befristeter Arbeitsvertrag läuft aus, trotz kürzlich erfolgte Gehaltserhöhung, keine Verlängerung. Wie sieht's mit Arbeitslosengeld bzw. Harz IV aus?

7 Antworten

Du hättest dich etwas früher schlau machen müssen ...

Wenn man einen befristeten Vertrag hat, dann bedarf es keiner extra Kündigung, dann endet das Arbeitsverhältnis einfach.
(In den meisten Arbeitsverträgen heißt das etwa so:  "... das Arbeitsverhältnis endet vertragsgemäß am xxx. und bedarf keiner gesonderten.Kündigung")

Also weiß man, wann der Vertrag schlechtestenfalls endet und ist verpflichtet, sich 3 Monate vor (möglichem) Inkrafttreten der "Beendigung durch Befristung" im jeweils zuständigen Amt zu melden.

Meine Kollegen und ich arbeiten auch  in drittmittelfinanzierten Projektverträgen bei einem Bildungsträger. Wenn das Nachfolgeprojekt noch nicht klar ist, dann müssen wir uns auch erst mal beim Arbeitsamt melden. Auch wenn der Fall dann nicht eintrifft. Das machen wir schon seit 4 Jahren so.

1. Dein Chef muss nicht definitiv drei Monate vor Vertragsauslauf wissen, ob er genug Aufträge hat, um dich weiter zu beschäftigen. Vielleicht wartet er ja auch noch auf (bereits angebahnte) Aufträge.

2. Dein Chef hätte sich nichts vergeben, wenn er dir rechtzeitig Bescheid gesagt hätte. Aber wenn du in einem größeren Unternehmen arbeitest, wo dein Vorgesetzter nicht derjenige ist, bei dem du den Arbeitsvertrag gemacht hast, dann geht so etwas schon mal unter. 

Da hättest du selbst dran denken müssen - oder dich halt informieren.

Im übrigen gibt es beim Arbeitsamt für ein Meldeversäumnis (zu späte Meldung)  eine Woche Sperre - keine drei Monate.

Sobald du weißt, dass du demnächst arbeitslos sein wirst und keine Aussicht darauf hast, den Übergang lückenlos zu schaffen, musst du dich unverzüglich dort melden.

Nur so kann halbwegs gewährleistet werden, dass du deine Leistungen pünktlich und ohne Fehler erhälst.

Wenn die Tätigkeiten als Werksstudent sozialversicherungspflichtig waren, dann hast du einen Anspruch auf ALG I über einen Zeitraum von 12 Monaten.

Eine allgemeine Gehaltserhöhung steht natürlich auch befristeten Arbeitskräften zu. Das hat mit dem Auslaufen des Vertrages nichts zu tun.

Noch hast du aber nur ein Gerücht gehört. Nicht irgendein Kollege kann dir sagen, ob dein Vertrag verlängert wird oder nicht. Wenn dir offiziell mitgeteilt wird, dass du nicht übernommen wirst, muss der AG dir Gelegenheit geben, dich bei der Arbeitsagentur zu melden. (Fürsorgepflicht)

Wenn du in den letzten 24 Monaten 12 Monate beitragspflichtig gearbeitet hast, hast du Anspruch auf AlG 1.

AlG 2 bekommt jeder, der arbeitsfähig UND bedürftig ist.

Montag gleich ab zur Personalabteilung und nachfragen. dann event. auch gleich zum Jobcenter. Das mit der Sperrfrist würde ich jetzt mal nicht so ernst nehmen, kann aber durchaus sein. Du musst dich Arbeitslos melden wenn du es (von einer Kündigung) erfahren hast. Du konntest vielleicht wirklich davon ausgehen, dass du weiter beschäftigt wirst.

Was deine Kollegen so sagen oder denken ist völlig wurscht.

dich sofort melden

du bekommst aber trotzdem eine sperre

es ist deine schuld, du hättest dich 3 monate vor auslaufen bei amt melden müssen

deine mitwirkungspflicht

Danke! Das heißt ich werde erst im Januar 2017 für 3 Monate Arbeitslosengeld beziehen dürfen?

Ob sie tatsächlich eine Sperre bekommt, ist hier überhaupt noch nicht sicher "ausgemacht"!

Es kommt auf die konkreten Umstände an - hier also möglicherweise darauf, dass sie aufgrund der Gehaltserhöhung wegen besonderer Leistung gutgläubig von einer Fortdauer des Arbeitsverhältnisses über das Befristungsende hinaus ausgehen durfte.

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