Berufstätige Mieter oder Arbeitslose die den ganzen Tag nur zu Hause sind?

12 Antworten

Es bleibt ja ganz dir überlassen wem du etwas vermieten willst. Wenn du dich nicht wohl mit dem Gedanken fühlst lass es lieber bevor du dich am Ende ärgerst.

Ein Mieter mit regelmäßigem Einkommen und Job klingt nunmal zuerst etwas zuverlässiger als ein Arbeitsloser und schließlich geht es auch um deine Zeit und Geld.

Was Du als letztes schreibst, war immer der Grund dafür, warum wir grundsätzlich Wohnungen an Makler zur Vermietung übergeben haben. Es ist/war Maklersache, unter allen Bewerbern erst einmal die raus zu suchen, die echt in Frage kommen nach zuvor fest vereinbarten Kriterien. Somit wurden wir am Ende immer nur mit solchen Mietinteressenten direkt konfrontiert, die auch wirklich in Frage kamen. Jetzt muss man sich als Vermieter natürlich gut überlegen, ob man sich für gesparte Maklerprovision diese direkte Konfrontation antun will.

Grundsätzlich ist es so, dass man es sich als privater Vermieter nicht antun sollte, mit Leuten einen Mietvertrag zu schließen, deren Einkommen vom Amt kommt. Eine andere Frage ist, wie man damit umgeht.

Vielleicht fängt es schon bei der Wohnungsausschreibung an. Egal ob Zeitung oder Internet. Denkbar wäre, Kontaktaufnahme zunächst per Mail. Nach Eingang einer Mailanfrage, Zusendung eines Formulars mit ein paar Fragen drauf. Wenn die Formulare zurück kommen, vorsortieren. Wer aussortiert wird, erhält ein paar Tage später eine bedauernde Mail, in der drin steht, dass die Wohnung schon anderweitig vergeben wurde. Leider konnte man sie nur an einen von xx Mietinteressenten vermieten.Dann wäre das Thema einigermaßen neutral erledigt.

"Grundsätzlich ist es so, dass man es sich als privater Vermieter nicht antun sollte, mit Leuten einen Mietvertrag zu schließen, deren Einkommen vom Amt kommt."

Willkommen in der Zwei-Klassen-Gesellschaft. Wirklich soziale Grundsätze haben Sie da, herzlichen Glückwunsch!

@NoNoNoGo

Die Betonung liegt auf privater Vermieter. Als solcher hat man normalerweise nicht das Geld eine Wohnung durch zu finanzieren, wenn immer wieder Mietausfälle nicht nur drohen, sondern hinzu nehmen sind.

Dabei geht es nicht nur darum, dass die Wohnung noch größtenteils der finanzierenden Bank gehört, sondern auch, wenn sie abbezahlt ist, immer Geld angespart werden muss, um irgendwann fällige Sanierungen oder Renovierungen stemmen zu können.

Institutionelle Großvermieter sind bei vielen hundert oder tausend Wohnungen eher in der Lage, einen gewissen Prozentsatz für soziale Fälle zur Verfügung zu stellen. Das bedeutet deswegen noch lange keine Zweiklassen-Gesellschaft.

Übrigens: Wenn ich Dir aufzählen würde, wer bei uns wohnt oder schon gewohnt hat. Also mit welchem finanziellen oder sozialen Hintergrund, würdest Du sehen, dass meine Grundsätze gar nicht so unsozial sind.

Es gibt Menschen, die haben erst ein normales Einkommen, aber aufgrund ihres Alters, Ihrer Gesundheit oder anderer Umstände rutschen sie irgendwann ab. Solche Mieter fliegen deswegen nicht aus der Wohnung und wenn sie mal nicht zahlen können, spricht man erst mit ihnen und findet eine Lösung für den Rückstand und bei Mieterhöhungen bleiben sie weitest gehend außen vor, wenn sonst alles passt.

Nur reichen die auf diese Weise "erworbenen" Mietverhältnisse schon aus. Man muss sie sich nicht noch zusätzlich bei Neuvermietungen dazu holen.

Wenn die Miete vom Amt kommt, ist das so eine Sache. Die meisten Ämter überweisen den Mietzuschuss an den Bedürftigen, aber nicht an den Vermieter. Dann kann es dir sehr wohl passieren, dass die Menschen ihre Miete für was anderes ausgeben, aber nicht, um dir die Miete zu zahlen. Dann läufst du deinem Geld ewig hinterher, denn wo nichts zu holen ist ....

Ehrlich gesagt würde ich keinem Arbeitslosen eine Wohnung vermieten. Außer das Amt zahlt direkt an den Vermieter.

Bei den meisten Arbeitnehmern geht auch der ganze Lohn zuerst an den Arbeitnehmer, der dann davon die Miete zahlen soll... Ich kenne keinen Arbeitgeber, der die Miete seines Angestellten direkt an den Vermieter überweist. Außer, die beiden kennen sich gut und haben vielleicht privat diese Wahl getroffen...

Also dieses Argument mit der Verweigerung der Mietzahlung bei Arbeitslosen ist offensichtlich ein Scheinargument. Oder konkreter: ein obendrein schlechtes Vorurteil...

Ich hoffe, Du bist nicht so ein Vermieter, der erst Arbeitslosen eine Wohnung verweigert und sich dann über diese aufregt, wenn sie  als Obdachlose keinen Job haben...

Denk einfach mal Deine Strategie bis zum bitteren Ende!

Ich selbst habe jahrelang unter dieser Denkweise von "bessergestellten" Menschen wie Dir leiden müssen. Ich bin als Autist schwerbehindert und kann keinen "richtigen" Job ausüben... So einen Mieter, der schon in jungen Jahren Rente bezieht, will ja auch keiner haben, der so wie Du denkt. Und glaub mir: obdachlos sein, weil man Dich nicht für einen wertvollen Menschen hält, ist kein Spaß. Es ist schlicht Diskriminierung.

warehouse14

Informiere Dich doch mal konkreter über das Phänomen "Mietnomaden".

Das sind eher selten Arbeitslose... Naja, nicht ausschließlich Arbeitslose jedenfalls... Du kannst ja mal bei dem jeweiligen Vorvermieter anfragen, um was für eine Person es sich da so handelt, die Deine Wohnung mieten möchte.

Ich habe nie ein Problem damit gehabt, daß ein zukünftiger Vermieter sich "hinter meinem Rücken" über mich informieren wollte... Wenn also jemand die Auskunft über seinen alten Vermieter verweigert ist Vorsicht geboten... Wer nichts zu verbergen hat braucht ja eigentlich nichts fürchten. Oder? ;)

Ich glaube, es gibt für Eigentümer sogar eine Art Blacklist von bekannten Mietnomaden... Frag doch mal in Deinem Eigentümerverein. Es gibt ja nicht nur den Mieterverein... Auch Vermieter haben sich etwas organisiert. ;)

Bedenke auch, daß jeder fleißige Mensch seinen Job auch mal verlieren kann... Das Problem mit der Mietzahlung hättest dann ja trotzdem.

Es ist auch wichtig, daß man Arbeitslose, Erwerbsunfähigkeitsrentner (sowas bin ich, wegen Schwerbehinderung) und generell Sozialleistungsempfänger einfach mal wieder als Menschen sieht. Dann behandelt man sie auch entsprechend und bekommt weniger Frustreaktion von ihrer Seite ab.

warehouse14

Ich persönlich habe weniger Vertrauen zum Amt als zum arbeitslosen Mieter. Ich kann mich eben nicht darauf verlassen dass das Amt tatsächlich zahlt. Und wenn es das nicht tut, liegt es nicht zwangsläufig im Verschulden des Mieters.

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