Nach Krebserkrankung wieder arbeiten gegangen, Chef sagt, ich arbeite seither zu langsam, was tun?

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Hallo Rosenmary,

Sie schreiben unter anderem:

Nach Krebserkrankung wieder arbeiten gegangen, Chef sagt, ich arbeite seither zu langsam, was tun?
Ich war wegen einer Krebs Operation und Bestrahlung 3 Monate krank. Auf Reha und Wiedereingliederung habe ich verzichtet, habe GdB 50.
Was kann ich tun?

Antwort:

Sie haben mit Ihrem Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag/Tarifvertrag und erhalten für Ihre Arbeiten eine entsprechende Entlohnung!

Niemand hier kennt die Einzelheiten Ihrer Arbeitsvertrages und das geht hier auch zu weit.

Natürlich ist es verständlich, wenn Ihr Arbeitgeber darauf pocht, daß Sie Ihren Abmachungen im Arbeitsvertrag nachkommen!

Wir leben in einer knallharten Leistungsgesellschaft, welche kein Mitgefühl kennt!

Stichwort: "Mobbing!"

Dies zeigt leider alleine schon die Reaktion Ihrer Kollegschaft und Ihres Chefs!

Eine Krebserkrankung ist keine leichte Sache und nicht umsonst gibt es hierzu REHA und Wiedereingliederungsmaßnahmen!

Während dieser Zeit war ich trotz Bronchitis und massiver Strahlendermatitis durchgehend arbeiten.
Ich bin körperlich durch ein Lymphödem noch eingeschränkt und generell schnell erschöpft.
Was kann ich tun?

Es ist hier an dieser Stelle leider nicht nachvollziehbar, warum Sie auf Wiedereingliederung und REHA verzichtet haben, denn dafür erhalten Sie keinen Orden!

Sprechen Sie mit Ihren Ärzten, holen Sie die REHA nach und machen Sie von Ihrem Recht auf Wiedereingliederungsmaßnehmen Gebrauch!

Wenn Sie derzeit nicht belastbar sind, lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt ganz einfach arbeitsunfähig schreiben und kurieren Sie sich aus!

Wenn Sie diesem menschlich gut gemeinten Rat nicht zeitnah folgen, schinden Sie sich auf Kosten Ihrer eigenen Gesundheit ab und keiner wird es Ihnen danken!

In unserer Arbeitswelt herrschen leider teils menschenunwürdige Zustände, (Mobbing) geschaffen durch das Leistungsprinzip, dieser Zustand wird sich künftig leider nicht bessern, sondern eher verschlechtern, darauf sollten Sie sich mit gesundem Menschenverstand einstellen und im eigenen Interesse dementsprechend verhalten!

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Konzentrieren Sie sich statt dessen in allererster Linie auf die Wiederherstellung- und dauerhafte Erhaltung Ihrer Gesundheit, denn Gesundheit ist unser allerhöchstes Gut und Niemand außer Ihnen kann das für Sie umsetzen!

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Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Vielen Dank😊

Ganz genau! Niemand dankt Dir dafür!

mach dir erst mal klar: du schuldest deinem arbeitgeber eine bestimmte zeit, aber nicht eine bestimmte leistung.

man muss nicht so viel schaffen wie ein anderer. die menschen sind nicht 1:1 vergleichbar. jeder hat seine stärken und schwächen.

du hat einen GdB von 50. du musst nicht wie jemand arbeiten, der keinen GdB hat. dein chef spart geld, weil du da bist. er hat zu akzeptieren, dass du langsamer bist.

du solltest mit dem integrationsfachdienst sprechen und ausserdem mit dem betriebsrat, falls vorhanden.

Ja, Betriebsrat, Wiedereingliederungsteam und Betriebsarzt (an bestimmten Tagen), sowie Schwerbehindertenvertretung sind vorhanden. Ich wollte nur vorab hier erfragen, ob mir anzulasten ist, ich sei zu langsam. Ich bin normal immer eine der Schnellsten und Genausten, aber ich habe halt nach der Fehlzeit keine Übergabe gehabt und musste mich selbst auf den aktuellen Stand bringen. Und dieses Kuddelmuddel dass ich was machen sollte, wo ich keine Schulung drauf habe und mich erstmal um Einweisung bemühen musste ist was mich aufgehalten hat, nicht die körperliche Einschränkung. Ich habe das Gefühl, es wird was gesucht und ich soll, warum auch immer, als verwirrt oder unkoordiniert hingestellt werden. Das ist das erste Mal so. Vorher wurde ich immer in den höchsten Tönen gelobt.

Du hattest nach deiner Krebsbehandlung und Bestrahlung die Wahl entweder Genesung oder Arbeit. Du hast deine Krankheit unterschätzt und dich für die Arbeit entschieden und nun musst die Folgen spüren. 3 Monate nach Krebs OP und Bestrahlung ist es völlig unverständlich auf Reha und Wiedereingliederung zu verzichten. Dem Arbeitgeber ist es egal wie krank du noch bist, er will Leistung sehen, denn davon lebt ein Unternehmen, das ist alles völlig verständlich. Du kannst versuchen über deinen behandelnden Arzt die Reha nachzuholen und dich erstmal neu krankschreiben lassen. Danach dann die Wiedereingliederung. Der jetzige Zustand schadet möglicherweise auch deiner Gesundheit mittel- bis langfristig und das ist meistens nicht gut bei einer vorherigen Krebserkrankung.

Sofort erst einmal wieder krankschreiben lassen, Reha machen, und dann die Wiedereingliederung. Dass dir dein aufopferungsvoller Einsatz nicht gedankt wird, hast du ja jetzt gesehen.

Ja das war echt ein Schock, damit habe ich nicht gerechnet.

Mit dem Arzt und der Krankenkasse sprechen, ob nicht doch eine Wiedereingliederung möglich ist. Genau deswegen wird das ja angeboten. Kein Mensch kann nach diesen Therapien gleich 100% bringen.

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