Kann man von einer unbeliebten Person verlangen, eine Beerdigung zu verlassen?

5 Antworten

Die "unliebsame Person" möchte dem Toten die letzte Ehre erweisen, also sollte es evtl. möglich sein, sich selbst zurückzunehmen und für die Dauer der Beisetzung Streitgedanken außen vor lassen. Man kann denjenigen natürlich auch bitten zu gehen und damit einen Eklat für die ganze Gesellschaft heraufbeschwören.

Danke. DH.

@Kabark

auch noch einer von mir.

@solf1

Alle guten DH sind drei.

Man kann niemanden verbieten, an einer Beisetzung auf dem Friedhof teilzunehmen. Man ist aber nicht gezwungen, mit allen, die kommen, auch zu reden und sie persönlich zu begrüßen.

Rechtlich wohl keine Möglichkeiten.

Vielleicht ist es auch eine Chance auf Versöhnung und Abbitte.

Ansonsten diese Person einfach ignorieren.

Am offenen Grab hat man Haltung zu bewahren, wer es nicht kann, sollte selber der Feierlichkeit fernbleiben.

Man nannte es mal 'Contenance' - und sie steht jedem heute noch gut an.

Die Angehörigen haben die Möglichkeit diese Person zu ignorieren, so als ob sie gar nicht da wäre - eine andere Möglichkeit gibt es nicht, denn jeder hat das Recht sich auf dem Friedhof aufzuhalten.

Und jeder hat das Recht zu trauern, und du weißt nicht, was in diesem Menschen jetzt, hier und heute vorgeht, was er bereut, was ihm leid tut, oder wie auch immer - und wenn du nicht mit ihm sprichst, wirst du es auch niemals erfahren...

DH. Danke!

@solf1

thx...

Sorry, aber stell Dir mal vor ( nur vorstellen ) Dein Mann hat Dich betrogen, Du hast Dich mit ihm ausgesprochen und vesöhnt, ihr hattet einige schöne glückliche Monate miteinander und dann hat er einen Unfall und stirbt. Dann die Beerdigung, seine ehemalige Geliebte taucht auf, könntest Du da ruhig bleiben?? Also ich definitiv nicht.

@sheela2011

Es gibt Momente, in denen man sich beherrschen sollte und auch kann.

@sheela2011

@sheela: ja das ist ein drastisches Beispiel und irgendwie verwundert's mich, daß du deinen Kommentar bei meiner Antwort abgibst, wo doch der Tenor aller Antworten so ziemlich der gleiche ist - aber egal..

..du ahnst gar nicht was ich mir alles von deinem Beispiel "vorstellen" kann.. und meine Antwort lautet:

Wäre ich die Ehefrau, wäre ich wahrscheinlich äußerlich ein Eisblock und innerlich würde ich kochen - aber man würde mir sicher nichts anmerken!

Wäre ich die Geliebte, hätte ich soviel Anstand, und würde mich beim Begräbnis ganz weit im Hintergrund halten - oder erst gar nicht erscheinen!

@sheela2011

@sheela: bist Du dann auch die, die die Blumen der verhassten Geliebten vom Grab entfernt und nur ihre eigenen gelten läßt? Warum kannst Du nicht akzeptieren, dass diese Frau - auch wenn sie Dein persönliches Feindbild ist - Deinen Mann geliebt hat wie Du und um ihn trauert wie Du? Zu einer "Fremdliebe" gehören immer zwei, und auch, wenn er - aus welchen Gründen auch immer - nun wieder bei Dir war, so hat doch "diese Frau" auch ein Recht auf ihre Gefühle? Ich finde es würdelos, sie von der Beerdigung fernhalten zu wollen oder später - via Blumenentfernen etc. - meinen Hass auf sie auszuleben. Manchmal sollte man, wenn man den Verstorbenen wirklich geliebt hat, sich auch einmal fragen, was er sich wohl wünschen würde.

@Eastside

Eastside, Dein Verhalten hätte dann auch sehr viel Stil.

@Eastside

@sheela.. Ich weiss was du meinst! Bist du schon so konditioniert? Schönen Abend.

@evistie

Es war ja nur eine Annahme, ist bei mir und bei niemanden den ich kenne Realität, habe mich aber schon öfters mit dieser Thematik auseinandergesetzt und ich kenne mich zu gut, ich könnte nicht stillhalten und ruhig bleiben.

@Eastside, es war nur Zufall das ich meinen Kommentar bei Dir angebracht habe, war nichts gegen Dich.

@Solf, Dir auch einen schönen Abend und ich bin schon immr so konditioniert, da ich ein sehr emotionaler Mensch bin, und ich muß es zugeben, bei mir in Gefühlsdingen ( wenn ich gefühlsmäßig verletzt werde ) oftmals der Verstand abschaltet und ich nur noch rein gefühlsmäßig und mechanisch reagiere.

@evistie, genau, so blöd wie es jetzt klingen mag, ich würde ( sofern ich weiß das die Blumen von der Geliebten sind ) diese Blumen vom Grab entfernen, aber wenn die Geliebte Charakter besitzt kommt sie gar nicht zur Beerdigung. Aber wie gesagt, alles nur Annahme.

@sheela2011

@sheela: oh je... "Charakter" und "Anstand" soll die Geliebte zeigen und gefälligst bleiben, wo der Pfeffer wächst. Für mich ist das Egoismus, Stutenbissigkeit, Vorrechtsgehabe, Kleingeistigkeit... und hat für mich nichts, aber auch gar nichts mit dem geliebten Verstorbenen zu tun. Eine Geliebte wird wissen, was sie erwartet. Wenn sie trotzdem kommt, sollte man die Würde der Feier wahren. Kein Mensch verlangt, dass die Ehefrau ihr um den Hals fällt! Aber eine Beerdigung - und später das Grab - sollte nicht Austragungsort solcher Egoismen sein.

@evistie

Hallo evestie, es ist nun mal so, das bin ich wie ich leibe und lebe, und komisch, genau so eine Diskussion hatte ich vor kurzem mit einigen Freundinnen beim Kaffeeklatsch, bis auf zwei waren alle genau dieser Meinung die ich hier dargestellt habe, muß Dir aber auch noch sagen, ich ziehe vor jedem meinen Hut der so reagiert wie Du es beschrieben hast, ich könnte es nicht.

@sheela2011

Vielleicht ist meine Einstellung ja altersbedingt - bin geringfügig älter als Du :o)) - , aber was mich etwas erstaunt, ist die Vehemenz, die Du bereits in der Theorie entwickelst. Gnade Gott der Frau, die Dir in die Quere kommt... ;o))

@evistie

Da kannst Du recht haben.

@sheela2011

Ha! Ihr habt ja alle so tolle Antworten auf die Frage - aber habt ihr auch schon mal daran gedacht, dass vielleicht der Verstorbene die Anwesenden garnicht hier haben will? Beispiel: Ein Mann ist im Alter von 80 Jahren gestorben, nachdem er 2 Jahre lang schwer gelitten hat und keiner seiner 5 Kinder was von ihm wissen wollte. Nach der Erklärung des Todes durch einen Arzt beginnen die Kinder gleich um das Erbe zu zoffen. Wär es da so undenkbar, dass der Mann sich vor seinem Tod wünschte, dass niemand dieser undankbaren, lieblosen Gören an seiner Beerdigung teilnimmt? Auch wenn der Friedhof ein öffentlicher Ort ist. Das Grab ist es nicht. Und da sollte auf besonderen Wunsch ein Fernbleiben durchsetzbar sein.

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