Muß ich eine Rechnung bezahlen trotz einem nicht unterschriebenen Angebotes

5 Antworten

Hallo, der Handwerker hat Dir sein schriftliches Angebot abgegeben und Du hast dieses Angebot durch Dein Handeln, ihn dieses Angebot auf  Deinem Bau auch tatsächlich durchführen zu lassen, kraft "kongruenten Verhaltens" angenommen. D.H. Ihr habt so einen gemeinsamen Vertrag geschlossen. Daher muss der Unternehmer auch sein Geld lt. Angebot dafür kriegen. Nur wenn er Fehler produziert hat, hast Du das Recht, von ihm die Beseitigung dieser Fehler zu verlangen oder kannst von der Rechnung Geld abziehen. Dies aber erst, wenn er die Mängelbeseitigung nachweisbar ablehnt oder bis zum per Einschreiben nachgewiesenen Termin nicht erledigt. Warum gönnst Du Deinem Handwerker nicht sein (wohlverdientes?) Geld?

Nachdem die Leistung offensichtlich erbracht wurde, wirst Du ggfs. gerichtlich Schwierigkeiten bekommen, zu erklären, warum Dir das

  • nicht früher aufgefallen,
  • erst nach Zusendung einer Rechnung eigefallen ist.

Natürlich kannst Du - wenn Du beweisen kannst, dass der Handwerker ohne Auftrag gehandelt hat, verlangen, dass er die Arbeiten rückgängig macht. Aber ob das dann billiger wird?

weder muss das Angebot von Dir unterschrieben werden noch muss eine Auftragserteilung schriftlich vorliegen; ihr habt Euch sicher mündlich geeinigt; warum solltest Du auch ein Angebot bestätigen; ich kann mir nicht vorstellen, dass er einfach angefangen hat zu arbeiten ohne dass Du damit einverstanden warst; wenn Du wirklich nicht sein Angebot annehmen wolltest, warum hast Du ihn dann die Arbeiten ausführen lassen; mit "Trubel" des Bauens hat das doch nichts zu tun; dadurch dass Du ihn hast arbeiten lassen, liegt eine Annahme des Angebotes vor.

Das kommt auf die "Schlüssigkeit Deines handelns" an.
Dazu gehört beispielsweise: Du hast ihm mündlich gesagt: "Bau es ein." oder Du hast während des Einbaues keinen Einspruch eingelegt, obwohl Du gesehen hattest, dass er es eingebaut hat oder Du hast unmittelbar nach dem Du den Einbau gesehen hast, geäußert das Du zufrieden bist oder Du hast unmittelbar nachdem Du den Einbau bemerkt hattest, nichts getan.
In allen anderen Fällen wirst Du ja unverzüglich nachdem Du von dem Einbau gewusst hast, einen Einspruch eingelegt. Beispielsweise in dem Du gesagt hast: "Das will ich nicht."
Dann gilt es an dem Handwerker zu beweise, dass Du es doch wolltest.
Ansonsten macht sich der Handwerker Ersatzpflichtig, also Wiederherstellung ds vorherigen Zustandes auf seine Kosten.

ZAHLEN! Du bist durch eine mündliche Zusage einen Vertrag eingegangen. Und wenn Du den Handwerker hast arbeiten lassen und hinterher wolltest du es gar nicht, hast Du allein schon mit der Handlung, dass Du den Handwerker hast arbeiten lassen, dem Vertrag zugestimmt.

Etwas anderes sind Deine anscheinenden Regressforderungen, da der Handwerker offensichtlich die Arbeiten nicht so ausgeführt hat, wie Du es wolltest. Da bist Du aber wohl leider auch in der Beweispflicht, dass du die Arbeiten anders als im Angebot beschrieben ist, haben wolltest.

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