Darf ich in Mietwohnung zum Tapezieren kurzzeitig den Heizkörper entfernen?

16 Antworten

Auch wenn ich das mit dem Nachfüllen des Wassers noch mal nachlesen muss.

Das Wasser muss in der Regel direkt an der Heizungsanlage aufgefüllt werden, zu welcher Du vermutlich keinen Zutritt hast.

Bezüglich der Demontage und Wiederanbringung des Heizkörpers vertraue ich auf meine Handwerklichen Fähigkeiten

Als Vermieter würde ich Dir das untersagen. Ich hatte letztens einen ähnlichen Fall in meinem Haus. Der angeblich handwerklich begabte Mieter hat durch die (De-)Montage einen Wasserschaden in den drei darunterliegenden Geschossen verursacht und darf nun einen hohen vierstelligen Betrag auf den Tisch legen. 

Muss ich dazu Rücksprache mit dem Vermieter halten oder ggf. sogar einen Fachmann beauftragen?

Zwingend beides!

Das Nein zum Heizkörperabbau hat viel mehr Gründe als bisher beantwortet. Nach VDI 2035-2 sollte/muss Nachfüllwasser enthärtet, besser vollentsalzt sein. Andernfalls bilden sich Kalkablagerungen/Kesselstein im Wärmeerzeuger. Egal ob Kessel, Therme, Fernheizwärmetauscher. Die vorhandene Heizungsanlage sollte mit einer Vollentsalzungspatrone ausgerüstet sein oder eine Fachfirma muss mit einem transportablen Gerät diese Wasserqualität nachfüllen. Trotzdem wird dann auch Sauerstoffhaltiges Wasser nachgefüllt und es sollte ein Microblasenabscheider vorhanden sein, um den S. schnell aus dem Heizungswasser zu entfernen. Alle Vorsichtsmassnahmen helfen nur bedingt. Es wird durch die Nachfüllung magnetischer Eisenschlamm (Magnetit) in den Heizkörpern und Stahlrohren gelöst und in Richtung Wärmeerzeuger und Pumpe geschwemmt. Dagegen gibt es Entschlammungsbauteile und Magnetitabscheider mit Magnetstab, gibt es aber selten in Altanlagen, bei Neubauten quasi unumgänglich.(siehe VDI 2035-2) Wenn nicht vorhanden, gibt es grossen Schaden durch Verschmutzung des Wärmeerzeugers und Pumpenausfall, da insbesondere die neuen Hocheffizienzpumpen einen Dauermagneten im E-Motor haben, der sich über den angeschwemmten Magnetit "freut und ihn magnetisch anzieht". Der Schaden kann so riesig sein, dass noch nicht einmal ein Heizungsfachmann ohne Besichtigung der Anlage einen Preis nennen kann, der mit Wasser nachfüllen, Entlüften an jedem Heizkörper, Wartung des Magnetitabscheiders, Reinigung der Siebe in Schmutzfängern usw., den Vermieter schadlos hält (vorausgesetzt der Mieter bezahlt). Mindestens 15 Gründe, die Heizkörper nicht zu demontieren. Gleichzeitig eine Warnung an alle Vermieter, evtl. leichtsinning, gutgläubig und mit Laienverstand es einem "Mieter mit Sachverstand" doch zu genehmigen. Gruss vom HLK-Rentner71.

Das kann nur der Vermieter erlauben (oder verbieten). Ihm gehört der Heizkörper.

Allein mit guten handwerklichen Fähigkeiten kann man das jedoch auch kaum schaffen. Da braucht man wirklich einen Fachmann.

Mietern ist es generell nicht gestattet, eine Heizkörper-Demontage  durchzuführen! Da es sich bei einer Heizungsanlage um Gemeinschaftseigentum handelt, müssen Mieter und auch  Wohnungseigentümer vor Veränderungen der Heizung den Vermieter beziehungsweise die Eigentümergemeinschaft, über Pläne den Heizungskörper demontieren zu wollen, informieren und ein schriftliches Einverständnis einholen. Mieter sind nicht befugt, Heizkörper ohne Wissen und Zustimmung des Vermieters selbst zu demontieren.

Natürlich kannst du die Heizkörper auch ohne Einverständnis demontieren. Sollte dabei etwas schief gehen haftest du aber sowohl für offensichtliche, als auch Folgeschäden z. B. Schimmel durch Wasserschäden.

Wenn du keine Ahnung hast, wie die Demontage funktioniert solltest du die Arbeit einem Fachbetrieb überlassen.

Wie gesagt, es handelt sich nicht um eine dauerhafte Demontage. Das oben beschriebene entstammt einem Gerichtsurteil, dass in einer dauerhaften Entfernung von Heizkörpern eine bauliche Veränderung sieht. Das ist grundsätzlich ohne Einwilligung der Eigentümer nicht gestattet. Logisch. Nur wie gesagt: Es geht lediglich um ein paar Stunden. Also nicht um eine bauliche Änderung.

@Lepidus84

Du kannst Deinen handwerklichen Fähigkeiten gerne Vertrauen. Der Vermieter bzw. die Hausverwaltung werden das sicher nicht.

Gibt es für den Heizkörper eigene Absperrhähne an den direkten Zuleitungen? Wenn nicht, kannst Du es im Mehrfamilienhaus sowieso ganz vergessen.

Wenn es diese gibt, bedeutet das dennoch, dass danach im Heizungssystem Luft ist, die wieder raus muss und spätestens dann müssen Handwerker auch in andere Wohnungen und ab hier wird es dann für Dich sehr unangenehm. Also am besten Finger weg!

Bei einem fest verbauten Heizkörper musst du auf alle Fälle den Vermieter fragen. Außerdem kommt es darauf an, wieviele Parteien über dir wohnen und ob du die Anlage später wieder ordentlich entlüften kannst. Das Ganze ist ja ein System und nicht nur ein einzelner Heizkörper.

Dachgeschoss und einzelne Heizkörper mit zwei Ventilen ;)

@Lepidus84

Trotzdem: Finger weg!

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