Darf die Heizung einfach Nachts abgestellt werden?

5 Antworten

Nachtabsenkung ist ein technischer, nicht gesetzlicher Begriff.

Während der Heizperiode, üblicherweise 1.10. - 30.4., oder bei anhaltend niedrigen Außentemperaturen hat der VM in dem Wohn(!)-Räumen tagsüber von 6-22 Uhr 20-22° Celsius bereitzustellen und nachts eine Mindesttemperatur von 16-18° Celsius.
Die Spannbreite ergibt sich aus den hierüber einschlägigen Gerichtsurteilen.

Demnach wäre hinnehmbar, dass der Frühschichtler um 5.30 Ihr kein muckelig warmes Bad vorfindet oder eine Nachteule um 24 Uhr am PC bei 16°C Raumtemperatur fröstelt.

Wer das wil, hat Zuheizer oder Decken zu verwenden, um erhöhte Betriebskosten, die auch bei abgedrehten Heizkörpern im Dauerbetrieb der Anlage entstünden, zu Lasten der Gemeinschaft zu vermeiden. Hier gingen die Interessen der Mehrheit der individuellem Wohlfühltemperatur oder Lebensstil vor.

Wäre die v. g. Wohnraumtemperatur bei geschlossenen Fenstern und Türen und voll aufgedrehtem Thermostat allerdings nicht erreichbar, stellt dies ein Mietmangel dar, den man unter taggenauer und angemessener Mietminderung beseitigt verlangen darf. Kein Mieter muss zwischen 6 und 22 Uhr mit Jacke wohnen oder nachts bei weniger als 16°C frieren, auch wenn das alle teurer käme :-).

G imager761

Das mit der Nacht ist sehr wackelig: Wenn ein Mieter Nachtchicht arbeitet und deshalb gewohnt nachts wach ist dann ist das bei Nacht normale Nutzung der Mietsache und er kann verlangen dass die Regelung der Heitzung ohne Mehrkosten für ihn entsprechend angepasst wird.

Ok, Du hast Dir eine Wohnung gemietet und es sollte Deine Entscheidung sein, wieviel Geld Du verballerst, damit Du nachts, wenn Du mal aufs Klo musst nicht auf dem Wege frierst und vielleicht hast Du ja auch keine Decke. Oder Du bist halt eine Nachteule und lebst erst richtig, wenn die Sonne untergegangen ist. Dein Ding und Deine Art zu leben!

Jetzt betrachten wir mal die andere Seite... Es ist gesünder, wenn man bei offenem Fenster schläft und sicherlich haben wir ein paar Nächte, da kann einem schonmal die Nase so richtig kalt werden und ja, dann sollte man für zuträglich Temperaturen sorgen, doch dann springt die Heizung ja an.

Dein Vermieter handelt schon in Deinem Sinne, denn was hast Du davon, wenn Deine Räume nachts beheizt werden und ich glaube, dass Du gar nicht so genau weißt, was man unter der Auskühlung von einem Gebäude versteht.

Ich bin hier z.B. selber für mich verantwortlich und leider habe ich keine Anzeige an den Öltanks, die mir zeigt wieviele Liter sich des guten Kraftstoffes dort noch drin befinden. Natürlich schwankt der Verbrauch und so ist es schon einige Male vorgekomme, dass die Heizung auf Störung ging, weil der Treibstoff fehlte. Merkwürdiger Weise geschieht das gerne an Wochenenden und wenn ich ganz tief ins Klo gegriffen habe, dann noch ein verlängertes und vorzugsweise bei richtig schlimmen Außentemperaturen. Wenn Du dann so einige Tage gar nicht heizt, dann wird es schlimm. Hier heize ich nur das Wohnzimmer durch, doch nach ein paar Tagen ohne Heizung wird es einfach nicht mehr warm und dann hilft nur noch den Flur so richtig zu heizen und den ein oder anderen Raum ebenfalls. Die Heizungsanlage nachts abzusenken macht durchaus Sinn und früher, als das noch nicht möglich war, da wurden die Heizköper abgedreht oder zumindest stark runterreguliert.

Ich habe z.B. vor kurzem eine neue Heizungsanlage hier eingebaut bekommen und ganz klar auch programmiert, dass die ab 24.00 Uhr unter der Woche sich ausstellt und morgens um 7.00 Uhr wieder anspringt bzw. den vollen Betrieb wieder aufnimmt. Am Wochenende ist die Ruhephase anders eingestellt. Doch es gibt da z.B. den Partymodus und damit kann ich mit einem Knopfdruck die Programmierung außer Kraft setzen und die Heizung heizt durch.

Dann sind ja die fossilen Brennstoffe angeblich recht knapp und wir haben auch nur ein so gutes Leben, weil wir die noch nutzen können und auch wenn ich keine Kinder habe, so möchte ich schon, dass noch recht viele Menschen nach mir, die Vorteile nutzen können.

Wärmflaschen sind übrigens toll und wenn Du eben etwas länger wach bist und zwar regelemäßig, dann bitte doch Deinen Vermieter die Anlage umzuprogrammieren, denn sicherlich solltest Du nicht frieren, wenn Du wach bist und auch nicht mit einem Schal durch Deine Wohnung rennen müssen.

Dann noch etwas, wenn Du im tiefsten Winter Deine Wohnräume richtig lüftest, dann kühlt die innerhalb kurzer Zeit ab, doch Deine Räumlichkeiten werden nach der Schließung der Fenster und Türen so schnell warm, dass Du erstaunt sein wirst.

Ein vernünftiges Gespräch mit Deinem Vermieter, indem Du Deinen Schlaf-/Wachrhythmus offenlegst, wird Dir sicherlich helfen und wenn nicht, dann besorgen Dir alternative Heizungsmöglichkeiten, denn Geld scheint ja genug vorhanden zu sein und dann kommt es auf ein paar Euro mehr oder weniger auch nicht an.

Pauschal zu sagen, dass eine Nachtabsenkung oder eine Ausschalten der Heizung sinnvoll ist, ist nicht sinnvoll: http://www.energie-fachberater.de/heizung-lueftung/heizung/nachtabsenkung-der-heizung-sinn-oder-unsinn.php und auch http://www.enbausa.de/heizung/aktuelles/artikel/nachtabsenkung-der-heizung-macht-nur-bis-17-grad-sinn-740.html

Es hängt vom Zustand und der Menge der Dämmung ab und von der Heizung selber ab. Hat sie einen hohen Bereich, in dem sie modulierend arbeiten kann, ist ein Taktbetrieb mit Abschalten eventuell sehr schlecht. Bei Neubauten nach den neuesten Standards ist das sogar sinnlos und spart rein gar nichts ein.

Auch der Rat, bei geöffnetem Fenster zu schlafen, geht so pauschal am Ziel vorbei. Du benötigst frische Luft, aber kein offenes Fenster. Wer eine kontrollierte Wohnraumlüftung hat, der braucht derlei z.B. nicht.

Diese Heizung hat eine ganz normale Nachtabsenkung, d.h. sie schaltet sich auch ganz aus, wenn die Temperaturen das zulassen. Da man gewöhnlich nachts im Bett liegt, muss eine Heizung zur Zeit auch nicht mehr angehen. Lediglich im Winter heizt die Heizung ununterbrochen.

Die Zeiten, die der Vermieter einstellen ließ, sind auch voll in Ordnung und üblich.

Bei den sonnigen Temperaturen momentan heizen sich die Räume bei Tage auch schon etwas auf, so dass es in der Nacht nicht mehr zu kalt ist.

Vielleicht überlegen Sie auch mal, dass Heizungen, die im Frühjahr nachts durchheizen auch Ihre Kostenrechnung in die Höhe treiben.

Der Vermieter handelt vollkommen korrekt. Heizöl sollte gespart werden und nicht dann verbraucht, wenn Bewohner im Frühjahr unter der Bettdecke liegen.

Eine Absenkung der Vorlauftemperatur ist zulässig. Trotzdem muss gewährleistet werden, dass nachts (22 bis 6 Uhr) mindestens 18°C Lufttemperatur erreicht werden können. Tagsüber mindestens 22° C. Die totale Abschaltung ist daher unzulässig, da diese Temperaturen nicht mehr erreicht werden. Du darfst für diesen Fall die Miete um mindestens 30% mindern.

Mahne also den Vermieter schriftlich per Einwurfeinschreiben ab und setze Eine Frist von drei Tagen zur Abstellung des Mangels. Ab nachweisbarer Inkenntnissetzung hast du Minderungsanspruch. Teile das so dem Vermieter gleich mit an.

Reagiert er nicht, darfst du zusätzlich zur Mietminderung noch über einen weiteren Teil der Miete das Zurückbehaltungsrecht ausüben (das doppelte des Minderungsbetrages). Das müsstest du dann dem Vermieter vorab nachweisbar zur Kenntnis geben.Der Zurückbehalt ist nach Abstellung des Mangels nachzuzahlen, die Mietminderung aber nicht.

Während der Heizperiode muss die Heizung verfügbar sein, und zwar rund um die Uhr. Es geht den Vermieter auch nichts an ob tagsüber oder nachts; wie dur dir den Tag einteilst und ob du z.B. Nachtschicht arbeitest ist deine Privatsache. Wenn es nicht möglich ist die Räume rund um die Uhr auf die - im Netz recherchierbare - Temperatur zu bringen dann ist das ein Grund für eine Mietminderung.

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