Ladungssicherung/Überladung wer bekommt die Strafe?

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Oh Gott, mir wird schlecht bei diesen ganzen Mistantworten!

Öffne nie eine Zollplombe, nie!!!

Grundsätzlich sind für die Ladungssicherung alle am Transport beteiligten Parteien verantwortlich. Das sind in der Regel der Fahrer, der Verlader und der Fahrzeughalter, in gewissen Situationen evtl. auch der Empfänger.

Der Fahrer sowieso, er ist verantwortlich für die betriebssichere Beladung seines Fahrzeuges. Der Verlader, weil er nach den anerkannten Regeln der Technik zu verladen hat, und der Fahrzeughalter, weil er Sorge zu tragen hat, daß sein Fahrer betriebssicher beladen lässt und der Chef die geeigneten Zurrmittel und Fahrzeuge bereitstellen muss.

In gewissen Situationen sogar der Empfänger, wenn er es besonders geladen haben will und dies nicht zu sichern ist oder nicht den "anerkannten Regeln der Technik" entspricht. Es gibt oft Firmen, die wollen daß Material besonders verpackt wird oder besonders geladen wird um die Handhabung in ihrem Betrieb zu erleichtern. Dann schreiben sie vor wie angeliefert werden muss, ansonsten verweigern sie die Annahme. Ist das nicht entsprechend den Regeln, kann sogar der Empfänger zur Verantwortung gezogen werden.

Natürlich kann der Fahrzeughalter oder der Verlader eine zuständige Person damit beauftragen, z.B. einen Lagermeister oder einen Fuhrparkleiter, oder, oder, oder... Das ist im Betrieb intern geregelt, besonders wenn sie ISO-zertifiziert sind, muss das niedergeschrieben werden.

Der Fahrer und der Fahrzeughalter sind nicht verantwortlich, bei Containern und wenn das Fahrzeug verplombt ist.

Zu den Containern: Ein Container ist nicht fest mit dem Fahrzeug verbunden, also ein "Packstück". Für dieses Packstück ist ausschließlich der Verlader, bzw. Absender verantwortlich. Vergleichbar mit der Post: Schickst Du ein Paket mit der Post, so ist die Post verplichtet, dieses Paket ordnungsgemäß am LKW zu sichern, ob die Ware im Paket sicher ist, muß die Post nicht kontrollieren, dafür bist Du zuständig. Stell Dir vor die Post öffnet jedes Paket um zu sehen wie es verpackt ist..... Ganauso der Container, der Container ist das Packstück, das am Fahrzeig befestigt wird. Der Fahrer hat die ordnungsgemäße Sicherung des Containers am Fahrzeug zu verantworten, nicht jedoch was im Container ist. Außerdem werden Container meistens nach der Verladung sowieso vom Verlader verplombt, was zum nächsten Punkt führt, die Plombe.

Ist ein Fahrzeug verplombt, ist der Fahrer und der Fahrzeughalter auch nicht verantwortlich, nur der Verlader. Eine Werksplombe wird angebracht bei diebstahlgefährdeter Ware. Öffnet ein Fahrer eine Werksplombe, kann ihm vorgeworfen werden er wollte was klauen. Oder ich sag mal übertrieben: Eine Firma verklagt einen Fahrer weil dieser eine Werksplombe geöffnet hat und neueste Technik fotografiert hat und Industriespionage betrieben hat.... mal übertrieben gesagt.

Zur Zollplombe brauch ich glaub ich nicht viel sagen: Willst Du eine Zollplombe öffnen und gegen Zollrecht verstoßen? Willst Du daß Dir Schmuggel angelastet wird? Oder ähnliches?

Also hat der Fahrer und der Fahrzeughalter bei Containern und verplombten Fahrzeugen sich nicht zu verantworten. Nur der Verlader. Bei Containern wird der Fahrer sogar angewiesen nicht am Ladeprozess teilzunehmen..... Genauso wie bei manchem großen Verladern, der Fahrer nichts in der Halle oder auf der Ladefläche zu suchen hat und gegen Werksvorschriften verstößt, wenn er es doch tut.

Fällt dem Fahrer jedoch während der Fahrt auf, daß aus dem Gefühl heraus etwas mit der Ladungssicherung eines Container oder verplombten Fahrzeuges nicht stimmt, z.B. laute Geräsche aus dem Laderaum, schlechtes Fahrverhalten, usw. muß er den Transport abbrechen und die Polizei verständigen. Er darf nicht die Plombe lösen und kontrollieren. Polizei anrufen und sagen daß der Verdacht besteht, die Ladungssicherung ist nicht in Ordnung. Polizei klärt das mit Zoll oder bei Werksverplombung mit dem Verlader wie und wann geöffnet wird.

Fährt der Fahrer jedoch bei einem solchen Verdacht weiter und unterbricht den Transport nicht und verständigt nicht die Polizei oder Zoll oder Verlader, ist er ebenfalls verantwortlich.

Aber niemals eine Werks- oder Zollplombe selbständig öffnen!!!!!!

Natürlich kann ein Sachverhalt vor Gericht anders ausgehandelt werden. Es ist ja nie jeder Fall gleich.

Darüber sollten sich mal Menschen wie Wenne Gedanken machen, seine Antwort ist einfach nur unsachlich und ungenau und falsch.

Hi, äh das mit der Werksplombe ist so ne Sache. Es gibt keinen rechtlichen Hinderungsgrund der das öffnen untersagt, der BAG oder Polizei schon gar nicht und auch nicht dem Fahrer/Spediteur. Dies ist zumindest die Aussage eines Rechtanwaltes, der einen Fall deswegen Verteidigen musste. Der Fall endete vor Gericht mit einem Vergleich.

@Siggi1910

Ach ja wenn du in Österreich zB. wegen einer Beule in der Plane und Werksverplombung die Polizei rufst, bezahlst du natürlich auch deren Einsatz, genau wie bei Bagadellunfällen ohne Personenschaden. Wer dafür die Burschen ruft bekommt ne Einsatzrechnung.

@Siggi1910

Da hast Du Recht Siggi, eine Werksplombe ist keine amtliche Plombe. Aber ob Du beim öffnen einer Werksplombe just for fun glücklich wirst..... Der Verlader macht Druck ohne Ende, der Spediteur verliert den Auftrag......

Ob nun ein zu bezahlender Einsatz in Kauf zu nehmen wäre? Wenn ich glaube ich spare mir die Einsatzkosten und es passiert nichts, dann passt es ja. Aber glaube ich dass ich mir die Einsatzkosten sparen muß und es fällt ein Coil runter und erschlägt an einer Fußgängerampel 20 Schulkinder.........................

Hab ich ja geschrieben, ich zitiere mich selbst: "Natürlich kann ein Sachverhalt vor Gericht anders ausgehandelt werden. Es ist ja nie jeder Fall gleich."

Sicher, macht man großen Aufstand und ist nichts, steht man dumm da. Macht man nix und passiert was...... Wie man es macht, man macht es falsch. :-)

@RainerB76

Nene du nicht ich hab recht , das ist die Aussage des Anwaltes, ich halt mich da mangels Ahnung raus.:-)) Ich musste auch schon eine öffnen, gab halt ein wenig Schreibkram aber nach der Entladung war die Stückzahlmässige Abnahme ok und das wars. Nie mehr was gehört. Klar bei den Einsatzkosten muss man schon abwägen ob alles zueinander im richtigen Verhältnis steht. Es bleibt ja schliesslich auch nicht nur bei den Einsatzkosten, Verweigerung der Weiterfahrt, Umladen, Strafzahlung für nicht eingehaltene Termine, Strafen allgemein usw. da kann schon ein kräftiges Sümmchen zusammen kommen. Aber sicher wenn es schon so extrem wie von dir genannt sein könnte ist natürlich klar was zu tun ist. Stehen bleiben Augen zu und durch, hast ja keine andere Wahl.

@Siggi1910

War schon richtig extrem das Beispiel, vor allem, weil ich noch nie gesehen hab dass jemand einen Coil draufhat und der verplombt wurde... :-))))

Weiter unten in einer Antwort von mir steht was letztendlich dabei raus kam.

Zunächst ist mal die Firma in der Pflicht, welche den LKW beläd. Das ist in grösseren Firmen der sog. Lademeister. Dieser muss dafür sorgen, dass die Ladung gesichert ist und das Fahrzeug nicht überladen. Wenn das Fahrzeug verblompt an den Fahrer übergeben wird, muss sich dieser darauf verlassen können, dass die Ladung den Vorschriften entspricht. Genaugenommen müsste der Fahrer persönlich die Sicherheit seiner Ladung überprüfen. Kommt es nun zu einer Polizeikontrolle und es werden Mängel festgestellt, so werden die Firma, als auch der Fahrer in die Pflicht genommen, der zum Zeitpunkt der Polizeikontrolle das Fahrzeug fuhr. Der Fahrer müsste sich vor Antritt der Fahrt davon überzeugen, dass seine Ladung sicher transportiert werden kann. Leider wird das kaum gemacht. Ein bereits verblompter LKW wird nicht noch mal geöffnet, damit der Fahrer kontrollieren kann. Hinzu kommt noch, dass in den meisten Fällen der Zeitdruck eine Rolle spielt. Hat die Überprüfung der Ladung ergeben, dass ein Bussgeld oder gar Punkte in Flensburg die Folge ist, so bekommt der Verantwortliche in der Fima die Punkte in Flensburg und das Bussgeld zahlt ebenfalls die Firma. Auch der Fahrer wird nicht ganz ungeschoren davonkommen, weil er die Sicherheit seiner Ladung nicht überprüft hat.Die Polizei interessiert nicht, ob das Fahrzeug bei Übergabe verblompt war oder nicht.

Ich stülpe wie so oft die Frage um.

Laut meines Wissens ist der Fahrer für die Verladung nicht zuständig, sondern nur für den Transport. Das war laut Gewerkschaft und Transportwesen schon zu meiner Zeit so. Ein Fahrer ist nicht verpflichtet sein LKW selber zu Be.- oder Entladen. Die Ladungssicherung muß zwar der Fahrer durchführen, aber der Versender muß diese Sicherung abnehmen. Bei Gutefrage hatte mir aber vor ca 2 Wochen jemand etwas geschrieben. Es gibt Versender die per Frachtbrief diese Kontrolle auf den Fahrer abwälzen können. Also wenn der Fahrer diese Ladungssicherungsbescheinigung unterschrieben hat, und er damit die Verantwortung übernimmt, ist der Versender aus dem Schneider.

@ Oldie nun zu deinem Fall. Der Fahrer A hat bei Schenker oder Dachser beladen. Mit seiner Unterschrift die Sicherung der Ladung auch unterschrieben und bestimmt übernommen ( leider sind solche Fälle an der Tagesordnung ) . Egal aus welchen Gründen , kommt es zum Begegnungsverkehr. = Wechselbrücken oder Satteltausch. Hier darf aus Versicherungstechnischen Gründen keine Plombe geöffnet werden. Kommt es bei Fahrer 2 nun zu einer Kontrolle, und Fahrer 2 wurde bei der Übergabe die richtige Ladungssicherung schriftlich übergeben, ist Fahrer 1 Haftbar.

Gibt es kein Übergabeprotokoll dürfte normal immer noch Fahrer A die Schuld tragen, wenn das Siegel nicht beschädigt wurde. Hoffe es stimmt so.

Gruß Wolf

Mir fiel aus meiner Zeit noch etwas ein. Ist zwar keine Kontrolle gewesen, doch eine Ladungsübernahme. Es war meine erste Tour in der Fa meines besten Freundes. Ich sollte Sonntag zu Montag einen abgestellten unterwegs aufnehmen. Dort waren Fliesen und Erdballen aus Italien mit Zollplobe geladen. Ich übernahm den Trailer und fuhr ihn Montag Mittag zum Empfänger. Unterwegs mußte ich eine Kurvenvollbremsung hinlegen, doch mir fiel nichts auf. Die Ladung sah später so aus wie ein Würfelspiel ( etwas übertrieben ) . Ich erklärte dem Emfänger die Sachlage, und per Tele auch mein Chef. Ladung war fast gar nicht gesichert, und er nahm sich den Hauptfahrer zur Brust der die Ladung aus Italien holte. Wie weit da noch der Zoll in Haftung genommen werden konnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich jedoch war trotz Vollbremsung nicht haftbar.

Grüß dich----"Laut meines Wissens ist der Fahrer für die Verladung nicht zuständig, sondern nur für den Transport. Das war laut Gewerkschaft und Transportwesen schon zu meiner Zeit so. Ein Fahrer ist nicht verpflichtet sein LKW selber zu Be.- oder Entladen" das ist nicht richtig, es kommt immer darauf an wie der Frachtvertrag ausgehandelt wurde lies hier mal:http://www.bag.bund.de/SharedDocs/FAQs/DE/Gueterkraftverkehr/Be_undEntladung.html?nn=12832.

@Siggi1910

Wenn wir zB. du weisst schon den Flügelverleihenden Trink laden, kommt alles vom Rollband du lädst selber mit der Ameise, sicherst, danach wird verplobt. Die Lieferscheine,CMR, und Zolldokumente druckt der Drucker nur aus wenn du an einem Pad bestätigt hast, dass du 1. Lenk und Ruhezeiten eingehalten hast, 2. Das Fz technisch in Ordnung ist ,3. Die Ladung richtig gesichert ist,.4. Genehmigungen und Dokumente vorhanden sind. Hab mal ganz dezent bei denen Nachgefragt was geschied wenn ich einen Punkt nicht ankreuzen kann ----- die Antwort -abladen und gehen. Ein anderer makaberer Punkt ist , da steht ganz gross an den Ameisen "Benutzung nur mit gültigem Staplerschein". Ich hab ihn zwar bin aber der einzige unter meinen Kollegen. Klar man könnte sich Quer stellen, aber das wars dann.

Die Polizei hat Recht! Als erstes ist immer der Fahrer zuständig. Er hat dafür zu sorgen dass das Fahrzeug das er in Betrieb nimmt auch den Bestimmungen entspricht. Dazu gehört aber nicht nur das Fahrzeug als solches, sondern auch seine Beladung.
Er müsste sich also vom ordnungsgemäßen Zustand des Fahrzeuges und der Ladung überzeugen, bevor er einen Meter damit fährt. Ist z.B. die Ladung nicht in Ordnung, dann muss er beim Belader reklamieren. Er darf sich aber nicht aus der Verantwortung entziehen indem er sagt: 'Geht mich doch nichts an was der da drauf geladen hat'
Eigentlich hätte das ja schon Fahrer 1 machen müssen. Fahrer 2 hat ihm wohl vertraut und das Vertrauen ist 'in die Hose gegangen'.
Abewr wie heißt es ja so schön?! Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Das Fahrzeug war wie oben schon geschrieben verplombt. Mal eben einfach so ne Plombe öffnen um rein zu schauen ist nicht.

@Oldie01

Zur Plombe hat ja schon inahoe was geschrieben! Sollte es wirklich so sein dass die Firma den Fahrer 'die Katze im Sack' fahren lassen will, dann muss sie auch damit rechnen dass der Fahrer sagt 'Nein!'. Immerhin kann er ja dadurch seinen gesetzlichen Pflichten, die er hat sobald er ein Fahrzeug in Betrieb nimmt, nicht nachkommen.
Übrigens hat diese Pflicht eigentlich jeder Fahrer, nicht nur LKW-Fahrer. Jeder müsste sich vor Fahrtantritt vom ordnungsgemäßen Zustand des jeweiligen Fahrzeugs überzeugen.
Aus dieser Verantwortung kann man sich nicht entziehen!

@Wenne

@ Wenne: Es ist immer der fahrer und der Verlader und der Fahrzeughalter für die Ladungssicherung zuständig, außer

bei Containern, da Container das "Packstück" sind und auf das Fahrzeug aufgesetzt werden. Container belädt und sichert ausschließlich der Verlader

und bei Zollplomben, die darf keiner öffnen, der nicht eine Uniform anhat. Der Fahrer muß bei Verdacht auf schlechte Ladungssicherung (z.B. laute Geräusche aus dem Laderaum oder schlechtes Fahrverhalten) sofort stehenbleiben und Polizei benachrichtigen.

**Auf keinen Fall darf ein Fahrer eine Zollplombe oder Werksplombe öffnen, auf keinen Fall!!!!****

@RainerB76

Jepp , soweit mir das bekannt ist, liegt Wenne falsch.

Danke euch erstmal für eure Antworten: Nach langer suche habe ich folgendes unter http://www.ladungssicherung.de/1__rechtliche_grundlagen gefunden.

Wenn Fahrzeuge oder Wechselbrücken durch den Zoll oder durch den Absender verplombt werden, darf der Fahrer diese Plombe nicht öffnen. Wenn er die Plane seines Curtainsiders öffnen möchte, um die Ladungssicherung zu überprüfen, müsste er dazu die Plombe öffnen, was er ja nicht darf. Als Fazit kann festgestellt werden, dass der Fahrer die Ladungssicherung eines verplombten Fahrzeugs oder einer verplombten Wechselbrücke nicht überprüfen kann, weil er das Fahrzeug nicht öffnen darf. Aus diesem Grunde kann man ihm auch keinen rechtlichen Vorwurf machen, wenn die Ladung ungesichert ist. Eine Ausnahme von dieser Betrachtungsweise gibt es allerdings dann, wenn der Fahrer hätte merken müssen, dass die Ladung ungesichert ist (z.B. Beule in der Plane, schief stehendes Fahrzeug wegen falscher Lastverteilung oder lautes Poltern der Ladung in Kurven oder beim Bremsen).<

Deiser Beitrag ist von einem Verlag, der in der Fusszeile auch darauf hinweist dass es keine rechtliche Handhabe für die Richtigkeit der Darstellung gibt.

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