darf der chef mich weniger arbeiten und bezahlen als im arbeitsvertrag vereinbart?

5 Antworten

Lesen sie genau ihren vertrag. Wenn irgendwo ein Passus steht der das erlaub kann er das möglicherweise machen. Zudem kommt es darauf an wie die Formulierung der 80 Stunden ist. Da es sich um einen Discounter handelt, ist davon auszugehen das die Formulierung sehr Großzügig und flexibel gewählt ist. Es dürfte wahrscheinlich schwer zu beantworten sein ohne den Gesamten vertrag zu lesen. Legen sie ihren Vertrag doch mal einem Anwalt vor, der kann ihnen auch sagen ob sich darin Paragraphen befinden die Wirkungslos wenn sie Illegal sind.

Die Antwort von PlüschTiger ist so nicht richtig! Wenn im Arbeitsvertrag eine monatliche Arbeitszeit von 80 Stunden vereinbart wurde und der AG diese nicht zur Verfügung stellt, befindet er sich im Annahmeverzug. Er muss die 80 Std. bezahlen. Der Arbeitnehmer stellt seine Arbeitskraft für 80 Std. zur Verfügung, der AG verpflichtet sich die Arneitszeiten zur Verfügung zu stellen.: LAG Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 15.11.2011, 3 Sa 493/11

nein, das ist nicht erlaubt. wenn so viele stunden vereinbart wurden, dann hat der AG dies zu zahlen - weise ihn darauf hin, dass er sich im annahmeverzug befindet und lohnfortzahlung zu leisten hat. wenn er das nicht tut, kannst du ihn verklagen.

Das kommt auf den genauen Wortlaut im Arbeitsvertrag an.

Falls da sowas steht wie "bis zu 80 Stunden / Monat" darf er das.

Bei einem 400 Eurojob bekommt man ja auch nicht unbedingt die 400 Euro voll.

Der Arbeitgeber hat Dich für die vereinbarte Stundenzahl einzusetzen und zu bezahlen.

Tut er das nicht, obwohl Du ihn darauf hinweist, dass Du arbeiten willst (Deine Arbeitskraft also anbietest), gerät der Arbeitgeber nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB in den sogenannten "Annahmeverzug".

Dazu sagt das Gesetz in § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" Satz 1:

Kommt der Dienstberechtigte [Anmerk.: der Arbeitgeber] mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete [Anmerk.: der Arbeitnehmer] für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein.

Mit anderen Worten: In diesem Fall musst Du für 80 Stunden bezahlt werden - auch dann, wenn Du tatsächlich keine 80 Stunden gearbeitet hast; die nicht gearbeitete Zeit musst Du auch nicht nachholen!

Weise Deinen Arbeitgeber auf diese gesetzliche Bestimmung hin; wie Du mit einem möglichen Konflikt umgehst oder umgehen kannst, ist eine andere Frage: "Recht haben!" und "Recht bekommen!" ...

Nein, ertrag ist Vertrag, ausser es ist im Vertrag ersichtlich, dass es Zeit- und Lohnänderungen geben kann.

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