Diese Frage ist so nicht zu beantworten.

Das Bundessozialgericht hat die Frage bez. der Sozialversicherungspflicht bereits entschieden. Ein Merkblatt dazu gibt es hier:

http://www.dhbw-ravensburg.de/fileadmin/lokal/br_news_presse/Versicherungsrecht/SozVers%20Bund%20Deutsche%20Rentenversicherung%20Juli%202010.pdf

Soweit Sozialversicherungspflicht danach für das Studium gegeben ist, würde ich auch von einem einkommensteuerpflichtigen Ausbildungsverhältnis ausgehen. Dies hat zur Folge, dass die durch das Studium veranlassten Aufwendungen als Werbungskosten aus nichselbständiger Arbeit berücksichtigt werden können (ggfs. Feststellung eines Verlustvortrags). Ist keine Sozialversicherungspflicht gegeben, können die durch das Studium veranlassten Aufwendungen lediglich begrenzt als Sonderausgaben Berücksichtigung finden.

Falls das Studium aber eine zweite Berufsausbildung darstellt, ist ebenfalls eine Berücksichtigung der Studienkosten als Werbungskosten möglich.

Jedenfalls ist eine genaue Beobachtung der Finanzrechtsprechung angesagt, da es m. W. noch keine Urteile dazu gibt.

...zur Antwort

Einen "guten" Steuerberater finden ist das gleiche Problem, wie einen "guten" Arzt oder Friseur zu finden.

Es gibt Rechtsgebiete, die beherrscht fast jeder Berater. Aber es gibt auch Rechtsgebiete, dafür sind Spezialkenntnisse erforderlich. Bspw. ist eine landwirtschaftliche Buchhaltung etwas anderes, als die steuerliche Behandlung diverser Kapitalanlagen im Ausland.

Deshalb würde ich mich an Ihrer Stelle zunächst mal bei zwei oder drei Beratern informieren, ob und wie diese denn das von Ihnen ausgeübte Gewerbe kennen.

Und wenn Sie bereits seit 2009 selbständig sind, dann war ja bereits am 31.05.2010 die Einkommensteuererklärung für 2009 fällig. Ebenso bei Umsatzsteuerpflicht ab 2010 musste die erste Umsatzsteuervoranmeldung zum 10.02.2010 für den Voranmeldungszeitraum Januar 2010 abgegeben sein. Haben Sie das selbst erledigt? Oder wurde dies noch nicht erledigt?

Falls es noch nicht erledigt sein sollte, ist Eile geboten. Denn die immer wieder auftretenden hohen Steuernachzahlungen nach 2 oder 3 Jahren gewerblicher Tätigkeit liegen oft darin begründet, dass am Anfang vom Unternehmer nicht ordentlich gearbeitet wurde im Hinblick auf die steuerliche Dokumentation. Im nachhinein kann das ein Steuerberater nie mehr ganz ausbügeln.

...zur Antwort

Wird neben Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit (Arbeitslohn mit Lohnsteuerkarte) auch anderes Einkommen bezogen (Land- und Forstwirtschaft) Gewerbetrieb, selbständige Arbeit, Vermietung, Sonstige Einkünfte), wird dieses nicht besteuert, wenn es nicht mehr als 410 € im Jahr beträgt (§ 46 Abs. 3 Einkommensteuergesetz).

Gemeint ist der Gewinn, nicht die Einnahmen, aus allen anderen Einkünften zusammen.

...zur Antwort

Die Sachbezugswerte (Frühstück 1,57 €, Mittag- und Abendessen 2,80 €) sind zwingend anzusetzen, wenn das Essen kostenlos abgegeben wird. Es gibt eine Freigrenze von 44 € im Monat. Bleibt die unentgeltliche Abgabe darunter, ist nichts zu versteuern.

Eine unentgeltliche Abgabe von einem Überbestand bzw. Überproduktion an Lebensmitteln bzw. Essen ist nur an eine gemeinnützige Einrichtung (z.B. Altersheim, Kinderheim, Tafel) möglich. In diesem Fall liegt kein steuerpfl. Sachbezug vor. Allerdings sind die umsatzsteuerpl. Konsequenzen bei einer Sachspende zu beachten.

...zur Antwort

Der Bundesfinanzhof hat seine Rechtsprechung zu diesem Thema mit Urteil vom 5.3.2009, AZ: VI R 23/07 geändert und in diesem Urteil auch den grundsätzliche steuerliche Berücksichtigung einer doppelten Haushaltsführung selbst in sog. Wegverlegungsfällen (d. h. bisher nur eine Wohnung am Arbeitsort und künftig eine weitere Wohnung außerhalb des Arbeitsorts, die Lebensmittelpunkt ist) zugelassen.

Damit kommt es auf den Zeitpunkt des Umzugs in die gemeinsame Wohnung mit der Freundin nicht mehr an. Es muss allerdings ausreichend dokumentiert sein, dass die Wohnung der Freundin tatsächlich der Lebensmittelpunkt ist. Dazu ist diese Wohnung tatsächlich häufig genug aufzusuchen. Die Wohnung muss groß genug sein (nach westeurop. Verhältnissen), dass darin ausreichend Wohnraum für eine weitere Person vorhanden ist. Sie muss auch entsprechend eingerichtet sein, z. B. Schlafstellen für zwei Personen. Ein weiteres Indiz ist auch, wer die Miete für diese Wohnung bezahlt (Kontoauszug!).

Abzugsfähig sind dann die Fahrtkosten Wohnung - Arbeitsstätte in tatsächlicher Anzahl, bspw. 4x pro Woche von der Zweitwohnung und 1x pro Woche von der Hauptwohnung, die Miete für die Wohnung am Arbeitsort und notwendige Mehrwaufw. für Verpflegung.

Hier noch ein Zitat aus dem oben erwähnten BFH-Urteil: "...Das FG wird dabei zu beachten haben, dass auch nach der Änderung der Rechtsprechung unverändert anhand einer Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalls festzustellen ist, ob die außerhalb des Beschäftigungsortes belegene Wohnung des Arbeitnehmers als Mittelpunkt seiner Lebensinteressen anzusehen ist und deshalb seinen Hausstand darstellt (z.B. BFH-Urteile in BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820; vom 22.2.2001 VI R 192/97, BFH/NV 2001, 1111; vom 14.10.2004 VI R 82/02, BFHE 207, 292, BStBl II 2005, 98). Bei nicht verheirateten Arbeitnehmern spricht grundsätzlich umso mehr dafür, dass die eigentliche Haushaltsführung und auch der Mittelpunkt der Lebensinteressen am Beschäftigungsort liegen oder dorthin verlegt wurden, je länger die Auswärtstätigkeit dauert. Indizien dafür, wo der Lebensmittelpunkt liegt, können sein, wie oft und wie lange sich der Arbeitnehmer in der einen und der anderen Wohnung aufhält, wie beide Wohnungen ausgestattet und wie groß sie sind. Von Bedeutung sind auch die Dauer des Aufenthalts am Beschäftigungsort, die Entfernung beider Wohnungen sowie die Zahl der Heimfahrten. Erhebliches Gewicht hat ferner der Umstand, zu welchem Wohnort die engeren persönlichen Beziehungen bestehen (BFH-Urteil in BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820, m.w.N.). Angesichts des Umstands, dass der Kläger Mietaufwendungen für eine 140 qm große Wohnung als Werbungskosten geltend gemacht hat, wird weiter zu beachten sein, dass Unterkunftskosten am Beschäftigungsort nur insoweit notwendig i.S. von § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 1 EStG sind, wie sie den durchschnittlichen Mietzins einer 60 qm-Wohnung am Beschäftigungsort nicht überschreiten (BFH-Urteile in BFHE 218, 380, BStBl II 2007, 820, m.w.N.; vom 9.8.2007 VI R 23/05, BFHE 218, 376)."

...zur Antwort
Weitere Inhalte können nur Nutzer sehen, die bei uns eingeloggt sind.