Wie teile ich (Vermieter) meinem Mieter eine Mieterhöhung aufgrund gestiegener Nebenkosten mit?

5 Antworten

Du kannst doch deswegen nicht die Miete erhöhen..du erhöhst die Nebenkosten und rechnest sie doch nach Jahresende ab..Stromkosten (??) muß der Mieter nicht an dich sondern an den Stromversorger zahlen, damit hast du nicht´s zu tun als Vermieter.

Nunmal langsam, es gibt ja auch durchaus mögliche Vertragskonstellationen, bei denen das anders sein kann, der Normalfall ist ja nicht zwingend zu 100 % so...

Allgemeinstrom wird u.U. auch über Nebnenkosten abgerechnet

Strom uns Wasser werden nicht über Gebühren abgerechnet sondern über Kosten. Abwasser wird über Gebühren abgerechnet. Noramlerweise sind das Kosten, die entweder der Kunde (Mieter) selbst als Kunde der Versorgungsunternehmen zahlt, oder über die Nebenkostenabrechnung 1 x im Jahr, bei der dann auch die Nebenkostenforderungen angepasst werden. In dem Ausnahmefall, das man als Vermieter eine Wohnung "WARM" vermietet, also eine Miete inlusive Nebenkosten kassiert und die Veränderungen der Versorgungskosten zu Lasten des Vermieters gehen, musst Du eine Formale Anpassung der Miete angehen. In diesem Fall ist schriftlich das Einverständnis des Mieters zur Mieterhöhung einzuholen. Wenn der Mieter zustimmt ist alles klar, wenn er nicht zustimmt stellt sich die Frage, wie sich die Miete zum Mietspiegel verhält und wann die letzte Erhöhung der Miete eingefordert worden ist. Das ist dann komplizierter und man sollte in so einem Fall den Anwalt oder den Haus und Grundbesitzerverein zu Rate ziehen, weil hier ein Formalismus streng eingehalten werden muss.

Hat dein Mieter eine Warm- oder Kaltmiete? Wenn du eine Kaltmiete berechnest plus einer monatlichen Umlage für Wasser, Strom etc., kannst du auf Grund der letzten Abrechnung sofort vom nächsten Ersten die Vorauszahlungen erhöhen. Du musst nur mitteilen, dass im Jahr.......die Kosten Euro.......ausgemacht hätten und nun auf Euro.........gestiegen sind, so dass monatliche Mehrkosten von Euro.......entstehen. Diese bittest du den Mieter, ab nächsten Monat mehr zu zahlen. Wenn du eine Inklusivmiete hast, musst du mal in deinen Mietvertrag schauen, wie das dort geregelt ist. So etwas würde ich nie abschließen. Immer Kaltmieten plus Umlagevorauszahlungen extra.

Hier läge keine Mieterhöhung vor sondern eine Anpassung der Vorauszahlungen für Betriebskosten. Diese darf nur für die Zukunft ab übernächstem Monat nach einer und formal und inhaltlich korrekten Abrechnung gefordert werden. Das geschieht am Besten im Rahmen der Abrechnung, aus welcher dann hervorgeht, um welchen Betrag (ein zwöftel der Nachzahlung) monatlich die Vorauszahlung erhöht wird.

Gut und verständlich erklärt ... für mich und andere die etwas von der Materie verstehen.

Wie teile ich (Vermieter) meinem Mieter eine Mieterhöhung aufgrund gestiegener Nebenkosten mit?

Zu verlangen dass die Nebenkostenvorauszahlung erhöht werden muss hat rein nichts mit Mieterhöhung zu tun, sondern hängt von der letzten Nachzahlung des Mieters ab.

Beispiel:

Hat der Mieter für letztes Jahr 120 € nachzahlen müssen, so können Sie eine Erhöhung der Nebenkostenvorauszahlung um monatlich 10 € verlangen.


Kann ich die Erhöhung schon ab nächstem Monat machen oder erst für den dritten Monat? Welche formalen und rechtlichen Regeln sind dabei zu beachten?

Hier findesn Sie die Antworten.

§ 560 Veränderungen von Betriebskosten.

(1) Bei einer Betriebskostenpauschale ist der Vermieter berechtigt, Erhöhungen der Betriebskosten durch Erklärung in Textform anteilig auf den Mieter umzulegen, soweit dies im Mietvertrag vereinbart ist. Die Erklärung ist nur wirksam, wenn in ihr der Grund für die Umlage bezeichnet und erläutert wird.

(2) Der Mieter schuldet den auf ihn entfallenden Teil der Umlage mit Beginn des auf die Erklärung folgenden übernächsten Monats. Soweit die Erklärung darauf beruht, dass sich die Betriebskosten rückwirkend erhöht haben, wirkt sie auf den Zeitpunkt der Erhöhung der Betriebskosten, höchstens jedoch auf den Beginn des der Erklärung vorausgehenden Kalenderjahres zurück, sofern der Vermieter die Erklärung innerhalb von drei Monaten nach Kenntnis von der Erhöhung abgibt.

(3) Ermäßigen sich die Betriebskosten, so ist eine Betriebskostenpauschale vom Zeitpunkt der Ermäßigung an entsprechend herabzusetzen. Die Ermäßigung ist dem Mieter unverzüglich mitzuteilen.

(4) Sind Betriebskostenvorauszahlungen vereinbart worden, so kann jede Vertragspartei nach einer Abrechnung durch Erklärung in Textform eine Anpassung auf eine angemessene Höhe vornehmen.

(5) Bei Veränderungen von Betriebskosten ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten.

(6) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.


Ich empfehle Ihnen sich das BGB zu kaufen und oder einem Vermieterverein wie z.B.

Haus & Grund beizutreten um mal etwas über Mietrecht zu lernen, bzw. nützliche Informationen zu bekommen.

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