Ab welcher Summe muss Bank an Finanzamt melden?

7 Antworten

Vergiss die meisten Antworten.

Erstens müssen die Banken alle Transaktionen 10 Jahre speichern und dem Finanzamt auf Anfrage Auskunft geben.

Feste Summen gibts nur bei Auslandstransaktionen. Bei Bargeld gibts eine 10000 Eurogrenze die aber nur für anonyme Geschäfte gilt.

Auf eigene Konto darfst du soviel einzshlen wie du willst.

Worum es geht, dürfte das Geldwäschegesetz sein. Die Bank muss immer kontrllueren ob etwas VERDÄCHTIGES an Kontobewegungen geschieht. Also wir ALLES überwacht .. das machen Computer heutzutage, Algorithmen, die melden wenn etwas für das betreffende Konto ungewöhnliches passiert. Dann ruft die Bank zunächst an und fragt, woher die 20.000 bareinzahlung herstammen. Auto verkauft ..ok .. passt zum Einkommen .. notiert und abgehakt.

Arbeitsloser bekommt 3000 euro aus Osteuropa .. keine vernünftige Erklärung .. dann kann schon eine Meldung auslösen. Alles nicht verboten .. man kann auch bis 20k von Fremden geschenkt bekommen oder erben ohne dass Steuer anfällt. Aber die Behörden prüfen sowas genau .. Drogen, Schwarzgeld, Schwarzarbeit .. die sind ja nicht dumm.

Im Prinzip richtig, bis auf zwei Aussagen:

Bei Bargeld gibts eine 10000 Eurogrenze die aber nur für anonyme Geschäfte gilt.

Bei Verdacht auf Geldwäsche gibt es keine "Grenze", dann ist eine Meldung auch bei kleineren Beträgen erforderlich und nicht auf anonyme Geschäfte beschränkt.

Du schreibst doch selbst völlig richtig:

Arbeitsloser bekommt 3000 euro aus Osteuropa .... dann kann schon eine Meldung auslösen.

Erklären muss er sich allerdings erst dem Finanzamt oder dem Jobcenter.

Dann ruft die Bank zunächst an und fragt, woher die 20.000 bareinzahlung herstammen

Nein, tut sie nicht, zu eigenen Nachforschungen ist sie nicht berechtigt, sondern ausschließlich die FIU beim Zoll. Sie ist verpflichtet, wie Du richtig schreibst, dorthin eine Verdachtsmeldung zu geben, das ist alles. Nachfragen kommen dann ggf. vom Zoll, Finanzamt etc.

Diese Antwort kommt leider sehr oft von Personen, die selber noch nie so einen Anruf erhalten haben, nur weil irgendjemand mal diesen Unsinn in die Welt gesetzt hat.

Sollte eine Bank doch mal, vielleicht aus Eigeninteresse nachfragen, was man ja nicht ausschließen kann, sollte man sie auf ihre (nicht vorhandenen) Rechte und Pflichten hinweisen.

Wenn auf einem Konto regelmäßige Geldeingänge, wie Mieteinnahmen oder Gehälter zu verzeichnen sind, die auch gerne wesentlich höher sein dürfen als nur € 5.000 mtl., besteht für eine Bank keinerlei Anlaß eine Verdachtsmeldung an das Finanzamt zu geben.

Da kämen die Banken vor lauter melden nie mehr zur normalen Tätigkeit.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Das entscheidet die Bank selber. Bei merkwürdigen Transaktionen die den Verdacht auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung wecken, wird die Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Die Bank schaltet keine Staatsanwaltschaft ein, sondern meldet den Vorgang an die FIU beim Zoll.

Die Bank muss nichts an das Finanzamt melden, sondern einen Geldwäscheverdacht an die zuständige FIU beim Zoll. Die informiert dann die betroffenen Stellen, wie z.B. das Finanzamt. Das fragt dann ggf. bei Dir nach, was das für Geld ist und woher es stammt.

"Safe" ist man nie.

Ein Geldwäscheverdacht ist nicht abhängig von der Häufigkeit einer Überweisung oder der Höhe eines Betrages. Das wird zwar auch berücksichtigt, aber es gibt noch eine Menge anderer Kriterien, die einen Verdacht begründen können. Diese Kriterien werden zu Recht nicht veröffentlicht, da man sich sonst ja darauf einstellen könnte.

Wenn Du "Rein aus Interesse einfach" mal sowas nachlesen möchtest und auch als Info für die Geber falscher Antworten im Thread:

https://dejure.org/gesetze/GwG

Zitate:

Die Banken sind ausschließlich verpflichtet, die Identität festzustellen und diese Angaben 5 Jahre vorzuhalten und bei Anhaltspunkten auf Geldwäsche entsprechende Meldungen zu machen.

GWG §43

Liegen Tatsachen vor, die darauf hindeuten, dass

   1. ein Vermögensgegenstand, der mit einer Geschäftsbeziehung, einem Maklergeschäft oder einer Transaktion im Zusammenhang steht, aus einer strafbaren Handlung stammt, die eine Vortat der Geldwäsche darstellen könnte,

   2. ein Geschäftsvorfall, eine Transaktion oder ein Vermögensgegenstand im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung steht oder

   3. der Vertragspartner seine Pflicht nach § 11 Absatz 6 Satz 3, gegenüber dem Verpflichteten offenzulegen, ob er die Geschäftsbeziehung oder die Transaktion für einen wirtschaftlich Berechtigten begründen, fortsetzen oder durchführen will, nicht erfüllt hat,

so hat der Verpflichtete diesen Sachverhalt unabhängig vom Wert des betroffenen Vermögensgegenstandes oder der Transaktionshöhe unverzüglich der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen zu melden.

eine bank hat schweigepflicht ... die müssen überhaupt nichts an das finanzamt melden!

Nicht gegenüber Behörden ! Das Finanzamt kann jederzeit Kontostände abfragen.

@juergen63225

@juergen63225 Genau das meine ich... was ist halt, wenn jemand 20.000€ z.B. überweisen würde...

@juergen63225

Eine Abfrage des Finanzamtes ist aber keine Meldung. Die Bank darf nur an das Finanzamt melden wenn es einen Verdacht zur Steuerhinterziehung gibt. Den gibt es aber bei Gutschrift nie, denn die Steuer kann erst mit einer fehlerhaften Steuererklärung hinterzogen werden, und für die hat man nun mal entsprechend Zeit

@Aswan

Richtig aber nur was die Steuer angeht. Ans Finanzamt wird auch keine Meldung gemacht ... die Verpflichtung besteht nach dem Geldwäschegesetz und da sind Spezialabteilungen der Polizei zuständig. Finanzämter und ihre Forderungen kommen später .. die sind zuerst mal gar nicht involviert.

@juergen63225

Ja das ist schon korrekt und sicher nicht verkehrt zu erwähnen. Da aber nur nach dem Finanzamt gefragt wurde habe ich auch nur diesbezüglich geantwortet. :)

@juergen63225

Falsch.

Seit 2009 ist ein Kontenabruf nur noch in gesetzlich ausdrücklich bestimmten Fällen möglich, zum Beispiel, wenn es für das Besteuerungsverfahren unbedingt notwendig ist: Vor dem Kontenabruf wird der Betroffene in der Regel gebeten, den Sachverhalt selbst zu klären. Erst wenn diese Aufforderung keinen Erfolg hatte, wird der Stammdatenabruf durchgeführt. Ohne Wissen des Betroffenen wird also nur vorgegangen, wenn beispielsweise die Gefahr besteht, dass er die Ermittlung seiner Daten gefährdet.
Die Kontoabfrage gibt nur Auskunft darüber, bei welchen Kreditinstituten jemand Konten oder Depots unterhält. Es werden keine Informationen über den Kontostand oder die Kontobewegungen an das Finanzamt übermittelt.

https://www.vlh.de/wissen-service/steuer-nachrichten/kontenabruf-durch-das-finanzamt.html

Leider zweimal falsch in einem Satz.

  • Wenn das Finanzamt/die Steuerfahndung ermittelt, gibt es keine "Schweigepflicht".
  • Bei Verdacht auf Geldwäsche ist die Bank sogar verpflichtet, diesen an die FIU beim Zoll zu melden.

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