! Ich könnte dir unzählige Personen auflisten, bei denen es genau der Fall ist. Allesamt einfach so davongekommen!

@Kristina100396

Oft ist es so das Eltern immer denken ihre Kinder sind lieb, sie wollen nicht zugeben das sie anders sein können, schon gar nicht vor anderen. Meine Kinder sind auch lieb, aber es sind eben Kinder und da sollte man beide Seiten hören un darüber reden. Leider sind die Eltern von dem Bösewicht oft gar nicht dazu bereit und fangen selbst das spinnen an, dann steht man dumm da :-)

@Pummelweib

Genau deiner Meinung! ;-) alles nicht so einfach..

Ich bin selbst Lehrerin und nun wird mein eigenes Kind gemobbt. Vom Klassenlehrer bin ich etwas enttäuscht. Wir hatten ihm alles geschildert, aber ich habe mich nicht ernst genommen gefühlt.Ich habe auch mit der Mutter des Kindes gesprochen, wenn aber das Kind sozusagen auf dem goldenen Thron sitzt.... ich hatte wenig Erfolg, bzw. das Kind wurde zu Hause schon angesprochen, aber am folgenden Tag hat dann mein Kind alles dppelt und dreifach abbekommen. Ich denke wir werden das morgen beim Elternabend ansprechen, da es auch zwei Mitläufer gibt, die vom Täter beeinflusst und instrumentalisiert werden. Deren Eltern, so glaube ich, haben nicht die leiseste Ahnung von irgendwas. Wir können auch so nicht mehr weitermachen, denn mein Kind ist mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt.... das tut mir als Mutter auch weh. Übrigens haben wir zunächst auch bemerkt dass unser Kind ruhiger wurde und sich zurückzog, nichts mehr mit Freunden unternahm etc. Ich hatte das auf die ersten vorpubertären Züge geschoben und kam auch nicht auf Mobbing, obwohl ich ja beruflich damit zu tun habe. Das macht mich und viele andere aber auf keinen Fall zu schlechten Eltern. Letztendlich muss nun auch die Schule reagieren und man muss nach einer Lösung suchen, vor allem aber endlich die Eltern der Täterin wachrütteln, die das Verhalten ihres Kindes als Zickereien abtun. Wenn wir alle immer nur zu- bzw. sogar vorbeischauen, wird sich nie etwas ändern.

Ich hoffe, es wird sich sehr bald eine Lösung für das Problem finden.
Leider wird gegen sowas fast nie etwas unternommen.

Ich habe auch jahrelanges Mobbing hinter mir, es begann in der Grundschule und endete mit Abschluss des Abiturs. Es ist furchtbar. Zwar war es später nicht mehr dieses offensive Mobbing, dennoch wurde ich absichtlich gemieden, mir wurde nicht zugehört und ich wurde bewusst ausgeschlossen. Meine Meinung in Gruppenarbeiten zählte nicht und im Sportunterricht wollte mich auch niemand haben, obwohl ich eigentlich recht sportlich bin.

Und rückblickend finde ich, dass mehr getan hätte werden müssen! Ich hätte für mich selbst aufstehen müssen oder meine Eltern hätten sich das trauen müssen! Man hat letztlich nichts zu verlieren, denn von alleine wird es nach meiner Erfahrung nicht besser.

Wenn es zu schlimm wird, ist der Wechsel der Schule wohl die beste Option!

Alles Gute !!!

Das ist in erster Linie Sache der Schule. Mit dem Bloßstellen oder Angreifen der Eltern beim Elternabend erreicht man wohl eher das Gegenteil. Das bedeutet, daß es das eigene Kind dann evtl. noch schlimmer trifft bzw. es ausbaden muß, wenn sich Eltern massiv einmischen.

Bei Problemen in der Schule wende ich mich in einem Einzelgespräch immer erst an die Klassleitung. Was in der Schule passiert, sollte unbedingt auch in und durch die Schule geregelt werden. Damit schützt man sein Kind besser als durch offizielles Eingreifen.

Guter gedanklicher Ansatz! Dankesehr!

Hallo Kristina!

Ich würde bei einem so sensiblen Thema wie Mobbing grundsätzlich eher den Erstkontakt mit dem Klassenlehrer suchen & mit ihm das privat klären. Er beruft dann ggf. eine Sonder-Elternabendsitzung wegen dem Thema ein oder wendet sich an die Eltern des Mobbers, je nachdem wie die Situation durch den Mobber ist & wie das Thema in der Klasse allgemein gewichtet wird. Das bekommt er in einem "Klassengespräch" vorher raus. Ist die beste & auch allgemein gängigste Lösung!

Öffentlich die Namen zu nennen bzw. Anschuldigungen zu machen - auch wenn es berechtigt sein wird wie hier - ist aber eine Gratwanderung, ich würde es auf keinen Fall machen. Das hilft niemandem & kann z.B. zu Antistimmung gegen die unbeteiligten Eltern/vllt. andere Geschwister des Mobbers die auf der Schule sind & damit nix am Hut haben führen & sowas empfinde ich als absolut vermeidbar.. außerdem sind persönliche Fehden vllt. von den Eltern oder sonst was schon denkbar. Hat's jedenfalls sicherlich scon gegeben!

Viel Erfolg!

Danke für diese tolle Antwort! Klasse :)

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