Neuwagenkauf - schlechte Marge für Händler?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Preisgestaltung bei Neuwagen, besonders bei Re-Importen ist eine Wissenschaft für sich. Mittlerweile gibt es einen regelrechten Spotmarkt, auf dem Händler meinetwegen 10 Hyundai I30 als Paket kaufen und relativ gute, für den österreichischen Markt vorgesehene Fahrzeuge und billiger grundausgestattete tschechische Versionen im Überraschungspaket sind. Die Preisgestaltung ist dann eher eine Mischkalkulation aus vorhandenem Pool und der Dummheit potentieller Kunden, die gerade bei Tageszulassungen nicht nach solchen Kriterien fragen.

Zur Barzahlung... entgegen landläufiger Meinung hassen Autoverkäufer die Barzahlung, weil sie an den vermittelten Kredit- und Leasingverträgen verdienen, nicht an Kunden, die 16.500 Euro in bar auf den Tisch legen. Diese Zeiten sind wegen niedriger Zinsen schon seit mindestens 20 Jahren vorbei.

Ja, ich habe auch gelesen, dass Finanzierungsverträge für Händler lukrativ sind. Schön und gut. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass alleine das der Grund wäre, mir keinen Nachlass zu geben. Ich meine: ob ich jetzt 10.000 oder 20.000 für einen Neuwagen bezahle. Bei so einer Summe ERWARTE ich einfach (frech gesagt) ein Entgegenkommen - völlig egal um welche Zahlungsmethode es sich handelt. Mein Freund hat mir gesagt, dass kein Händler einen Neuwagen zu einem Dumpingpreis ins I-Net stellt, wo nicht noch Luft zum Handeln ist. Ich erwarte hier keine 10 %, aber ich will mir auch nicht vorkommen wie in einer Einbahnstraße.

Du bekommst das Auto doch schon einen Batzen günstiger als wenn du es beim Vertragshändler kaufen würdest. Diesen Betrag musst du auch schon mal als Rabatt betrachten. Außerdem ist der Preisunterschied zwischen Vertragshändler und freiem Händler oft gar nicht soweit auseinander. Die Hersteller bieten den Händlern immer wieder Sonderaktionen an wo der Händler dann noch eine Zusatzmarge bekommt. Das fällt beim freien Händler natürlich weg. Weiterhin solltest du auf die Ausstattungen achten. Manche EU-Autos haben eine schlechtere (andere) Ausstattung. Ich würde mir in der heutigen Zeit kein EU-Auto kaufen, da die deutschen Preis zur Zeit sehr gut sind. Hinzu kommt mit Sicherheit auch ein besserer Service bei Besonderheiten des Fahrzeuges. Also Kundendienst auch einfach mal so ganz schnell nebenbei ohne langen Terminvorlauf oder andere Dinge. Kostenlosen Werkstattersatzwagen z.B. uvm.

Danke für Deine ausführliche und vor allem informative Antwort. Ich möchte hier bitte nicht missverstanden werden: es geht sich mir NICHT darum, den freien Händler auf Teufel-komm-raus im Preis zu drücken – es geht sich hier um ein simples Entgegenkommen seinerseits. Dass ich keinen 15%igen Nachlass erwarten kann, ist mir klar. Aber mir kann niemand erzählen (egal wie die Marge aussieht), dass er nur 500 EUR an dem Wagen verdient. Das ist Quatsch und unglaubhaft. Nur aus diesem Grunde interessierte mich die Frage, ob es den „freien Händlern“ wirklich so „miserabel“ geht.

Klicke dir mal ein ähnliches Auto zusammen unter www.neuwagen24.de

Da siehst du vergleichswerte. Die arbeiten übrigens mit Händlern zusammen.

Ansonsten: Ein Freund von mir ist auch Automobilkaufmann, der sagt, wenn der einen Preis macht, dann ist der auch fest. Ausnahme sind Neuwagen direkt ab Werk bestellt, weil die Preise hier in der Regel relativ hoch sind und da eine breite Spanne ist, die der Händler auch weitergeben kann

Genau das meine ich nämlich auch. Gerade bei Neuwagen kann mir niemand erzählen, dass nicht noch ein Rabatt (und wenn es nur ein Entgegenkommen von 300-500 EUR ist) drin wäre. Das fand ich schon bedenklich. Dass er mir nicht direkt 10% Nachlass gab, war mir schon klar :)

@Rambser1980

Du hast ein völlig falsche Vorstellung von einem "freien Händler". Natürlich ist die Marge nicht mehr sehr hoch für den Händler. Da können zusätzlich 300,- bis 500,- Euro schon auch weh tun. Die "Freien" müssen ganz anders kalkulieren als ein Vertragshändler.

@jbinfo

Als freier Händler können wir das nur so  bestätigen. Üblicherweise wird mit den maximal möglichen Nachlässen in den Markt gegangen, da bleibt leider kein Spielraum für weitere Verhandlungen.

Vertragshändler vor Ort haben ganz andere Kostenstrukturen und geben dadurch i.d.R. weniger Nachlass. 

Die Marge eines "freien Händlers" ist mit der Marge eines "Vertragshändlers" nicht zu vergleichen. Der "Freie" hat erheblich weniger zur Verfügung. Außerdem sind die Einkaufskonditionen (Einkaufsfinanzierung) schlechter als beim Vertragshändler. Er zahlt also höhere Zinsen für die Autos die er verkaufen will. Viele Autohändler stehen bei Banken auf der roten Liste. Der "Freie" kann dann nicht einfach mal so 6 Autos auf einmal einkaufen um bessere Konditionen zu bekommen. Was nützen ihm die besseren Konditionen auch wenn du davon gleich wieder etwas ab haben möchtest. Er bekommt auch am Jahresende keinen zusätzlichen Bonus weil er sein Verkaufsziel erreicht oder gar überschritten hat. Ich könnte jetzt noch viele weitere Dinge schreiben. Das würde aber wahrscheinlich an deinem Rabattwunsch nicht viel ändern.

Danke für Deine ausführliche und vor allem informative Antwort. Ich möchte hier bitte nicht missverstanden werden: es geht sich mir NICHT darum, den freien Händler auf Teufel-komm-raus im Preis zu drücken – es geht sich hier um ein simples Entgegenkommen seinerseits. Dass ich keinen 15%igen Nachlass erwarten kann, ist mir klar. Aber mir kann niemand erzählen (egal wie die Marge aussieht), dass er nur 500 EUR an dem Wagen verdient. Das ist Quatsch und unglaubhaft. Nur aus diesem Grunde interessierte mich die Frage, ob es den „freien Händlern“ wirklich so „miserabel“ geht.

ich mache die Buchhaltung für ein Autohaus.

es ist teilweise tatsächlich so, dass der Händler nahezu nichts am Fahrzeug verdient.

ich habe es bereits mehrmals erlebt, dass der Händler das Fahrzeug (er ist Vertragshändler ...) für ca. 100 € günster verkauft, als er es einkauft.

Hintergrund ist, dass mittlerweile nahezu jeder über das Internet Preise vergleicht.

Wenn er auf auf die offizielle Preisempfehlung seines Herstellers beharrt, verkauft er kein einziges Fahrzeug mehr.

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