Warum ist Homeschooling verboten in Deutschland?

5 Antworten

Wahrscheinlich denken die, dass die Eltern die Kinder nicht so gut unterrichten können.

Ich bin im Ausland groß geworden, ein Junge wurde ab der 2ten Klasse zu Hause unterrichtet, und er musste manchmal in die Schule wegen Prüfungen, aber wir sahen ihn selten. Eine Lehrerin kam zu ihm nach Hause, wurde vllt von den Eltern bezahlt. Alles kann funktionieren.

Zunächst einmal ist die Schulpflicht eine der wichtigsten sozialen Errungenschaften:

  • Es ist nicht der Willkür der Eltern überlassen, ob ein Kind eine Schulbildung erfährt, demotivierte Eltern können also ihr Kind nicht einfach zu Hause lassen.
  • Homeschooling hat gravierende Nachteile, weil man sich nicht oder kaum mit anderen Gleichaltrigen auseinandersetzen muss/darf.
  • Dazu unterstützt es eine Segregation und Indoktrination von Bevölkerungsgruppen mit extremen Ansichten (z.B. bei den Evangelikalen in den USA).

Von 1000 Elternpaaren ist zudem vielleicht eins in der Lage, eine adäquate Schulbildung zu gewährleisten - und das ist schon optimistisch gedacht.

Wer also eine lebendige, interagierende Gesellschaft will, sollte eher die Schule verbessern, als sich Homeschooling ans Bein zu binden.

Zunächst einmal ist die Schulpflicht eine der wichtigsten sozialen Errungenschaften:

Falsch!

Das trifft auf Bildungspflicht zu.

Es ist nicht der Willkür der Eltern überlassen, ob ein Kind eine Schulbildung erfährt, demotivierte Eltern können also ihr Kind nicht einfach zu Hause lassen.

Das ließe sich ganz einfach durch Prüfungen regeln.

Die richtig demotiviert sind, bleiben auch heute schon zuhause (oder auf der Straße). Es gibt in Deutschland um die 300.000 Schulschwänzer - was ist mit denen?

Homeschooling hat gravierende Nachteile, weil man sich nicht oder kaum mit anderen Gleichaltrigen auseinandersetzen muss/darf.

DAS ist auch gar nicht gut. Studien haben erwiesen, daß die Peergroup der Gleichaltrigen eine ganz große Gefahr für die Entwikclung der Kinder und Jugendlichen darstellt, weil dort ungehindert gruppendynamische Prozesse ablaufen.

Eine altersgemischte Gruppe ist allemal besser für das soziale Reifen: nach "oben" lernt man Respekt und sich-unterordnen (was in jeder wie auch immer gestalteten Beziehung gekonnt werden sollte), nach "unten" Hilfeleistung und Freundlichkeit.

Der einzige Grund, warum man sich mit Gleichaltrigen auseinandersetzen können muß, besteht darin, daß man sie in Klassen zusammenfassen kann. Im späteren Leben kommt das nie wieder vor.

Leider versuchen z.B. Typen, die sich als Chef in der Gruppe durchsetzen konnten, das auch in späteren Teams immer wieder - weil das die einzige Rolle ist, die sie gelernt haben. Solche Menschen sind eine Last für alle späteren Teammitglieder, für Ehen und Familien. Mitläufer bleiben Mitläufer und entwickeln nie eine eigene Meinung und Durchsetzungsvermögen - sondern sie hängen sich immer an, ohne nachzudenken. Das kann zu gefährlichen Mobs führen.

Dazu unterstützt es eine Segregation und Indoktrination von Bevölkerungsgruppen mit extremen Ansichten (z.B. bei den Evangelikalen in den USA).

Gerade die öffentlichen Schulen sind Brutstätten für Gruppen mit extremen Ansichten. Sie fördern durch die Gruppendynamik das Mitlaufen. Diese Jungedlichentrupps bilden sich gerade in der Schule / Pausenhof.

Von 1000 Elternpaaren ist zudem vielleicht eins in der Lage, eine adäquate Schulbildung zu gewährleisten - und das ist schon optimistisch gedacht.

So viele werden noch gar nciht mal ihre eigenen Kinder unterrichten wollen. Aber sie sollten es dürfen!

Wer also eine lebendige, interagierende Gesellschaft will, sollte eher die Schule verbessern, als sich Homeschooling ans Bein zu binden.

Willst Du damit behaupten, daß unsere Nachbarländer keine interagierenden Gesellschaften hätten? Sie alle gestatten homeschooling! (unvorstelllbar für Deutsche)

Ich habe immer wieder festgestellt, daß die Homeschooler besonders brauchbare Glieder der Gesellschaft werden. Ich weiß überhaupt nicht, wieso Du da Befürchtungen hegst.

Wenn ich mir die Antworten von dir auf die Antworten der Leute hier anschaue, die dir sachlich, nachvollziehbare Argumente für die Schulpflicht gegeben haben, dann frage ich mich: was willst du eigentlich jetzt hören?

Bist du Schüler und hast keinen Nerv auf die Schule?

Dann überlege dir, wie du in der Lage sein willst Zuhause, ohne Kontrolle, zu lernen... Besteht da nicht auch vielmehr die Gefahr, dass du anstatt zu lernen dann lieber auf dem Sofa sitzt, am PC zu sitzen, dich mit Freunden zu treffen... Wer soll dich Zuhause fördern und fordern?

Es gibt leider Familien, da haben die Eltern kein besonders hohes Bildungsniveau und sind nicht in der Lage ihre Kinder zu unterstützen bei schulischen Angelegenheiten. Oder es fehlt schlicht die Zeit, weil die Eltern berufstätig sind.

Was ist bei dir so schlimm in der Schule gelaufen, dass du meinst, Zuhause wäre es besser zu lernen?

Naja, es ist doch reichlich auffällig, daß homeschooling nur in Deutschland nicht erlaubt wird - in allen unseren Nachbarstaaten kannst Du das tun!

Die Frage ist durchaus berechtig, warum das so ist.

Warum? Gesetz von 1938

Wozu? ... das kann sich hier mal jeder selber überlegen ...

Das Stichwort ist Chancengleichheit. Nicht jeder hat Eltern, die Homeschooling durchführen können oder zumindest bezahlen können.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

In Zeiten der schnellen Informationsbeschaffung durch das Internet kein Argument mehr. Ich würde eher sagen, dass der Schulanwesenheitszwang Chancenungleichheit verursacht, da in der Schule bestimmte Temperamente gefördert, andere hingegen gehemmt werden.

Was möchtest Du wissen?