Warum werden Tiefgaragen so eng gebaut?

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Hallo Leute, ich bin Architektin und möchte mal kurz erläutern wie "wir" Planer so planen. Einige Leute hier haben Recht wenn sie von der "breiten Masse" reden. Aber hinzu kommen viele Vorschriften und Richtlinien, die der Bauherr und der Planer einhalten müssen. Tiefgaragen sind so teuer zu bauen, das natürlich nicht davon ausgegangen werden kann, das alle Stellplätze an den großen Autos ausgerichtet werden können. Der Gesetzgeber hat Mindestvorschriften erlassen (ist aber auch wahr das die sehr alt sind) an die sich alle halten müssen, nach oben sind keine Grenzen gesetzt, wenn ich ein Haus plane mit einer Tiefgarage kann ich die Stellplätze von mir aus so groß machen wie ich will aber wie ein Leser hier auch geschrieben hat wie soll das der Mieter zahlen? Das Geld was ich investiere muss ich auch rauskriegen iregendwann. Der Bauherr ist ja nicht das Sozialamt. Ich plane oft Stellplätze, plan ich die mal "großzügig" dann egal wer privater Bauherr oder Behörde - sobald sie die Kosten sehen kriegen die Schnappatmung. Ach ja noch was zu nem anderen Leser, Wohnungen müssen in NRW eine Mindesthöhe von 2.40 m erfüllen laut Landesbauordnung NRW. Höher kann ich natürlich bauen. Guckt euch mal die Stellplatzverordnungen an, falls interesse besteht. Ach ja ich fahre berufsbedingt und hobbybedingt auch einen größeren Wagen, komme auch nicht überall rein, shit happens. Wie einer der Leser schon geschrieben hat erst messen dann mieten. Net hilfreich aber schon wahr.... Hoffe konnte helfen...

Es gibt mehrer Dinge die beim Bau einer Tiefgarage oder einem Parkboxsystem zusammenspielen. Zu erst muss man wissen, dass das Bauen in die Tiefe extrem teuer ist. Da wird vier mal überlegt ob und wieviel m3 Erde man aushebt. Das bedeutet gleichzeitig das die Tiefgaragen natürlich auf maximalen Gewinn ausgelegt sind. Dennoch sollte einige Werte nicht unterschritten werden. Grundsätzlich sollten Tiefgaragen auf ein Stützenraster von 8,10 m angepasst werden, da zwischen den Stützen dann 3 Parkplätze angeordnet werden können. Das wären dann in der Breite 2,70m abzüglich jeweils der Hälfte der Stütze. Bei Unterzugdecke gehen natürlich auf weitere Spannweiten und demzufolge mehrere Parkpltze zwischen den Stützen. Das Prinzip bleibt aber gleich. Grundsätzlich sind die Maße 5m x 2,50m (2,30 n ist jedoch durch die GarVO - Garagenverordnung vorgeschrieben) für einen Platz anzunehmen. Man muss bei überlangen Fahrzeugen auch beachten, dass die Zufahrtsstarßen mind. 5,40 m breit sein sollten. Die ermöglicht zum einen ein ordentliches Einparken und zum anderen ein "umkurven" der langen Fahrzeuge ermöglicht.

Tiefgaragenabfahrten richten sich danach, ob sie als zweiter Rettungsweg gelten oder nicht. Tun sie das, muss am Rand ein mind. 80cm breiter "Weg" für Fußgänger angeordnet sein. Aber auch hier gibt es grundsätzlich Mindestmaße.Die lauten bei geraden Rampen (bei Großgaragen übrigens max. 15% Steigung) 2,75m breit + jeweils 25cm Schrammboard. Aber auch das sind nur mindestmaße.

Alle Informationen die du sonst noch ahben willst findet man in der GarVO. Die großen Autos sind dann ein je nach Fahrkünsten ein Problem der Besitzer. Man probiert sowas evtl auch vorher aus bevor man mietet.

Hallo Nils! Meine ursprüngliche Frage liegt zwar schon zwei Jahre zurück und ich habe mittlerweile auch einen passenderen Stellplatz gefunden. Aber interessant ist das trotzdem, was du schreibst. Wenn also eine Mindestbreite von 2,30m in der GarVO vorgeschrieben ist, dann frage ich mich, wie es möglich ist, trotzdem schmäler zu bauen. Die eine Garagenbox, die ich mir damals angeschaut habe, hatte nicht einmal 2,20m in der Breite. Also man kam zwar mit dem Auto noch rein, aber wie ich dann aussteigen sollte, war mir ein Rätsel, weil ich die Türen kaum noch öffnen konnte. Und 5 Meter in der Länge halte ich auch für etwas knapp, da Serienfahrzeuge der Oberklasse (also keine Exoten wie Maybach, Ami-Schlitten oder dergleichen) oder sogar schon teilweise der oberen Mittelklasse heutzutage locker 5 Meter lang sind. Und ein wenig Luft nach vorne oder hinten sollte man schon noch haben, so daß ich ein Minimum von 5,50 Metern Länge pro Stellplatz für angemessen betrachten würde. Und die Besitzer von kleineren Fahrzeugen hätten dann den Vorteil, daß sie den verbleibenden Platz als zusätzlichen Abstellraum für z.B. Reifen, Fahrräder oder ein Motorrad nutzen könnten.

Tiefgaragen sind für längere Nutzungsdauern als aktuelle Automobilmoden gebaut. Nur weil gerade SUVs und unsinnig lange 7er BMWs zu kaufen sind, muss man sich beim Parkhausbau nicht danach richten. Vielleicht kommen ja in fünf Jahren privat genutzte Doppeldeckerbusse in Mode - und dann?
Es gibt vernünftige Abmessungen für Personenkraftwagen, die genug Platz für Insassen und Gepäck bieten und dennoch problemlos durch Tiefgaragen zu menövrieren sind. Du hast Dir das falsche Auto für Deinen Anwendungszweck gekauft. ...andererseits kann es natürlich sein, dass bei Deiner Tiefgarage geltende Baurichtlinien missachtet wurden...

Was heißt "aktuelle Moden"? Autos mit ca. 5 Metern Länge hat es auch vor 30 Jahren schon gegeben! Und ob das nun unsinnig ist oder nicht, darüber möchte ich hier nicht diskutieren. Fakt ist nunmal, daß es solche Autos gibt, die komischerweise gerade auch von solchen Leuten wie Architekten und Großbauherren gerne gefahren werden. Also die müßten es doch eigentlich am Besten wissen! Darum würde ich es mir ja so sehr wünschen, daß einer von denen mal versucht, mit seinem Auto da reinzufahren!

Mit 2-monatiger Verspätung ist die Tiefgarage mit 6 Stellplätzen unter unserem Eigentums-Wohnhaus vor 1 Woche halbwegs fertig gestellt. Bisher parke nur ich mit meinem A-Modell in der Tiefgarage. Die anderen Eigentümer haben offensichtlich Angst durch die nur 2,20 m breite Tiefgaragen-Einfahrt einzufahren. Links + rechts verbleiben bis zu meinen Außenspiegeln nur eine Handbreite an Platz. Gibt es eine DIN-Norm für die Durchfahrbreite von Garagentoren?

Genormt ist eigentlich so gut wie alles. Doch wenn ich mir die Unterschiede bei den Tiefgaragen so ansehe, bekomme ich da manchmal so meine Zweifel. Es macht doch keinen Sinn, wenn jeder seine Garagen so bauen darf, wie er es gerade für richtig hält. Da würde ich mich wirklich gerne mal mit einem sog. "Fachmann" drüber unterhalten. Es kann doch nicht sein, daß der eine die Garagen nur 4,90m lang baut, der andere aber 5,30m und der nächste wieder 5,10m usw. Je nach dem, wieviel Platz halt grade da ist.

Garagenstellplätze sollten generell so groß sein, daß man auch noch mit einem Auto, das ca. 5 Meter lang und maximal 2 Meter breit ist (ohne Spiegel!), darin parken und vernünftig rangieren kann.

Ich verlange ja nicht, daß ein über 6 Meter langer Maybach oder eine Stretch-Limousione auch noch reinpassen soll (da kann man dann wirklich von "Exoten" sprechen und die Besitzer solcher Gefährte parken auch nicht in Tiefgaragen).

Und ein 5 Meter langes Auto der Oberklasse hat zwar auch nicht jeder, aber es ist nicht so, daß sowas derart selten vorkommen würde. Wenn z.B. ein gut verdienender Arzt sich eine schöne Eigentumswohnung mitten in der Stadt kauft, dann kann sich dieser doch wohl auch erwarten, meinetwegen seine S-Klasse sicher und komfortabel parken zu können.

Und das muß einfach drin sein, da kann mir jemand erzählen, was er will!

nun, auch tiefgaragen sind in der regel renditeobjekte und natürlich auch so kalkuliert. jeder zentimeter weniger beim bau spart natürlich auch geld, so sieht die rendite für einen investor natürlich besser aus, und ist zudem ganz legal. ist logisch, oder?

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