Wie läuft dass mit der Geldüberweisung (Jugendamt) wenn ein elternteil nicht zahlt? (jahrelang)

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Wenn dein Vater kein Einkommen ueber dem Selbstbehalt hat, den er fuer sich zum Leben braucht (1000 Euro wenn berufstaetig, ansonsten 800 Euro), dann kann man ihm auch nichts abziehen bzw. nichts holen, auch nicht 10 Euro, das Existensminimum muss ihm bleiben. Ich gehe mal davon aus, dass er von Sozialhilfe oder HartzIV lebt. Zumal die Schulden ja jeden Monat um den monatlichen Unterhalt wachsen, da helfen 50 Euro zahlen ja auch nicht weiter, seine Schulen wird er nicht los. Es darf auch keiner einfach irgendwas vom Konto abbuchen ohne Beschluss.

Aber wenn er monatlich eben nur das Existensminimum hat und das dem Jugendamt auch regelmaessig nachweisst, dann wachsen auch keine Schulden an, denn er kann einfach nicht zahlen und muss daher auch nichts nachzahlen, weil er einfach nicht leistungsfaehig ist. Erst wenn er wieder mehr Geld haette, muesste er den laufenden Unterhalt zahlen, aber nicht den Rueckstand.

Du kannst einem nackten Mann nun mal nicht in die Tasche greifen, denn er hat keine Taschen. Das bisschen, das er vom Staat bekommt, braucht er zum Ueberleben. Er bekommt eine kleine Wohnung bezahlt und genug, um sich Strom, Essen und etwas Kleidung leisten zu koennen und das war es auch schon. Da bleibt nichts, was man abbuchen koennte.

Das Jugendamt hat fuer dich dann wahrscheinlich 6 Jahre den Unterhaltsvorschuss bezahlt, den weiteren Unterhalt schuldet er deiner Mutter, nicht dem Jugendamt. Das Jugendamt kuemmert sich halt nur kostenfrei, die Ansprueche der Kinder durchzusetzen.

Mir geht es mit meinen Kindern uebrigens genauso, das bei euch ist daher absolut kein EInzelfall. Mein juengerer Sohn ist 14 und da gab es auch noch keinen Euro an Unterhalt. Ich habe zwar einen Titel vom Gericht, wonach sich tatsaechlich erst mal Schulden anhaeufen (der Vater hat seine Zahlungsunfaehigkeit nicht nachgewiesen trotz mehrfacher Aufforderung), aber eine Pfaendung ist erfolglos, weil nichts zu pfaenden ist und dadurch ist der alte Anspruch verwirkt und er muss den Rueckstand auch nicht mehr gegleichen.

Das Jugendamt hat mir gesagt, dass sie nichts mehr machen werden, weil das nichts bringt.

Naja, jeder Mensch hat eine Grenze was er für sich selbst behalten darf. Liegt sein Einkommen unter dieser Grenze, trägt die Allgemeinheit die Kosten. Sollte festgestellt werden, dass er mehr Einkommen hat, wird das Amt natürlich Geld eintreiben. Zur Not per Gerichtsvollzieher.

Das Problem dürfte auch mittlerweile sein, daß z.B. auch bereits gerichtlich titulierte Unterhaltsansprüche verwirkt sein dürften. Dies ist nach höchstrichterlicher Rechtssprechung bereits nach einem Jahr der Fall. So können sich auch keine "Berge von Schulden" anhäufen.

Wenn da regelmäßig nach Zahlungen gefragt und gepfändet wird, verwirkt sich da nichts.

@Menuett

Regelmaessig pfaenden lassen bedeutet einmal im Jahr und die Kosten traegt der, der die Pfaendung beantragt und das waere ein teurer Spass, wenn nichts zu holen ist. Ich habe das auch aufgegeben, weil es einfach nicht geht.

Es gibt hier in Deutschland etwas, das man Selbstbehalt nennt. Die liegt beim Unterhalt eines Arbeitenden gegenüber seinen Kindern bei 1080€, bei Arbeitslosen bei 880€.

Wenn er weniger verdient, kann er nicht gepfändet werden. Dann kann das Jugendamt auch nichts zurückfordern.
Zurückfordern kann das Jugendamt eh erst dann, wenn Dein Mindestunterhalt gezahlt wird.

Weißt du denn wie viel Geld dein Vater verdient?

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