Frage von Legionx, 43

Provisionen und Aufwandskosten bei Maklerverträgen?

Guten Tag,

Ich habe mir über eine Online Immobilienplattform eine Eigentumswohnung zum Kauf ausgesucht und den Makler angeschrieben. Bevor er mir weitere Daten und das Expose schickt, muss ich eine Widerrufsbelehrung unterschreiben.

Ich bin natürlich vorerst an einer Besichtigung und Einblick in die Unterlagen interessiert. Unverbindlich.

Eigentlich kommen ja erst Kosten bei Kaufvertragsabschluss auf mich zu. Eine Klausel in der Widerrufsbelehrung verstehe ich nicht: "Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen soll, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistung entspricht."

Wie ist das zu deuten? Ist eine Wohnungsbesichtigung und das Aushändigen des Exposes und weiteren Informationen schon eine anteilige Dienstleistung/Aufwendung die ich zu zahlen habe, auch wenn ich mich letztlich gegen die Immobilie entscheide?

Kommen in jedem Fall erst Kosten Zustande wenn der Kaufvertrag unterzeichnet wird?

Danke für Ihre Hilfe.

Gruss, Chris

Antwort
von Brigi123, 23

Ich vermute, der Makler will sich nur gegen Mißbrauch schützen. Beispiel: Du besichtigst das Objekt mithilfe des Maklers, läßt Dir das Expose schicken. Anschließend machst Du von Deinem 14-tägigen Widerrufsrecht gebrauch. Dann kaufst Du die Immobilie ohne Beteiligung des Maklers. Der Makler hätte keinen Anspruch auf Provision, da er ja keinen Auftrag hatte. Ich denke, ohne Abschluß eines Kaufvertrags werden keine Kosten erhoben

Antwort
von Juergen010, 31

Also ich würde die Klausel so interpretieren, dass allein schon durch das Versenden des Exposes und definitiv bei Durchführung einer  Wohnungsbesichtigung, abrechenbarer Aufwand beim Makler entsteht, den er bei Widerruf der Vereinbarung von Dir fordern wird.

Das ist einerseits nachvollziehbar - schließlich hatte der Makler Aufwand.

Andererseits ist es ja sein Geschäft zu makeln. Also könnte man sich auf den Standpunkt stellen, dass das zur Akquise gehört.

Die o.a. Klausel impliziert jedoch etwas anderes. Zudem ohne finanziellen Deckel.

Akzeptierbar wäre so eine Klausel, wenn eine definitive Summe dort stehen würde.

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