Mein Sohn ist online-kaufsüchtig?

5 Antworten

Also zuerst einmal: Es ist sein Geld und er kann damit machen, was er will. Das ihr allen ernstes seine Kontoauszüge durchstöbert, dazu brauche ich denke ich nichts sagen, oder?

Nun, ich kann verstehen, dass euch das wie ein Problem vorkommt. Und Ihr als Eltern (bin selber Vater) habt dann natürlich das Gefühl, dieses Problem für euren Sohn lösen zu müssen. So wird er allerdings nichts draus lernen. Zum einen könnt ihr ihn (durch gestrichenes Taschengeld) ja nicht ernsthaft dafür bestrafen, dass er sein eigenes Geld ausgibt. Das ist der vollkommen falsche Weg.

Zum anderen muss er alleine lernen mit dem Geld umzugehen. Und bei den allermeisten Teenagern ist es nunmal so, dass sie auf gut deutsch gesagt erstmal ordentlich auf die Schnauze fallen müssen. Spätestens, wenn er den Führerschein machen will und ihm dann auffällt "Mist, ich habe ja garkein Geld dafür" wird er anfangen zu sparen.

Ein "Auf die Schnauze fallen" kann Wunder wirken. Hat auch bei mir funktioniert und ich war wesentlich schlimmer als euer Sohn. Ich habe ab dem 18-Lebensjahr alles auf Finanzierung gekauft was ich wollte, habe es geschafft innerhalb von 2 Jahren über 10.000€ Schulden zu machen! Was ist passiert? Ich bin mir dessen bewusst geworden, habe gespart und innerhalb von 3 Jahren aus den -10.000 -> +10.000 gemacht.

Mein gut gemeinter Rat: Leiht ihm kein Geld, gebt ihm aber sein normales Taschengeld. Lasst ihn damit machen was er will. Früher oder Später wird er aufwachen. Garantiert.

Wenn es soweit ist, wird er wahrscheinlich zu euch kommen und um Hilfe bitten. Dann solltet ihr ihm auch Zeigen, wie man verantwortungsvoll mit Geld umgeht. (Sparplan etc.)

Euer Sohn ist fast volljährig. Trefft mit ihm eine klare Vereinbarung: Taschengeld und maximal die Hälfte seines Verdienstes darf er verbrauchen, der Rest wandert aufs Sparkonto, für ein größeres Ziel, wie den Führerschein, ein eigenes Auto oder die Ausstattung der ersten eigenen Wohnung.

Dabei muß er mit einbezogen werden, denn oktroyierte Ziele sind fürs Sparen nicht motivationsfördernd. Erst wenn er diese Vereinbarung nicht einhält, würde ich das Taschengeld einbehalten und auf ein Konto für ihn legen.

Er sollte lernen, daß ein Schnäppchen nur dann ein echtes Schnäppchen ist, wenn er etwas, was ihm auch den vollen Kaufpreis wert wäre, ermäßigt bekommt.

Das verführerische am Online-Shopping ist, daß man ständig Pakete bekommt. Das kann sich so anfühlen, als wäre jeden Tag Geburtstag oder Weihnachten. Daß man für seine „Geschenke“ in Wirklichkeit selbst bezahlt, blenden viele aus.

Bisher hat er zum Glück nicht mehr verbraucht, als ihm tatsächlich gehört. Damit das so bleibt, sollte das Konto, von dem er seine Ausgaben tätigt, keinen Dispokredit haben.

Giwalato

Er hat 270 im Monat, gibt von Januar bis Juli etwa 700 aus und hat nichts mehr? Was hat er mit dem Rest gemacht? Vergraben? Verbrannt? Verschenkt?

Tatsache ist, dass man mit 17 für Bestellungen bei Amazon die Erlaubnis der Eltern braucht. Diese Erlaubnis wird von Amazon einfach vorausgesetzt, solange niemand widerspricht.

https://praxistipps.chip.de/amazon-unter-18-nutzen-geht-das_45574

Statt sein Zimmer zu durchwühlen, solltet ihr seine Pakete einfach zurücksenden mit dem Hinweis, dass der Empfänger noch minderjährig ist und ihr dem Kauf nicht zugestimmt habt.

Da ihr nicht einmal wisst, WAS er kauft, fällt es mir schwer, eure Einschätzung einfach so zu teilen. Wie viel gebt IHR denn im Monat für "Kleinkram", "nichts besonderes" usw. aus? Das solltet ihr wenigstens wissen, bevor ihr ihm Vorhaltungen macht!

Wenn er tatsächlich kaufsüchtig ist, muss er es selbst einsehen und etwas unternehmen. Wenn ihr ihn schützen wollt, legt das Taschengeld, das ihr ihm gestrichen habt, für deinen Führerschein beiseite und bezahlt späterdie Fahrschule direkt. Legt Geld für ihn zur Seite, statt es ihm zu geben.

Aber versucht, diese Maßnahmen nicht mehr als "Erziehungsversuche" anzusehen, die ihn verändern sollen, sondern als Entscheidungen, die ihr trefft, weil ihr sie für richtig haltet. Für euch, nicht für ihn!

Mit Bemuttern und Bevormunden erreicht man bei Teenagern nur das Gegenteil - also verzichtet darauf! Ihr schickt seine Pakete zurück, weil ihr nicht wisst, was drin ist und euch ggf. strafbar macht, wenn er Bomben baut oder Filme ab 18 bestellt. Ihr seid bereit, bestimmte Dinge (Führerschein...) zu unterstützen, die euren Vorstellungen entsprechen, und andere nicht. Er darf entscheiden, was er tut oder lässt, und ob er um Unterstützung bittet oder nicht.

Der Junge ist bald 18! Wenn ihr die Riesentrotzreaktion am nächsten geburtstag vermeiden wollt, versucht schon jetzt, ihn zumindest ansatzweise wie einen Erwachsenen zu behandeln.

Und redet deinen Schwiereltern nicht rein - sie geben ihm kein Taschengeld, sie bezahlen ihn für geleistete Arbeit!

Warum darf er das, was er selbst verdient, nicht ausgeben?

Wie viel gebt IHR denn im Monat für "Kleinkram", "nichts besonderes" usw. aus? Das solltet ihr wenigstens wissen, bevor ihr ihm Vorhaltungen macht!

Das könnte ich alles lückenlos belegen. Dazu kaufe ich nicht jeden Kram. Klar, meine Frau kauft in diesen 1€-Läden mal Dekozeugs, neulich halt auch mal für fast 30,00 € aber im Prinzip kaufen wir nicht alles, was mir vor die Flinte kommt, so wie das bei ihm fast der Fall ist.

@to87ne

Dir gefällt meine Antwort nicht? Damit kann ich leben.

Aber dann mach es doch bitte nicht an dem einen Punkt fest, den du noch nicht einmal vernünftig widerlegst..

Vermutlich kauft er keinen Dekokram und vielleicht auch keinen "Blödsinn", sondern Kondome, Geschenke für seine Freundin, Rasierklingen, Unterhosen, Socken...?

Es gibt ziemlich viele Dinge, die einem 17jährigen an der Kasse peinlich sind und auf die er nicht von zufällig anwesenden Bekannten angesprochen werden will.

Und das erklärt immer noch nicht, was mit den 170€ im Monat geschieht, die er nach meiner Rechnung pro Monat übrig haben müsste...

Online gibt sich Geld viel leichter aus, als wenn man im Laden den Geldbeutel aufmachen muss .. ein paar klicks und fertig

ich denke Euer Sohn überblickt das Ganze gar nicht richtig und hat auch keine Vorstellung wir lange es dauert um sich 700,00 Euro zu erarbeiten ...

Eltern und Schwiegereltergeldhahn zu finde ich schon mal gut ..

er muss aber letzten Endes selbst darüber nachdenken, ob er den ganzen Krempel den er so kauft, tatsächlich braucht ....

Kaufsucht ist aber tatsächlich auch eine Form der Sucht mit der man anderes kompensiert ...

Wenn es für die Zukunft war, warum habt ihr es dann Taschengeld genannt? Da kann er ja nur denken, dass es zur freien Verfügung ist.

Und wenn er arbeiten geht um sic sein teures Hobby zu leisten ist das doch auch voll in Ordnung.

Geldhahn zudrehen finde ich etwas dumm. Das ist nicht logisch. Das Geld auf ein anderes Konto überweisen auf das er erst zugreifen darf wenn die Führerscheinkosten kommen - das wäre ein logischer Schluss.

Wir haben ja mal Geld auf ein extra für den Führerschein angelegtes Sparbuch überwiesen. Nur da er sich Online-Banking eingerichtet hat, kann er, laut Bank, auch auf dieses Konto zugreifen, da es auf seinen Namen läuft und das Geld auf sein Konto überweisen und ausgeben.

@to87ne

Wenn das so klar kommuniziert war kann man ja vereinbaren, dass er das zurückzahlen muss.

Vielleicht legt ihr dafür ein neues Konto an, welches nicht auf seinen Namen läuft.

@to87ne

Vom Sparbuch kann man kein online banking machen

@Idris164

es Ist wahrscheinlich ein tagesgeldkonto gemeint.

@to87ne

Wenn er die Kohle vom Führerscheinkonto ausgibt, dann würde ich da an deiner Stelle hart bleiben. Dann hat er halt kein Geld für den Führerschein...

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