Kündigung per Einschreiben wann wirksam?

5 Antworten

Folgendes geht von deutschem Recht aus:

Natürlich ist die Kündigung während einer Krankheit möglich, nur die Kündigung wegen einer Krankheit ist nicht so einfach möglich.

Im Endeffekt brauchst Du aber nur nicht den Brief abzuholen. Einschreiben mit Rückschein sind eine schlechte Wahl, um etwas zu kündigen, da der Zeitpunkt der Zustellung der Abholzeitpunkt ist ... und da dein Arbeitgeber eigentlich klar sein muss, dass Du den Brief evtl. nicht abholen kannst, ist die Nichtigkeit nochmal abgesichert ...und bevor die Chefin was von der fristgerechten mündlichen Ankündigung sagt: mündliche Kündigungen sind unwirksam.

Frage ist hier nur, ob es sich für dich lohnt, diesen Weg zu gehen. Ich würde das von den sonstigen Umständen abhängig machen.

Allerdings - was die Zustellung betrifft:

Wenn der Arbeitnehmer von der Kündigungszustellung weiß (die Arbeitgeberin hat mit ihm deswegen telefoniert) und das Einschreiben bewusst deshalb nicht abholt, kann es sich um eine Zustellungsvereitelung handeln mit der Konsequenz, dass die Zustellung trotz Nicht Abholung als erfolgt gilt.

Du kannst es etwas herauszögern, denn der AG wir das Einschreiben dann eben nochmal senden diesmal per Einwurfeinschreiben.
Du wirst wohl kaum das Geld freiwillig bekommen und klagen müssen. Brauchst du einen Anwalt wird der alles vom Gewinn fressen.

Hast du keinen ALG Anspruch würde ich mich mit Händen und Füßen wehren, aber nur wenn ich ohne Anwalt klagen kann. Denn sonst ist das nur Geld wechseln. Und natürlich nur wenn ich es kein 400 Euro Job ist

Kündigen kann er auch wenn du krank bist.

Ein Übergabeeinschreiben gilt erst mit Abholung als zugestellt. Holst du es nicht ab, ist es nicht zugestellt worden. Der Absender muss die Zustellung nachweisen.

Die Krankmeldung hat keinerlei Einfluss auf die Kündbarkeit.

Ergo geh in die Firma und biete deine Arbeitskraft an, bis dir eine schriftliche Kündigung zugeht.

Im Brief steht ab wann du gekündigt bist und in der Probezeit kannst du jederzeit gekündigt werden.

Allerdings ist die Kündigung hier - so, wie das beschrieben ist - überhaupt nicht wirksam zugestellt.

@Familiengerd

Eine Kündigung gilt als wirksam zugestellt sobald die Kündigung in den Machtbereich des Empfängers gelangt. In den Machtbereich des Empfängers gelangt die Kündigung, sobald dieser die Möglichkeit der Kenntnisnahme hat. Wann er dann tatsächlich Kenntnis von der Kündigung nimmt, ist dabei in der Regel unerheblich.

@ZuumZuum

Das ist hier falsch und gilt nicht bei Zustellung als Einschreiben mit Rückschein, wenn die Annahme verweigert oder der Empfänger nicht angetroffen wird.

Die Benachrichtigung stellt kein Zugehen in den Macht bereich des Empfängers dar.

Eine Kündigung ist auch während einer Erkrankung möglich. Ausnahmeregeln gibt es heutzutage nur noch in der Schweiz. Im deutschen Arbeitsrecht gilt eine Kündigung auch als zugegangen, wenn der Arbeitnehmer krank ist. Dies spielt also keine Rolle.

Problematischer ist hier die Frage des Zugangs einer Kündigung per Einschreiben/Rückschein. Für den Arbeitgeber eigentlich die schlechteste Möglichkeit.

Eine Kündigung geht zu, wenn du von dieser Kenntnis nimmst. Erst dann entfaltet die Kündigung Rechtswirkung. Die Kündigung gilt also erst als zugegangen, wenn du diese abgeholt hast. Der Benachrichtigungszettel selbst ist keine Kündigung.

Wird eine per Einschreiben Rückschein übersandte Kündigung nicht abgeholt, geht diese erst einmal nicht zu. Dann kann man sich darüber streiten, ob eine Annahmeverweigerung vorliegt mit der Folge, dass rückwirkend die Kündigung als zugestellt gilt. Voraussetzung für eine solche Fiktion ist jedoch, dass der Empfänger mit einer Kündigung rechnen musste.

Was der Arbeitgeber aber beweisen müsste und da so wie ich den Text verstehe das Telefonat erst nach dem Versand stattgefunden hat, dürfte die Sache hier entsprechend schwerer sein. =)

Dann kann man sich darüber streiten, ob eine Annahmeverweigerung vorliegt mit der Folge, dass rückwirkend die Kündigung als zugestellt gilt.

Das Telefonat war nach Zustellungsversuch der Kündigung und der Arbeitnehmer wurde informiert, dass ihm die Kündigung zugesandt wurde.

Es ist also anzunehmen das es sich bei dem Einschreiben um die Kündigung handelt; könnte natürlich etwas anders sein, ist aber eher unwahrscheinlich.

@johnnymcmuff

Chefin als zeugin? Falls Geschäftsführerin, dann wird es schwierig. Wie bei jeder Beweisaufnahme stecken auch da die Teufelchen im Details....anzunehmen, unwahrscheinlich......der Arbeitgeber ist beweisbelastet und sollte sich einem solchen Risiko nicht aussetzen

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