Willkürliche Mieterhöhung: Wie kann ich dagegen vorgehen?

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Kündigung ist wohl sicher nicht möglich, weil ein gesetzlicher Kündigungsgrund fehlt. 

Die Erhöhung ist bei reduzierter Kappungsgrenze nur um 15% (der Kaltmiete!) möglich, die Frist sollte auch eingehalten werden. Wenn dem Erhöhungsverlangen allerdings keine Begründung beigefügt war (also Darstellung der ortsüblichen Miete für vergleichbaren Wohnraum) ist das Erhöhungsverlangen sowieso unwirksam, dann braucht darauf gar nicht reagiert zu werden.

Es erschließt sich mir  nicht 100%ig, ob es sich hier tatsächlich um eine Mieterhöhung oder um die Anpassung der Betriebskostenvorauszahlung handelt. Ich tendiere zu Letzterem. Allerdings ginge das dann nicht so, wie der Vermieter fordert. Erst muss korrekt abgerechnet und fristgerecht zugestellt werden. Wenn sich daraus eine Nachzahlung ergibt, dürfen die Vorauszahlungen monatlich um 1/12tel der Nachzahlungssumme monatlich erhöht werden und das ab übernächstem Monat nach Zustellung der Abrechnung. Wenn also zugestellt im November, dann Erhöhung ab 1. Januar.

Sollte es sich aber um eine Erhöhung der Grund- bzw. Nettomiete handeln, wäre aus formellen Gründen das Mieterhöhungsverlangen unwirksam und deshalb dazu zu schweigen und nicht zu widersprechen sondern die bisherige Miete weiter zu zahlen.

Das mit dem Mieterschutzbund ist ja schon gesagt worden. Also den mal gleich einschalten.

Mir ist so was vor vielen Jahren passiert. So weit ich weiß muß jeder Vermieter die monatliche Zahlung von Dir in Nebenkosten (Heizung und so) und Mietzins aufschlüsseln. Schon deswegen weil Du ja überprüfen können mußt ob die Nebenkostenabrechnung stimmt. Welche Ausnahmen es gibt weiß ich nicht.

Auf alle Fälle würde ich nichts an der monatlichen Überweisung ändern. Was ein Glück das ich Hausbesitzer bin.

Also bevor hier "wilde" Tips verteilt werden, sollten wir die Fakten doch noch mal überprüfen.

  • Zahlst du eine übliche Kaltmiete zzgl. einer Nebnkostenvorauszahlung?
  • Was hat der Vermieter genau in dem Schreiben geschrieben?
  • Bezieht sich die "Erhöhung" unter Umständen vielleicht wie anitari geschrieben hat nur auf die gestiegenen Betriebskosten?
  • Ist das unter Umständen deine erste Nebenkostenabrechnung?

Nein das ist wäre nicht meine erste NK Abrechnung (hatte in den Vorjahren nur Heizkosten nachzuzahlen 80-120€bzw es gab auch mal Guthaben) Und das rechtfertigt keine Erhöhung von 40%, was monatlich mehr als doppelt soviel ist wie meine letzte Heizkostennachzahlung fürs ganze Jahr. Allgemeine BK sind auch nicht gestiegen. Und wenn bestimmt auch nicht in dem Maße. Eine Mieterhöhung im Rahmen ist ja nicht das Problem aber das ist mMn unverschämt. Und wenn ich diese 40% mehr an Miete zahle, kann ich entweder mein Ticket nicht mehr zahlen oder auf Nahrung verzichten. Wenn die Lage hier nicht so angespannt wäre würde ich ja was neues suchen - aber selbst auf eine Wohnung im miesesten Eck kommen hier über 100 Bewerber.

In dem Schreiben stand nur sjnngemäß ab dem 1.12 .15 beträgt die monatliche Miete insgesamt xxx € da war nichts aufgeschlüsselt oder berechnet.

@greulinchen

Ich verstehe deine Wut durchaus und unterstütze auch gerne gegen unberechtigte Forderung. Allerdings bin ich bei manchen unter Umständen vorschnellen Kommentaren hier eben auch vorsichtig.

Festzuhalten ist, daß eine Mieterhöhung an strenge Voraussetzungen gebunden ist und natürlich begründet werden muß. Da dir ja an einem guten Verhältnis zum Vermiete gelegen ist, solltest du versuchen umgehend das persönliche Gespräch zu suchen. Der Vermieter soll dir dann eben mal darlegen, wie die Erhöhung zustande kommt. Wenn der sich weigert oder keine plausible Erklärung liefert, dann solltest du Widerspruch einlegen. So hast du aber alles getan, um die Situation friedlich zu lösen. Vielleicht holst du dir wirklich Unterstützung beim Mieterbund. Das kostet zwischen €60 und €80 pro Jahr. Dafür sind die Auskünfte und Schreiben aber auch rechtssicher.

Soll ich Widerspruch einlegen?

Nein, einfach schweigen. Denn diese Mieterhöhung ist schlicht unwirksam.

Kann mir das die Kündigung einbringen?

Da die Mieterhöhung unwirksam ist, nein.

Anders sieht es aber aus falls es um die Anpassung der Betriebskosten anhand der Abrechnung geht und sich dadurch die Höhe der monatlich zu zahlenden Gesamtmiete ändert.

Wie genau die Erhöhung zusammengesetzt ist weiss ich nicht, denn das erschliesst sich aus dem Schreiben nicht. Dort heisst es sinngemäß nur: Bitte zahlen Sie ab Dez die neue Miete von xxx Abrechnung für die Betriebskosten kommt erst Ende Dez.

@greulinchen

Habe ich doch richtig vermutet. Es geht um die Anpassung der monatlichen Vorauszahlungen für Betriebskosten. Das ist, auch wenn die Gesamtmiete dadurch höher wird, keine Mieterhöhung.

Bitte zahlen Sie ab Dez die neue Miete von xxx Abrechnung für die Betriebskosten kommt erst Ende Dez.

Na der Vermieter ist ja witzig. Braucht wohl noch Weihnachtsgeld;-)?

Ohne korrekte Abrechnung keine höheren Vorauszahlungen. Also, schweigen.

Naja aber selbst bei einer anpassung der Bbetriebskosten kommt man ja bei aller Liebe nicht auf 40%.

In den Jahren zuvor hatte ich Nachzahlungen bei den HK von 80-120 Euro

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