Heizungsventil defekt - wer zahlt: Mieter/Vermieter?

5 Antworten

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ich freue mich immer wieder über die tatsächlich hilfreichen und korrekten sowie kompetenten antworten und kommentare von malkia. trotzdem möchte ich auch meine gedanken zum problem äußern: es ist doch mittlerweile allgemein bekannt, dass der vermieter die mietsache in einem zum vertragsgemäßen gebrauch geeigneten zustand an den mieter zu übergeben und während der mietzeit zu erhalten hat. die heizungsanlage gehört zur mietsache und der mieter zahlt für diese, incl. wartung etc., exl. reparaturen, betriebskosten. das ist in einer ordentlichen heizkostenabrechnug auch entsprechend nachgewiesen. die thermostatventile gehören zur heizungs-anlage und deren reparatur bzw, bei bedarf erneuerung, ist also objektiv vermietersache. keinesfalls greift hier eine u. u. vereinbarte kleinreparaturklausel, deren wirksamkeit an sich immer zu prüfen wäre. ich gehe davon aus, dass dem vermieter die mangelhafte funktionalität mitgeteilt wurde. falls also von diesem bisher nichts unternommen oder in aussicht gestellt wurde, nunmehr nochmals schriftlich nachweislich diesen und evtl. andre mängel auflisten, frist zur beseitigung stellen und bei nichteinhaltung ankündigen, dass du dann selbst einen handwerker mit der beseitigung des mangels beauftragen und die kosten ab übernächstem monat mit der fälligen mietzahlung verrechnen wirst. selbstverständlich hast du das recht einer angemessenen mietminderung, ausgehend von der bruttomiete sowie, um den druck zu erhöhen, zusätzlich das recht der zurückbehaltung eines teiles der miete. dieser muss im gegensatz zum minderungsbetrag nach abstellung des mangels aber nachgezahlt werden. die mietminderung kann auch noch rückwirkend bis zu sechs monaten berechnet werden.

Das ist eindeutig Vermietersache; Protokoll erstellen und den Vermieter schriftlich mit Fristsetzung zur Reparatur auffordern. Nachdem Du ja schon beim Einzug Schwierigkeiten hattest, lohnt es sich m.E. hier kaum, vorsichtig oder bedächtig vorzugehen.

Falsch! Das ist eine Kleinreparatur und die kann sehr wohl Sache des Mieters sein, wenn im Mietvertrag vereinbart.

@Regenmacher

Das sehe ich nicht so. Eine Kleinreparatur (und es ist nicht gesagt, dass eine entsprechende Klausel überhaupt im Mietvertrag steht) wäre nach aktueller Rechtsprechung bis € 100.-- zzgl. MWST vom Mieter zu tragen; jedoch zählen defekte Thermostatventile regelmäßig schon wegen des erheblichen Aufwands nicht unter diese Regelung. Alleine das Ventil kostet zwischen € 35.-- und € 65.--; dazu kommen die Handwerkerkosten und An- und Abfahrt. In allen mir bekannten vergleichbaren Fällen werden solche Reparaturen stets durch die Hausverwaltung oder den Vermieter direkt abgewickelt.

Der Austausch von Heizkörperventilen ist keine Schönheitsreparatur. Der Vermieter muß die Funktionalität der Heizung gewährleisten, da in der Miete die Kosten für die Heizungsanlage umgelegt werden. Evenutell Beschwerde über einen Mieterverein veralassen.

Hi. der Vermieter muss zaheln. Was hälst du denn mal von einem Mieterschutzbund? Ich glaub die sind recht günstig. Wenn du häufiger Ärger hast...Der Mieter muss für alles zahlen was zu seinem Hausrat gehört. Die Heizung zählt zum Wohngebäude und ist so nicht deine Sache. Ich hatte auch mal einen Vermieter der nicht so nett und vor allem nicht so helle war. Lass dich nicht ärgern...

Auch du hast keine Ahnung vom Mietrecht!

Ich stehe kurz vor dem Abschluss einer Rechtsschutzversicherung inkl. Mietschutz. Aber die momentanen Probleme werden sicher nicht vertreten, da wahrscheinlich eine Wartefrist besteht :-(

Die laufende Instandhaltung obliegt nach dem Gesetz grundsätzlich den Vermieter. Diese Pflicht kann jedoch teilweise durch den Mietvertrag dem Mieter auferlegt werden. So wird häufig im Mietvertrag geregelt, dass der Mieter die Kosten für "kleinere Instandsetzungen" bzw. zur "Beseitigung von Bagatellschäden trägt. Für die Kostenabwälzung kleiner Instandsetzungen auf den Mieter hat der Bundesgerichtshof (WM 91, 381; 89, 324) folgende Zumutbarkeitsgrenzen aufgestellt: > Bagatellreparaturen dürfen höchstens 90 Euro kosten; > in der Mietvertragsklausel muss eine Höchstgrenze für einen bestimmten Zeitraum für den Fall genannt werden, dass sich Kleinreparaturen häufen; > außerdem darf sich die Klausel nur auf solche Teile der Mietwohnung beziehen, die dem direkten und häufigen Zugriff des Mieters ausgesetzt sind. Unangemessen benachteiligt wird er nämlich dann, wenn er für Gegenstände zahlen soll, die er gar nicht direkt abnutzen kann, wie z. B. Leitungen für Gas, Wasser und Strom. Wichtig: Es kann allenfalls die Verpflichtung, für Bagatellschäden zu zahlen, abgewälzt werden, nicht aber die Verpflichtung, defekte Gegenstände instand zu halten oder instand zu setzen, d. h. reparieren zu lassen (BGH WM 92, 355; OLG Frankfurt WM 97, 609).
Also, du musst das nicht zahlen!!!

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