Kann man vorsichtshalber bei der Polizei anfragen ob ein gebraucht Fahrrad was man gekauft hat als gestohlen gemeldet ist und sich so absichern?

8 Antworten

Du kannst bei der Polizei Anfragen, ob ein Rad mit der  Rahmennummrr gestohlen gemeldet ist. Das ist aber eine Momentaufnahme. Wird das Rad erst später gestohlen gemeldet, weil der Eigentümer in Urlaub ist, ist es trotzdem gestohlen.

Du solltest vom Verkäufer einen Eigentumsachweis einfordern. Zum Beispiel den Kaufvertrag wo er das Rad gekauft hat. Gerade bei einem teuren Rad. 

Ist der Verkäufer schon lange bei eBay, hat viele und durchwegs gute Bewertungen, ist das Risiko sehr gering in die Falle zu gehen. 

Du solltest eine Kopie oder Foto von seinem Personalausweis und einen Kaufvertrag machen.

Ist das Rad allerdings tatsächlich gestohlen und der rechtmäßige Eigentümer findet es, musst du es wieder hergeben. Dass du denn den Kaufpreis zurück bekommst, ist unwahrscheinlich.

Du solltest VOR dem Kauf, zusammen mit dem Verkäufer zur Polizei gehen, falls der Verkäufer keine Rechnungspapiere vorlegen kann.

Wenn der Verkäufer das ablehnt, solltest du auf den Kauf verzichten.

Stellt sich nach dem Kaufvertrag heraus, dass das Fahrrad gestohlen ist, wird die Polizei das Rad beschlagnahmen.

Dein Ansprüche gegen den Verkäufer müsstest du allerdings zivilrechtlich einklagen, wenn der dir den Kaufpreis erstattet.

An Hehlerware kannst du auch kein Eigentum erwerben. Das heißt, Rad und Geld sind erst einmal weg.

Auch wenn der Verkäufer bei einer Verurteilung sämtliche Kosten zu tragen hat, musst du den Klageweg erst einmal vorfinanzieren und bleibst auf den Kosten sitzen wenn der Verkäufer nicht bezahlen kann.

Gut zu wissen: Im Internet gibt es kostenlose Vertrags-Formulare für Gebrauchtware. Die Verwendung eines solchen Vertrags ist unbedingt zu empfehlen.

Also ich habe mir letzten Winter ein Rad bei ebay-Kleinanzeigen gekauft, ohne alles. Es gibt nichts Schriftliches. Angst, dass das Teil geklaut sein könnte, habe ich trotzdem nicht, denn ich weiß, wie der Verkäufer heißt und wo er wohnt. Einen Zeugen, der beim Geschäft dabei war, habe ich auch. Zweitens ist der Rahmen nicht überlackiert. Alle Aufkleber und Embleme sind original und waren auch schon auf den Fotos im Internet zu sehen.

Also bitte, der Verkäufer müsste doch verrückt sein, wenn er ein geklautes Rad so anbietet und verkauft. War er aber nicht. Er war einfach ein Radfreak, der aus gesundheitlichen Gründen dieses Rennrad nicht mehr fahren wollte.

Ich gucke die Kleinanzeigen für unsere Stadt regelmäßig durch. Die Kompletträder dort halte ich so gut wie alle für nicht geklaut. Bei Einzelteilen wäre ich mir schon nicht mehr so sicher.  

   

Bei Rahmen, Rädern kann man sich leider auch nicht so sicher sein.

Als ich selbst noch an Fahrrädern gebastelt habe, hat nicht mal der Händler gewußt, das warschinlich alles von dem Guten angebot was er gegeben hätte geklaut war.

Ohne Probleme hat er dann alles wieder zurück genommen, obwohl es nicht mehr zusammengebaut war. Erst bein Zerlegen haben wir festgestellt das alles so nicht Original zu diesem Rahmen gehörte.

Dann bei der Polizei nachgefragt, Rahmennummer und erfahren, das der Rahmen schon mal bei einer Aufräumaktion einer Stadt aufgefallen ist. Wer schließt schon einen 800 € teuren Rahmen irgendwo ab und Kümmert sich so ca. einJahr nicht mehr drum. Warscheinlich niemand.;)

der verkäufer hat keine papiere.

Welche Papiere meinst du denn??

Mach einen Kaufvertrag. Dann musst du nichts befürchten, du musst halt lediglich nachweisen können, dass du es ordnungsgemäß gekauft hast. Sollte es dennoch geklaut sein würde die Polizei deinem Verkäufer einen Besuch abstatten.

Und dann müsste er das Fahrrad herausgeben. 

An gestohlenen Sachen kann kein Besitz erworben haben.

Er müsste das Fahrrad an den eigentlichen Eigentümer zurück geben und würde auf den Kosten sitzen bleiben...

@Nonameguzzi

Der Verkäufer müsste den Kaufpreis natürlich zurück erstatten.

@TW1920

Zwischenzeitlich hat der Fragende deutlich gemacht, dass es ihm vor allem um die strafrechtliche Seite angeht. Wenn man denn wirklich annimmt, dass er sich wegen Hehlerei strafbar gemacht hat, wird er auch sein Geld nicht zurückverlangen können.

@Droitteur

Wenn er es kauft und diesen Kauf dokumentiert unter der Annahme, dass der Verkäufer der Eigentümer ist, dann macht er sich auch nicht der Hehlerei schuldig. Um den Straftatbestand der Hehlerei zu erfüllen ist Vorsatz notwendig. In dem Fall des Fragestellers lässt sich kein Vorsatz erkennen. Strafrechtlich hat er nichts zu befürchten.

@TW1920

Dafür kommt es aber nicht darauf an, einfach einen Kaufvertrag zu machen und schon hätte man nichts zu befürchten.

Klar, wenn er wirklich keinen Verdacht hat, ist alles in Ordnung; aber offenbar ist er ja nicht sicher. Natürlich hast du trotzdem recht: unter Umständen macht er sich nicht strafbar und dann kann er natürlich prinzipiell das Geld im äußersten Fall zurückverlangen.

@Droitteur

§259 StGB - Hehlerei:

Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Also wenn er etwas unrechtmäßig erworbenes kauft "um sich [...] zu bereichern" macht er sich strafbar. Deiner Aussage nach dürfte ich nie was kaufen, denn sicher kann ich nie sein. Selbst etwas notariell beglaubigtes kann unrechtmäßig sein. Wenn der Verkäufer es als sein Eigentum verkauft und der Fragesteller keine anderen konkreten Informationen hat, dass es gestohlen ist, dann ist hier der Vorsatz eindeutig nicht erfüllt.

@TW1920

Ich kenne den Paragraphen.

Ich verstehe nicht, was du mir sagen möchtest; ich habe dir in dem Punkt, dass, wenn der Käufer keinen Verdacht hat, er sich nicht strafbar macht, doch nicht widersprochen?

Eine andere konkrete Information kann zB ein unwahrscheinlich niedriger Preis sein, von dem der Fragende an anderer Stelle schreibt.

@Droitteur

Hierbei könnte er ja nach dem Verkaufsgrund fragen, wenn es nicht völlig schwachsinnig ist, ist es ein gutgläubiger Kauf. Somit wäre auch bezüglich dem Kaufpreis als Indiz Abhilfe geschafft. Schwierig sind oft Verkäufe ohne Belege, denn dann passiert es gerne, dass man nachweislich etwas gestohlenes hat und nicht nachweisen kann, dass man es aus seiner Sicht ordnungsgemäß erworben hat.

Zudem sind bei gebrauchten Rädern die Verkaufspreise häufig doch recht niedrig, zum einen wissen manche nicht wie viel das Rad wert ist, finden keinen Käufer ohne weitere - wollen es aber endlich loswerden...
Um das genauer zu beurteilen müsste man halt mehr Details wissen.

Klar, ich verstehe was du meinst. Wenn jmd. ein paar Monate altes Carbon Rad ohne Schäden für 50€ anbietet ist hier natürlich eindeutig was faul.

@TW1920

Klar; unter Umständen ist es eben kein "unwahrscheinlich niedriger", sondern schlicht ein angemessener Preis.

kannst du schon, aber es ist ausreichend wenn du mit dem verkäufer einen kl. kaufvertrag machst in dem er bestätigt das das zu verkaufende fahrrad sein eigentum ist

Aber bitte mit wenn Unterschrift und wenn es geht mit Personalien (Ich weis aber nicht ob du die abnehmen darfst!!! Mach am besten eine Kopie vom Ausweis, wenn du das machen darfst). 

@Bodyguard11

...ist eigentlich bei einem kaufvertrag üblich !?!?

Ein gestohlener Gegenstand kann gar nicht rechtswirksam an einen Dritten verkauft werden. Da nützt dem Erwerber auch kein Kaufvertrag etwas. Der Gegenstand würde eingezogen.

@DerHans

Stimmt. Aber du wirst sicher nicht wegen Hehlerei angeklagt. Denn jeder der gestohlene Sachen kauft ist ein Hehler, egal ob er weiß sie sind gestohlen oder nicht.

Hab mich dann doch dagegen entschieden. Sag mal wenn man bei Ebay.de normal bietet (also nicht Kleinanzeigen) ist man rechtlich auf der sicheren Seite oder?

@Lucyxxl

Nein man ist nie auf der rechtlich sicheren Seite. Nur ist man wahrscheinlich auf der rechtlich sichere Seite.

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